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Nach 155 Millionen Jahren

Forscher entdecken, was mit dem verschollenen Kontinent "Argoland" passiert ist

  • Aktualisiert: 09.02.2024
  • 11:38 Uhr
  • Lisa Apfel
Tropische Inseln vor Waigeo, Raja Ampat, West Papua, Indonesien: Hier liegt laut einem Forscherteam die Lösung des "Argoland"-Rätsels.
Tropische Inseln vor Waigeo, Raja Ampat, West Papua, Indonesien: Hier liegt laut einem Forscherteam die Lösung des "Argoland"-Rätsels.© IMAGO/OceanPhoto

Der Kontinent "Argoland" galt seit Jahrmillionen als verschollen. Ein Forscherteam aus Utrecht hat das Rätsel nun gelöst und sagt: Teile von "Argoland" existieren noch immer.

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Das Wichtigste in Kürze

  • "Argoland" brach vor 155 Millionen Jahren aus dem Westen Australiens – und verschwand.

  • Wohin genau der Kontinent getrieben wurde, war lange ein Rätsel.

  • Einem Forscherteam gelang es nun, Licht ins Dunkel zu bringen.

Verschwundenen Kontinente sieht man zumeist nur in der Film-Welt. Doch Forschern ist es nun tatsächlich gelungen, das Rätsel um den langen verschollenen Kontinent "Argoland" zu lösen. Seit etlichen Jahren suchen Forschende nach "Argoland". In Utrecht scheint man jetzt das Rätsel gelöst zu haben.

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Wie verschwand "Argoland"?

Um die Geschichte von "Argoland" zu verstehen, muss man weit zurück in die Vergangenheit gehen – 200 Millionen Jahre etwa. Damals war unser Planet noch ein anderer: Die Kontinente, wie wir sie heute kennen, gab es noch nicht. Stattdessen existierte der Superkontinent "Pangea", der sich durch die Bewegung tektonischer Platten nach und nach veränderte.

Vor 155 Millionen brach im Westen Australiens ein etwa 5.000 Kilometer langes Stück des Ursprungs-Kontinents ab, trieb davon – und sollte für Jahrmillionen verschollen bleiben. Dieses Stück Kontinent ist das geheimnisvolle "Argoland". Doch wie wusste man von "Argoland", wenn es doch seit Ewigkeiten verschwunden ist? Der verschollene Teil des Kontinents hat eine Lücke hinterlassen: Tief im Ozean liegt die Argo-Tiefseeebene, die beweist, dass ein Teil des Kontinents fehlt. Denn Tiefseeebenen verlaufen im Normalfall an Kontinentalrändern.

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Forscherteam lokalisiert "Argoland" – und rätselt trotzdem

Das Geheimnis von "Argoland" konnten nun die Geologen Eldert Advokaat und Douwe van Hinsbergen von der Universität in Utrecht lüften. Die Forschungsergebnisse der beiden Geologen wurden im Fachjournal Gondwana Research veröffentlicht Sie stellten anhand der Struktur des Meeresbodens fest, dass der verschollene Kontinent nach Nordwesten abgetrieben sein musste.

Basierend auf diesen Erkenntnissen vermuteten die Forscher "Argoland" in etwa dort, wo sich heute die Inseln Südostasiens befinden. Das Problem: Dort gibt es keinen großen, zusammenhängenden Kontinent.

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Des Rätsels Lösung: Geheimnis um "Argoland" entschlüsselt

"Wir hatten es im wahrsten Sinne des Wortes mit Informationsinseln zu tun, weshalb unsere Forschung so lange gedauert hat", erklärt Advokaat in einer Mitteilung der Universität Utrecht. "Wir haben sieben Jahre damit verbracht, das Puzzle zusammenzusetzen." Und die fehlenden Puzzleteile konnten sie tatsächlich finden. Die Erkenntnis des Teams: Argoland hat sich in Fragmente aufgeteilt, existiert aber noch immer. "Sonst hätten wir ein großes wissenschaftliches Problem", schlussfolgern Advokaat und Douwe.

"Argoland zersplitterte in viele Bruchstücke. Das versperrte uns den Blick auf die Reise des Kontinents", erklärt Advokaat die lange Forschungszeit. Die Fragmente kamen laut den Forschungsergebnissen etwa zur gleichen Zeit an ihren jetzigen Standorten an. So konnte rekonstruiert werden, wie sie einst miteinander verbunden waren. Die kleinen Splitter bildeten eine Collage, die zeigt, wo "Argoland" hinverschwunden ist: Der verlorene Kontinent liegt heute unter den grünen Dschungeln großer Teile Indonesiens und Myanmars verborgen.

  • Verwendete Quellen:
  • Universität Utrecht
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