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Cybersicherheit

Zu viel Putin-Nähe: USA verbieten russische Antiviren-Software Kaspersky

  • Aktualisiert: 21.06.2024
  • 12:30 Uhr
  • Kira Born

Die US-Regierung sieht die nationale Sicherheit in Gefahr. Auch deutsche Behörden warnen seit Längerem vor Kaspersky-Programmen. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Unterbehörde des US-Handelsministeriums lässt die Antivirensoftware des Unternehmens Kaspersky auf dem amerikanischen Markt verbieten.

  • Grund für das Verbot ist die Sorge, dass Informationen amerikanischer Unternehmen und Nutzer:innen potenziell an russische Behörden weitergegeben werden.

  • Auch das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt wegen Sicherheitsbedenken vor dem Einsatz des Virenschutz-Programms.

Die US-Regierung verbietet die russische Virenschutzsoftware Kaspersky. Eine ausführliche Untersuchung habe ergeben, dass dies der einzige Weg sei, Bedenken in Bezug auf die nationale Sicherheit auszuräumen, teilte eine Unterbehörde des US-Handelsministeriums mit. Kaspersky bestreitet die Vorwürfe und kündigte auf der Plattform X an, sich gegen den Bann wehren zu wollen.

Grund für das Verbot sind demnach die Cyberangriffs-Fähigkeiten der russischen Regierung von Kreml-Chef Wladimir Putin und deren Möglichkeiten, Aktivitäten von Kaspersky zu beeinflussen. Software der Firma sei in der Lage, Informationen von US-Unternehmen und Bürger:innen zu sammeln, die von der russischen Regierung missbraucht werden könnten, warnte die Behörde. Verbraucher:innen und Betrieben drohen aber keine Strafen, wenn sie Kaspersky-Software weiternutzen.

Aus für Kaspersky-Antivirensoftware auf US-Markt

Der Verkauf der Kaspersky-Programme wird ab dem 20. Juli untersagt. Ab dem 29. September werden dann keine Updates mehr in das System eingespielt. Damit wäre das Antivirenprogramm bei neuerer Schadsoftware weitestgehend nutzlos. Ab dann ist auch der Weiterverkauf verboten. Die Übergangsfrist solle Kund:innen die Zeit geben, zu anderen Anbietern zu wechseln, erläuterte das Büro für Industrie und Sicherheit, wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag (21. Juni) berichtet.

Kaspersky kündigte in einer ersten Reaktion ein rechtliches Vorgehen zum Schutz des Geschäfts an. Man gehe davon aus, dass die Entscheidung "auf Basis des aktuellen geopolitischen Klimas und theoretischer Besorgnis" getroffen worden sei - und nicht aufgrund einer Analyse der Software und Dienste der Firma. "Kaspersky betreibt keine Aktivitäten, die die nationale Sicherheit der USA bedrohen", hieß es in einer Stellungnahme auf der Online-Plattform X.

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Kaspersky, einst ein auch international respektierter Spezialist für PC-Sicherheit, hat schon seit Jahren einen schweren Stand im Westen. In Deutschland warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor dem Einsatz des Antivirenschutzes. In den USA ist bereits seit 2017 die Installation auf Behördengeräten verboten.

Als ein Auslöser dafür gilt eine Episode, bei der mutmaßliche Spionage-Software des US-Geheimdiensts NSA in die Hände von Kaspersky geraten war. Die Firma erklärte damals, der Quellcode sei als eine bisher unbekannte Variante von Schadsoftware auf einem PC entdeckt und zur Analyse auf einen Kaspersky-Server geladen worden.

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US-Medienberichten zufolge hatte ein Mitarbeiter des US-Abhördienstes die geheime Software regelwidrig auf seinen privaten Computer geladen, auf dem Kasperskys Antivirensoftware lief. Das Unternehmen versicherte, die Dateien seien gelöscht worden, nachdem ein Analyst Firmenchef Eugene Kaspersky über den Fund informiert hatte. Man habe sie mit niemandem geteilt. In den USA geht man jedoch davon aus, dass die NSA-Werkzeuge beim russischen Geheimdienst landeten.

Das "Wall Street Journal" schrieb damals unter Berufung auf amerikanische Behördenkreise, Kaspersky-Software habe gezielt nach Begriffen wie "Top Secret" sowie nach Namen geheimer US-Programme gesucht.

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Das BSI warnte vor dem Einsatz von Kaspersky-Programmen im März 2022 im Zusammenhang mit dem russischen Überfall auf die Ukraine. Ein russischer IT-Hersteller könne in einer solchen Situation entweder selbst offensive Operationen durchführen oder womöglich auch ohne seine Kenntnis als Werkzeug für Cyberangriffe missbraucht werden, argumentierte die Behörde. Kaspersky konterte auch damals, die Warnung sei politisch motiviert.

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  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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