Thriller oder Drama, hier gehen die Stimmen auseinander. Dass der Film jedoch brillant ist, spricht ihm niemand ab. Mitreißend, tragisch, schockierend soll "Aus dem Nichts" von Fatih Akin nun sein Potential der ganzen Welt zeigen – bei der Oscar®-Verleihung 2018. Bei den Golden Globes 2018 ging der Plan bereits auf: Das Drama wurde als "bester nicht-englischsprachiger Film" ausgezeichnet. Ob Aus dem Nichts die Nominierung zum Oscar erlangt und, wie wir hoffen, die beliebte Auszeichnung schließlich auch erhält, erfahren wir leider erst am 23. Januar! Doch man darf zuversichtlich sein, denn der Film ist von einer mitreißenden Qualität, die sicherlich nicht nur deutsche Zuschauer faszinieren wird.

Die Hauptrolle in dem Film Aus dem Nichts spielt Diane Kruger, eine deutsche Schauspielerin, die bereits lange für internationale Filmproduktionen arbeitet. International bekannt wurde sie durch Filme wie "Troja", "Das Vermächtnis der Tempelritter" und "Inglourious Basterds". Für ihre Rolle als Ehefrau und Mutter Katja in Aus dem Nichts wurde sie bereits mit dem Darstellerpreis der 70. Filmfestspiele in Cannes ausgezeichnet.

Fatih Akin – ein Mann mit Gewissen, der Träume realisiert

Das politische und soziale Gewissen von Fatih Akin ist groß, und er wagt es seine Stimme zu erheben, um politische und soziale Probleme offen anzuprangern. Und nicht allein seine Stimme, wie in einem offenen Brief an den türkischen Staatspräsidenten Gül, erhebt er, sondern auch mittels seiner Filme legt er den Finger in offene Wunden. Dabei sind es grenzen- und religionsübergreifende offene Wunden. Von Aus dem Nichts, der das Neonazitum in Deutschland behandelt, oder The Cut, ein Film, der sich mit dem Völkermord an den Armeniern auseinandersetzt, bis schließlich zu Müll im Garten Eden, einem Appell gegen eine geplante Mülldeponie in einem türkischen Dorf – die Filme von Fatih Akin sind so viel mehr als einfache Unterhaltung für ein paar Stunden.

Doch nicht allein für die Inhalte, auch für seine brillanten Umsetzungen – von der Wahl der Schauspieler bis hin zur Filmmusik – hat der Regisseur etliche Auszeichnungen erhalten. Daher ist der Weg zum Oscar® 2018 nur ein logischer nächster Schritt, dem er nun ein wenig näher ist.

Der lange Weg zum Oscar® – so geht es

Doch noch ist der Oscar® nicht sein – noch lange nicht: Zuerst kommt die Vorauswahl in Deutschland. Dafür zeichnet die Auslandsvertretung des Deutschen Films, German Films, verantwortlich. In diesem Jahr gab es elf Bewerber für den begehrten Preis, unter denen Aus dem Nichts als Sieger hervorging.

So also schickt Deutschland seinen Bewerber für den Oscar® ins Rennen. Nun folgt allerdings eine weitere Auswahl von der Academy, da aus etlichen Ländern Bewerbungen für "den besten nicht englischsprachigen Film" eintreffen. Dabei gilt: Pro Land ist ein Filmvorschlag gestattet. Nun wird ausgewählt, welcher dieser Filme tatsächlich als Oscar®-Nominierung antreten darf. Schließlich wird aus diesen Filmen der Gewinner ausgewählt.

Der Film, den die German Films im vergangenen Jahr ins Rennen schickte war "Toni Erdmann" von Maren Ade. Tatsächlich schaffte der Film es auch, eine Nominierung zu erlangen, der Oscar® allerdings ging leider nicht nach Deutschland.

Seit im Jahr 1979 die "Blechtrommel" den begehrten Preis gewann, haben nur noch zwei weitere deutsche Filme diesen Preis ergattern können. Da ist es sicherlich Zeit, wieder einmal einen Film aus Deutschland zu küren, besonders, da Aus dem Nichts diese Ehrung mit Sicherheit verdient hat.

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