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Polarisierende Aussage

Trigema-Chef: Wer im Homeoffice arbeiten kann, ist unwichtig

  • Aktualisiert: 02.10.2023
  • 17:12 Uhr
  • Anne Funk
Chef des Textilunternehmens Trigema: Wolfgang Grupp.
Chef des Textilunternehmens Trigema: Wolfgang Grupp. © REUTERS

Work-Life-Balance? Nicht mit Wolfgang Grupp. Der Unternehmer hat in einem Interview deutlich gemacht, was er von so manchen neuen Entwicklungen in der Arbeitswelt hält.

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Die Bekleidungsfirma Trigema ist eine Seltenheit in ihrer Branche: Hergestellt wird nur in Deutschland, sämtliche Rohstoffe sollen nur aus EU-Ländern stammen - damit wirbt das Unternehmen, bei dem etwa 1.200 Mitarbeitende tätig sind, stets öffentlichkeitswirksam. Auch Inhaber und Geschäftsführer Wolfgang Grupp scheint eine Besonderheit zu sein unter den Managern vergleichbarer Unternehmen. Dass dem tatsächlich so ist, hat der 81-Jährige nun in einem Interview mit dem "Tagesspiegel" erneut eindeutig klargestellt.

Im Video: Raus aus dem Büro - Wie Homeoffice unsere Arbeitswelt verändert hat

Raus aus dem Büro: Wie Homeoffice unsere Arbeitswelt verändert hat

"Heute pokern die Manager: Solange alles gut geht, wird kassiert. Wenn nicht, macht man Insolvenz, und der Steuerzahler soll einspringen. Das hat mit verantwortungsvollem Unternehmertum nichts mehr zu tun", so Grupp. Bei ihm sei das anders, erklärt er weiter. Sollte seine Firma eines Tages ein Problem haben, könne es nur einen Schuldigen geben: "Und der bin ich!"

Sagt man einmal "ja", wird mehr gefordert

Was neue Ideen in der Arbeitswelt angeht, ist Grupp allerdings nicht allem gegenüber aufgeschlossen. Angesprochen auf eine mögliche Vier-Tage-Woche, die derzeit viel diskutiert wird, hat der Unternehmer eine ganz klare, nämlich ablehnende Meinung. "Wenn ich zu allem 'ja' sage, egal ob zur Vier-Tage-Woche oder zur Work-Life-Balance, darf ich mich nicht wundern, wenn immer mehr gefordert wird", macht er deutlich.

Auch Homeoffice ist in seiner Firma offenbar kein Thema. "Wenn einer zu Hause arbeiten kann, ist er unwichtig", weiß Grupp. Je mehr Angestellte studiert hätten, umso mehr wollten sie auch im Homeoffice arbeiten. "Aber bei mir könnten sie sich dann auch gleich arbeitslos melden, weil sowieso keiner merkt, ob sie arbeiten oder nicht." Er selbst sei jeden Tag in der Firma und er brauche seine leitenden Angestellten vor Ort, so würden Entscheidungen schneller getroffen. 

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