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Audrey Hepburn: War die Film-Legende in "My Fair Lady" eine Fehlbesetzung?

  • Aktualisiert: 16.07.2024
  • 07:29 Uhr
  • teleschau
Audrey Hepburn erntete für ihre Rolle in "My Fair Lady" viel negative Kritik.
Audrey Hepburn erntete für ihre Rolle in "My Fair Lady" viel negative Kritik.© Getty Images

"My Fair Lady" (1964) wurde zu einem Klassiker des Musical-Film-Genres. Um die Besetzung der Hauptrollen gab es aber im Vorfeld ein ziemliches Chaos. Vor allem die Wahl von Audrey Hepburn als Eliza Doolittle war bei vielen Fans und Kritiker:innen umstritten.

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"Ein intellektueller Genuss, beispielhaft in der Geschichte des Genres: die hohe Stilisierung, dem Musical ohnehin eigen, wird witzig, gescheit und romantisch auf die Spitze getrieben." So lobte das Lexikon des internationalen Films die Kinoumsetzung des Erfolgsmusicals "My Fair Lady". Der Fim von Regisseur George Cukor (jetzt auf Joyn zu sehen) wurde ein riesiger Erfolg. Bei einem Budget von 17 Millionen Dollar spielte er weltweit fast 75 Millionen Dollar ein. Auch bei den Oscars 1965 räumte das Werk ab und erhielt acht Preise bei zwölf Nominierungen.

Bester Film, beste Kamera, beste Regie, bester Hauptdarsteller: In vier der "Big-Five-Kategorien" wurde "My Fair Lady" ausgezeichnet. Aber ein Makel blieb: Audrey Hepburn (1929-1993) wurde als beste Hauptdarstellerin nicht einmal nominiert. War die Oscar-Preisträgerin ("Ein Herz und eine Krone", 1954) die falsche Wahl gewesen?

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Als Theaterstück sorgte die "My Fair Lady"-Vorlage für einen Skandal

Es begann in Wien. Da feierte "Pygmalion", ein komödiantisches Bühnenstück von George Bernhard Shaw, in der Übersetzung von Siegfried Trebitsch im Oktober 1913 seine Welturaufführung am Burgtheater. Obwohl das Stück wegen seiner exzessiven Nutzung von Schimpfwörtern einen Skandal auslöste, wurde es enorm erfolgreich. Schon 1935 und 1938 gab es die ersten Verfilmungen. Shaw erhielt 1938 für sein Drehbuch sogar einen Oscar.

1954 entwickelten Frederick Loewe (Musik) und Alan Jay Lerner (Buch) aus dem Bühnenstück das Musical "My Fair Lady", das im März 1956 am Broadway Weltpremiere feierte. Die Hauptrollen der einfachen Blumenverkäuferin Eliza Doolittle und des selbstherrlichen Sprachwissenschaftlers Professor Henry Higgins spielten Julie Andrews (88) und Rex Harrison (1908-1999). Das Stück wurde zum Broadway-Renner und auch im Londoner Westend sorgte es für Furore. Andrews und Harrison spielten fast vier Jahre lang in New York und London das gegensätzliche Pärchen.

Als 1963 die geplante Verfilmung verkündet wurde, rechnete jede:r damit, dass beide ihre Rollen auch im Kinofilm übernehmen würden. Aber es kam anders.

Chaos bei der Wahl der Hauptdarsteller

Warner Bros. hatte die Filmrechte für 5,5 Millionen Dollar erworben. Boss Jack Warner wollte keine Risiken eingehen und Stars in den Hauptrollen. Zwar war Rex Harrison ("Mitternachtsspitzen", 1960) durchaus einer, aber Warner wollte Cary Grant, denn der war der Superstar der damaligen Zeit ("Der unsichtbare Dritte", 1959). Aber Grant lehnte nicht nur ab, sondern machte sich für Harrison stark: Er werde den Film nie anschauen, sollte nicht Harrison die Higgins-Rolle übernehmen. Die Warner-Chefs lenkten ein.

Aber bei der weiblichen Hauptrolle ließen sich die Finanziers nicht beirren. Ihnen war Julie Andrews, die bis dato keinerlei Filmerfahrungen hatte, schlicht zu unbekannt. Deshalb warben sie Audrey Hepburn an. Die hatte schon 1954 den Oscar erhalten ("Ein Herz und eine Krone"), hatte 1955 den Golden Globe als "weltweit beliebteste Kinoschauspielerin" gewonnen und 1962 mit "Frühstück bei Tiffanys" Oscar-nominiert geglänzt. Wie Hepburn später in einem Interview erzählte, wäre nach ihr Elizabeth Taylor die zweite Wahl gewesen - und erst danach, wenn überhaupt, Julie Andrews zum Zuge gekommen.

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Keine Fehlbesetzung: Audrey Hepburn machte "My Fair Lady" zum Erfolg

Die Darstellerwahl blieb nicht das einzige Problem. Die Gesangsaufnahmen gestalteten sich bei beiden Hauptakteuren schwierig. Harrisons Sprechgesang führte dazu, dass er als erster Schauspieler, bei dem ein drahtloses Mikrofon für Aufnahmen genutzt wurde, in die Geschichte des Films einging.

Hepburns Gesang wurde zwar aufgenommen, dann aber nachbearbeitet. Zwar hatte Hepburn eisern und diszipliniert an ihrer Stimme gearbeitet und fleißig Unterricht genommen, letztlich aber schien Regisseur Cukor das Ganze doch zu dünn. Er ließ fast alle Hepburn-Spuren durch die Sängerin Marni Nixon ersetzen. Hepburn sagte später, dass sie die Rolle wohl nicht angenommen hätte, wenn sie geahnt hätte, wie wenig von ihrem Gesang im fertigen Film landen würde.

Trotz des Erfolgs an der Kinokasse hatte der Film folgen. Es blieb die einzige Zusammenarbeit von Hepburn und Harrison, der sich ziemlich uncharmant über Hepburn Gesangsfähigkeiten ausgelassen hatte und erst spät eingestand, dass vor allem sie es war, die dem Film den großen Erfolg bescherte. Hepburn trat in keiner weiteren Musicalverfilmung auf. Überhaupt spielte sie nach "My Fair Lady" nur noch in acht Filmen auf, bevor sie sich aus dem Filmgeschäft zurückzog. Ein Kassenmagnet und Fan-Liebling blieb sie trotzdem: 1967 erhielt sie für "Warte, bis es dunkel ist" ihre insgesamt fünfte Oscar-Nominierung.

Oscar-Happy End für Julie Andrews

Und Julie Andrews? Die für den Kinofilm ausgebootete Original-Eliza erlebte - pikanterweise - ihr persönliches Happy End schon 1965. Bei der Oscar-Verleihung, bei der Audrey Hepburn außen vor blieb, trat sie nicht nur auf, sondern gewann auch.

Sie erhielt die Gold-Statuette für ihr Film-Debüt, das Musical "Mary Poppins" - mit ihrer Original-Gesangsstimme. Andrews gewann im selben Jahr für "Mary Poppins" auch einen Golden Globe und einen Grammy. Die Rolle (und ihre Stimme) wurden der Türöffner für ihre Weltkarriere.

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