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Zu viel Zucker, Fett und Salz

Umfrage: Mehrheit befürwortet Werbeverbot für ungesunde Kinder-Lebensmittel

  • Veröffentlicht: 17.07.2023
  • 17:16 Uhr
  • Teresa Gunsch
Deutsche befürworten Werbeverbote für ungesunde Lebensmittel in für Kinder relevanten Medien
Deutsche befürworten Werbeverbote für ungesunde Lebensmittel in für Kinder relevanten Medien© exclusive-design - stock.adobe.com

Eine Mehrheit der Deutschen unterstützt einer Umfrage zufolge die Pläne von Bundesernährungsminister Cem Özdemir (Grüne), an Kinder gerichtete Werbung für Lebensmittel mit zu viel Zucker, Fett und Salz per Gesetz einzudämmen. 

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Mehrheit fordert Maßnahmen gegen ungesunde Kinder-Lebensmittel

Ein Großteil der Bevölkerung spricht sich für Werbebeschränkungen aus, um der Fehlernährung bei Kindern entgegenzuwirken. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag von Foodwatch unterstützen 66 Prozent der Bundesbürger die Pläne des Bundesernährungsministers Cem Özdemir. Dies geht aus einem Bericht des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) hervor.

Für die Umfrage befragte das Meinungsforschungsinstitut Kantar Anfang Juli 2023 telefonisch 1987 Menschen über 14 Jahren in Deutschland. Die zentrale Frage lautete: "Sind Sie dafür oder dagegen, Werbung für Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- oder Salzgehalt rund um Schulen und Kindergärten sowie im Fernsehen und Internet zu Zeiten, an denen Kinder üblicherweise diese Medien nutzen, weitgehend einzuschränken?"

Die Verbraucherschutzexpertin von Foodwatch, Luise Molling, betonte die Bedeutung von Werbebeschränkungen für die Gesundheit von Kindern. Sie verwies darauf, dass nicht nur Mediziner:innen, sondern auch Kinderrechts- und Verbraucherorganisationen die Maßnahmen unterstützen. Molling appelliert zudem an die FDP, die Pläne von Özdemir mitzutragen.

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Pläne für das Werbeverbot

Özdemir schlägt vor, Werbeverbote in "allen für Kinder relevanten Medien" einzuführen. Dies soll nicht nur für reine Kindersendungen gelten, sondern auch von 6:00 Uhr bis in den späten Abend um 23:00 Uhr. Ende Juni konkretisierte er den Vorschlag und schlug vor, dass die Werbeverbote werktags von 17:00 bis 22:00 Uhr gelten sollten. An Samstagen würden sie zusätzlich von 8:00 bis 11:00 Uhr und sonntags von 8:00 bis 22:00 Uhr in Kraft treten.

Der Minister argumentiert, dass eine gesetzliche Regelung notwendig sei, da freiwillige Selbstverpflichtungen bisher versagt hätten. Özdemir sieht sich durch das Umfrageergebnis bestätigt und fordert eine breite Diskussion mit allen gesellschaftlich relevanten Akteuren. "Unser Gesetzentwurf sollte zeitnah die nächsten Schritte gehen, um breit und unter Einbeziehung aller gesellschaftlich relevanten Akteure beraten werden zu können", so Özdemir gegenüber dem RND. Nach der Sommerpause sollen Expertenanhörungen folgen.

  • Quelle:
    Nachrichtenagentur dpa
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