Teilen
Galileo

Calisthenics - Streetworkout

Staffel 2013Episode 23630.08.2013 • 19:05

Sie trainieren bei jeder Temperatur und mit allem, was sie auf der Straße finden - Gerüste, Gitter, Vorsprünge. Calisthenics oder Street Workout hat seinen Ursprung in den Ghettos in New York. Nun soll der weltweite Fitnesstrend soll nun auch in Deutschland Fuß fassen. Wir haben den deutschen Calisthenics-Pionier Dennis Ratano bei seiner Mission begleitet, die noch junge Bewegung in Deutschland zu etablieren.

Der neue Trend: So funktioniert das Streetworkout Calisthenics

Calisthenics, auch Streetworkout genannt, liegt aktuell ganz im Trend bei den Sportlern, die das harte Training lieben. Calisthenics klingt spannend, der Duden übersetzt es schlicht mit Gymnastiklehre/Freiübungen. Damit ist das Geheimnis entschlüsselt: Calisthenics ist Training im Freien. Das bedeutet, der Trainierende ist vollständig unabhängig von Öffnungszeiten oder seinem aktuell geografischen Standort – es kann zu jeder Zeit und überall trainiert werden. Dabei ist ein ganzheitliches Trainingsprogramm kein Problem, denn Calisthenics bietet die unterschiedlichsten Übungen, die auch individuell anpassbar sind. Als Trainingsgerät wird genommen, was sich bietet, vom Fahrradständer bis hin zum Straßenschild ist alles dabei. Auch Gewichte sind nicht erforderlich, trainiert wird mit dem eigenen Körpergewicht.

Extreme Calisthenics – ein Sport für Anfänger?

Natürlich kann jeder Calisthenics machen, doch dieses Streetworkout hat es in sich. Nicht allein bei jedem Wetter, sondern auch mit gewaltigem Kraftaufwand trainieren die Profis tagtäglich ihre Körper. Klassische Trainingseinheiten beim Calisthenics sind Sit-ups, Liegestütze und Klimmzüge; bei den Vollprofis wird daraus dann schon mal ein Muscle-up – der Klimmzug wird ausgeweitet; der Körper über Stangenhöhe gedrückt.

Wer mit Calisthenics starten möchte, kann mit einfachen Übungen beginnen: stretchen, dann bis zum ersten Übungspunkt joggen und dort mit leichteren Trainingseinheiten wie dem Froschstand, dem schrägen Stütz (eine abgewandelte Form des Liegestützes) und vielleicht Handstand starten. Täglich wiederholt, wird der Körper stetig gekräftigt, die Muskulatur aufgebaut und weitere Übungen sind möglich. Bei kontinuierlichem Training können immer extremere Trainingseinheiten gewählt werden bis man den Profistatus erreicht hat. Dann kann es weitergehen – mit Extreme Calisthenics.

Ursprung des Work-Trends: New York

Viele unsere Trends haben ihren Ursprung in Amerika, so auch Calisthenics. Dieses Workout stammt aus New York und wurde aus Mängeln geboren. Mangel an Geld, Mangel an Trainingsgeräten, Mangel an Unterstützung. Doch wer will, der kann, und so haben sich die Sportler ihren eigenen Parcours gesucht. Gefunden haben sie die ganze Stadt. Ihre Devise: Ob an Ampeln, an Gerüsten oder auch Betonmauern, trainieren kann man überall und Hochleistungssport ist für jedermann möglich. Aus dieser Bewegung wurde schnell ein Trend und dank YouTube können wir uns die Pioniere des Calisthenics nun selbst einmal ansehen.

Calisthenics Workout: Parks und Vereine in Deutschland

Streetworkout ist als Leistungssport für immer mehr Menschen interessant. Dem Training förderlich sind öffentliche Trainingsgeräte und bestenfalls ganze Trainingsparks. Städte und Gemeinden haben inzwischen reagiert und bieten Geräte und Parks für jedermann kostenfrei an. Hamburg, Berlin und München – nicht nur die großen Metropolen bieten Calisthenics Parks. Wer einen Trainingsparcours sucht, findet sicherlich auch einen in seiner Umgebung. Ebenso wie Gleichgesinnte. Calisthenics kann man allein, aber auch in der Gruppe betreiben oder aber auch regulär im Verein. Für welche Variante man sich entscheidet, hängt vom eigenen Trainingsstil ab; ist man der einsame Wolf oder doch eher der Duellant? Jeder findet bei diesem Streetworkout seine persönliche Nische und kann dabei vollständig unabhängig bleiben.

Ist Calisthenics auch was für Frauen?

Wer sich Bilder und Videos zum Thema Calisthenics angesehen hat, dem mag aufgefallen sein, dass hauptsächlich Männer in diesen Medien auftauchen. Machen Frauen also kein Calisthenics? Doch, sie tun es, sie sind nur nicht so präsent in der Öffentlichkeit wie ihre männlichen Kollegen. Tatsächlich gibt es neben der Weltmeisterschaft für Männer auch eine Frauen-Weltmeisterschaft im Calisthenics.

Frauen, die sich für Calisthenics entscheiden, verbinden die Workouts häufig mit etwas mehr Akrobatik, und ihre Bewegungen wirken eher ästhetisch als auf reine Kraft ausgerichtet, doch das Training ist nicht weniger hart und intensiv als das der Männer.