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Ganz schön vergesslich

"Vergesslicher" Zeuge: Trumps Ex-Finanzchef vor Gericht

  • Aktualisiert: 12.10.2023
  • 12:07 Uhr
  • Stefan Kendzia
In New York wird Donald Trump der Prozess gemacht. Jetzt musste sein ehemaliger Finanzchef Allen Weisselberg in den Zeugenstand.
In New York wird Donald Trump der Prozess gemacht. Jetzt musste sein ehemaliger Finanzchef Allen Weisselberg in den Zeugenstand.© AP

Vom Angeklagten und Gefängnisinsassen zum Zeugen: Der Ex-Finanzchef Trumps, Allen Weisselberg, hat bereits ein turbulentes Jahr hinter sich. Jetzt musste er sich vor Gericht zu seiner Zeit als Vizepräsident der Trump Organisation äußern. An besonders viel konnte er sich scheinbar nicht erinnern.

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"Ich erinnere mich nicht": Allen Weisselberg, ehemaliger CFO der Trump Organisation, musste vor Gericht als Zeuge aussagen. Mit nur mäßigem Erfolg. Denn seine Erinnerungsleistung ließ ihn bei Dutzenden Fragen anscheinend im Stich. Laut "CBS" könne er sich weder an Gespräche mit Anwälten noch mit den mitangeklagten Söhnen des Ex-Präsidenten, Donald Trump Jr. und Eric Trump, erinnern.

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Die Staatsanwaltschaft fordert von Trump eine Strafe von mindestens 250 Millionen Dollar

Mehr als 20 Jahre war Weisselberg ein hochrangiger Mitarbeiter von Ex-Präsident Donald Trump. Bis in die Vorstandsebene hat es der Ex-Finanzchef geschafft, bis er sich 2022 in 15 Anklagepunkten für schuldig erklärte und von Januar bis April 2023 ins Gefängnis kam. Kaum entlassen, steht er wieder vor Gericht. Dieses Mal allerdings als Zeuge gegen seinen damaligen Chef und seine beiden Söhne. Im Zeugenstand selbst konnte sich Weisselberg nach eigenen Aussagen dann an fast nichts mehr erinnern: Trump und sein Team sollen laut "Merkur" jahrelang höchstes Engagement aufgebracht haben, ein Betrugssystem zu entwickeln, um Trumps Vermögen je nach Bedarf größer oder kleiner zu rechnen. Durch diese "alternativen Fakten" kam die Trump Organisation entweder in den Genuss günstigerer Kredite oder musste - wahlweise -  nur wenige oder gar keine Steuern zahlen. Dieser Betrugsvorwurf scheint dem Finanzexperten Weisselberg generell bewusst zu sein. Nur wichtige Details scheinen abhandengekommen zu sein. Immerhin: Auf die Frage des Richters, ob er verstanden habe, dass der Konzern damit gegen Gesetze verstoßen habe, antwortete er schlicht mit: "Ja". Für diesen mutmaßlichen Betrug fordert die Staatsanwaltschaft von Trump übrigens eine Strafe von mindestens 250 Millionen Dollar.

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So klar Weisselbergs Verstoß gegen die Gesetze sein dürfte, so klar kann er sich anscheinend nicht mehr an viele entscheidende Momente erinnern. Dutzende Fragen im New Yorker Betrugsprozess ließ Weisselberg unbeantwortet. Nur bei einer Frage schien der Ex-Finanzchef ins Straucheln zu geraten, als es um Trumps protziges Penthouse im gleichnamigen Tower in New Yorks Fifth Avenue ging. Weisselberg gab zu, irgendwann erfahren zu haben, dass Trumps "nur" 10.000 Quadratmeter große New Yorker Wohnung so bewertet wurde, als ob sie 30.000 Quadratmeter groß wäre. Er konnte sich allerdings nicht daran erinnern, wann und mit wem er darüber gesprochen hatte. Die falschen Größenangaben des Mega-Penthouse bezeichnete er lediglich als "kleinen Berechnungsfehler". Wie gewohnt hat Trump jegliches Fehlverhalten - auch in diesem Fall - bestritten und den Prozess wiederholt als politisch motiviert angegriffen. Er war bei Weisselbergs Aussage nicht anwesend.

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