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Gewinn-Preis-Spirale

Unanständig: SPD-Chefin Eskens wirft Unternehmen Gier trotz Inflation vor

  • Veröffentlicht: 04.05.2023
  • 15:01 Uhr
  • Stefan Kendzia
SPD-Chefin Saskia Esken will wegen der hohen Inflation Firmengewinne genauer unter die Lupe nehmen.
SPD-Chefin Saskia Esken will wegen der hohen Inflation Firmengewinne genauer unter die Lupe nehmen. © REUTERS

SPD Parteichefin Saskia Esken wirft Unternehmen öffentlich vor, "Gewinnmargen kräftig zu erhöhen" - zusätzlich zu den steigenden Energiepreisen durch den Ukraine-Krieg werde auf "unanständige" Art an einer gefährlichen "Gewinn-Preis-Spirale" gedreht. Nun will Esken laut "Welt" wegen der hohen Inflation Firmengewinne genauer unter die Lupe nehmen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Unternehmensgewinne sollen nun genauer betrachtet und beobachtet werden.

  • Konzerne sollen die hohe Inflation für die eigene Gewinnoptimierung nicht mehr ausnutzen können.

  • SPD und Grüne haben bereits eine Reform des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen auf den Weg gebracht.

Unternehmensgewinne sollen nun genauer betrachtet und beobachtet werden. Das ist der ausdrückliche Wunsch der SPD-Chefin Saskia Esken und der Grünen. Denn laut "Handelsblatt" scheint es so, als ob Konzerne die hohe Inflation für die eigene Gewinnoptimierung ausnutzen. Und das sei schlichtweg "unanständig".

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Es ist nicht hinzunehmen, dass Familien am Essen sparen müssen

Unternehmen, die in Zeiten hoher Inflation satte Gewinne machen, müssen sich warm anziehen, wenn es nach SPD und Grünen geht. Ob hohe Unternehmensgewinne tatsächlich die Inflation antreiben, ist dennoch umstritten. Esken beirrt das nicht. Die Preise seien "teilweise auch deshalb gestiegen, weil die Unternehmen ihre Gewinnmargen kräftig erhöht haben", sagte die SPD-Politikerin. "Wer gestiegene Kosten nur vorschiebt, um seinen Gewinn zu erhöhen, handelt unanständig. Es ist nicht hinzunehmen, dass Familien am Essen sparen müssen, um über die Runden zu kommen, während Unternehmen die Preise hoch halten."

Grundsätzlich sei es zwingend notwendig, die Preisentwicklung und ihre Zusammensetzung "weiter genau zu beobachten". Und das wäre zuerst Aufgabe des Bundeskartellamts. Darüber hinaus sieht Esken Spanien als Vorbild: "In Spanien geht man derzeit neue Wege, um genauere Informationen über die Preisentwicklungen zu bekommen. Das finde ich sinnvoll", sagte Esken.

Auch von Seiten der Grünen kommen empörte Töne wie vom Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch: man müsse aufpassen, "dass nicht einige Unternehmen durch überhöhte Preissteigerungen Extragewinne aus der Krise schlagen".

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Profitgetriebene Inflation muss verhindert werden

Aus Gründen der vermuteten Bereicherung einiger Unternehmen soll von der SPD und den Grünen bereits eine Reform des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen auf den Weg gebracht worden sein. Das Gesetz habe das Bundeskabinett bereits passiert, die Verabschiedung im Bundestag stehe noch aus. "Das verhindert profitgetriebene Inflation und garantiert Verbraucherinnen und Verbrauchern faire Preise", sagte Audretsch.

Eine Inflation werde allerdings durch viele verschiedene Faktoren bestimmt, wie es aus der Ecke der FDP heißt. Negative Einflüsse seien Unsicherheiten am Weltmarkt besonders im Bereich Energie, gestörte Lieferketten und Nachholeffekte beim Konsum. Außerdem lägen "keine Erkenntnisse vor, dass die Entwicklung von Unternehmensgewinnen ein maßgeblicher Treiber der Inflation ist", wie die "Welt" das Finanzministerium zitiert. 

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