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Polizei gut vorbereitet

"Unterbrechen den Berlin-Marathon" - "Letzte Generation" droht mit Blockaden

  • Veröffentlicht: 22.09.2023
  • 15:20 Uhr
  • Anne Funk
Die "Letzte Generation" hat angekündigt, den Berlin-Marathon stören zu wollen.
Die "Letzte Generation" hat angekündigt, den Berlin-Marathon stören zu wollen.© Andreas Gora/dpa

Große Aufmerksamkeit ist garantiert: Die Klimaaktivist:innen der "Letzten Generation" haben es mit ihren Blockaden auf den Berlin-Marathon abgesehen. Die Polizei zeigt sich wenig überrascht.

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Es ist wohl Deutschlands teilnehmerstärkste Laufveranstaltung, kein Wunder also, dass sich die Aktivst:innen der "Letzten Generation" die Plattform des Berlin-Marathons nicht nehmen lassen werden. Am Sonntag (24. September) findet das Großevent statt - und die Klimagruppe hat bereits angekündigt, stören zu wollen.

"Weil darüber scheinbar Unklarheit herrscht: Ja, wir unterbrechen den Berlin-Marathon. Vor der Klimakatastrophe können wir nicht davonrennen", ist in einer Mitteilung vom Freitag (22. September) der "Letzten Generation" zu lesen.

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Die Berliner Polizei reagierte umgehend und betont: "Das überrascht uns nicht." Polizeisprecherin Anja Dierschke erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass man bei solchen Großveranstaltungen mit weltweiter Beachtung mit derlei Aktionen rechne. Der Gruppe gehe es ja um besondere Aufmerksamkeit. Die Polizei plane den Einsatz mit einem Verbot bestimmter Demonstrationen, um dann "bestmöglich und schnellstmöglich einzuschreiten". Aufgrund der langen Strecke von 42 Kilometern ließen sich Störaktionen aber nicht komplett ausschließen, so die Sprecherin.

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Die Organisatoren des Marathons teilten mit, dass sie in engem Austausch mit der Polizei stünden. Geschäftsführer Jürgen Lock vom Veranstalter SCC Events erklärte, es gebe ein Sicherheitskonzept, das verschiedene Szenarien berücksichtige. Doch: "Wir werden darüber nicht öffentlich sprechen." Lock betonte, dass man eine "friedliche und tolerante Laufveranstaltung haben" wolle. "Für die Leute ist es ein Highlight, da ist jede Störung nur negativ."

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Deutscher Meister gibt sich gelassen

Aus den Reihen der Sportler:innen kommen gelassene Reaktionen. Hendrik Pfeiffer, deutscher Marathonläufer und deutscher Meister des Vorjahres, erklärte: "Wir gehen davon aus, dass das keine Probleme macht. Läufer musst Du erst mal aufhalten, da musst Du Dich schon ziemlich breit machen."

Am Sonntag sollen 650 Polizist:innen im Einsatz sein, wobei sich die meisten um Straßensperrungen und die Verkehrslenkung kümmern. Auch ein Hubschrauber wird die Lage aus der Luft überwachen.

Bereits vor zwei Wochen hatte die Polizei ein Verbot nicht angemeldeter Demonstrationen der "Letzten Generation" im Gebiet des Marathons erlassen. Es wurde in Form einer sogenannten Allgemeinverfügung am Freitag im Amtsblatt veröffentlicht und gilt von Samstagvormittag bis Sonntag um Mitternacht. Demnach sind Demonstrationen und die Teilnahme an ihnen im Zusammenhang mit Klimaprotesten und Blockaden auf den entsprechenden Straßen und auch Autobahnen in dem Gebiet verboten. Es droht ein Bußgeld von 2.000 Euro.

  • Verwendete Quellen:
  • Pressemitteilung "Letzte Generation"
  • Nachrichtenagentur dpa
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