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"Row-Zero-System" soll abgeschafft werden

Vorwürfe gegen Lindemann: Paus fordert besseren Schutz von Frauen auf Konzerten

  • Aktualisiert: 06.06.2023
  • 15:04 Uhr
  • Lena Glöckner
Till Lindemann sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt.
Till Lindemann sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt.© via REUTERS

Angesichts schwerer Vorwürfe gegen Till Lindemann, Frontsänger der Band Rammstein, fordert die Familienministerin nun den besseren Schutz für Frauen auf Konzerten. Dafür schlägt sie zahlreiche Maßnahmen vor.

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Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) hat angesichts der jüngsten Vorwürfe gegen den Sänger der Band Rammstein Veränderungen im Konzertbetrieb gefordert. "Es ist wichtig, insbesondere junge Menschen besser vor Übergriffen zu schützen", erklärte Paus gegenüber der Nachrichtenagentur AFP in Berlin.

Die Politikerin der Grünen schlug vor, Schutzbereiche für Frauen bei Konzerten einzurichten und sogenannte Awareness-Teams einzusetzen, die als Ansprechpartner bei Verdacht auf sexuelle Übergriffe zur Verfügung stehen sollen. Zusätzlich dazu sprach sich Paus für die Abschaffung des sogenannten Row-Zero-Systems aus. Dabei handelt es sich um die Praxis, bei Konzerten bestimmte junge Fans auszuwählen, um ganz vorne direkt vor der Bühne zu stehen.

Paus forderte eine "schnelle und konkrete" Diskussion über Schutzmaßnahmen und betonte die Bedeutung einer ernsthaften Debatte über die Verantwortung von Künstlern und Veranstaltern gegenüber ihren Fans. Sie lud die Musikbranche ein, dem Bündnis gegen Sexismus beizutreten. Dieses Bündnis setze sich gegen jegliche Formen von Sexismus und sexueller Belästigung ein, erklärte sie.

Schwere Vorwürfe gegen Rammstein-Frontsänger

In den vergangenen Tagen erhoben mehrere Frauen Berichten zufolge Vorwürfe gegen den Rammstein-Sänger Lindemann. Laut der "Süddeutschen Zeitung" und dem NDR sollen junge Frauen möglicherweise gezielt ausgesucht worden sein, um sexuelle Handlungen mit Lindemann zu vollziehen. Zwei Frauen gaben zudem an, sexuellen Handlungen ausgesetzt gewesen zu sein, ohne ihre Zustimmung gegeben zu haben.

In einer ersten Stellungnahme zu den Vorwürfen teilte die Band vor etwa einer Woche über Twitter mit, dass sich im Umfeld der Band nichts zugetragen habe, was behauptet wird. In einem weiteren Statement auf Instagram erklärte die Band, dass sie die Vorwürfe "außerordentlich ernst" nehme und dass sich Fans "vor und hinter der Bühne" sicher fühlen sollten. Gleichzeitig warnte Rammstein vor voreiligen Vorverurteilungen.

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