Galileo

Playlist

Galileo

Flixbus: 4 Gründe, warum Fernbusfahrten so billig sind

Folge 134 Staffel 2017

Von Köln nach Berlin für nur 15 Euro, München - Hamburg 23 Euro und nach Barcelona geht es für knapp 40 Euro. Fernbusreisen, zum Beispiel mit Flixbus sind für viele eine wirklich gute und günstige Alternative. Galileo hat die Gründe recherchiert, warum Busfahren so billig sein kann.

18.05.2017 19:05 | 10:10 Min | © ProSieben

Flixbus übernimmt gut 90 % aller deutschlandweit anfallenden Fernbusfahrten und bedient dabei ein Streckennetz mit 150 000 Verbindungen pro Tag. Insgesamt fährt Flixbus mit seinen Fahrzeugen 1 000 verschiedene Ziele auf dem europäischen Kontinent an, wobei pro Jahr rund 20 Millionen Passagiere transportiert werden. Diese sind vor allem deshalb so gern mit dem Bus unterwegs, weil sie so bei jeder Fahrt bares Geld sparen können. In diesem Zusammenhang locken vor allem die günstigen Angebotspreise, mit denen Unternehmen wie Flixbus werben. Die Strecke beispielsweise von Köln nach Berlin ist mit 15 Euro ein so unschlagbar günstiges Angebot, dass selbst Billigflieger wie der Konsumgigant Ryanair nicht mithalten können. Dahinter steckt allerdings ein ausgeklügeltes Preissystem, das bereits von den Frühbuchertickets bei der Deutschen Bahn bekannt ist: Nur eine begrenzte Anzahl an Tickets ist für den beworbenen Angebotspreis erhältlich. Sobald die zugehörigen Plätze im Flixbus besetzt sind, schnellt der Preis in die Höhe und kann gut und gern das Doppelte bzw. an besonders begehrten Fahrtagen auch schon einmal das Dreifache betragen. Das Preissystem, das auf einem komplizierten Algorithmus basiert, ist entsprechend der erste Grund dafür, dass Flixbus seine Fahrten so günstig anbieten kann.

Das Streckennetz punktet bei Flixbus gleich mehrfach

Neben dem selbstentwickelten und absolut neuartigen Preissystem, an dem bei Flixbus regelmäßig 150 Mitarbeiter weiter tüfteln, ist es vor allem das Streckennetz, das Flixbus zu seinem Erfolg verholfen hat. Insgesamt rund 1 000 Ziele werden in ganz Europa angefahren. Der besondere Clou: Viele dieser Ziele lassen sich mit anderen Verkehrsmitteln wie etwa der Bahn oder dem Flugzeug normalerweise nicht ohne Umsteigen erreichen. Die Erweiterung des eigenen Netzes fand bei Flixbus innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums statt, weil der Anbieter schon kurz nach dem eigenen Markteinstieg mehrere Konkurrenzunternehmen übernahm und seitdem auch deren Strecken bedient.

Komfort und Qualität spielen eine Rolle

Manch einer möchte vielleicht meinen, dass bei einem derart niedrigen Reisepreis Komfort und Co. auf der Strecke bleiben würden. Das ist bei Flixbus aber keineswegs der Fall. Dem Unternehmen ist es wichtig, dass sich seine Reisenden während der Fahrt wohlfühlen, denn in Kombination mit dem attraktiven Preis ist das der wichtigste Faktor, damit die Fahrgäste auch zukünftig wieder bei Flixbus buchen. Deshalb verwöhnt der Fernbusanbieter seine Kunden mit Annehmlichkeiten wie WLAN, einer Toilette und einem relativ großen Sitzabstand. Auf eine besondere Ausstattung wie etwa eine Business-Class wird dagegen derzeit noch verzichtet. Der wichtigste Grund aber dafür, dass Flixbus so günstige Preise anbieten kann, ist die Tatsache, dass das Unternehmen selbst gar keine eigene Fahrzeugflotte besitzt. Stattdessen werden lediglich andere Busunternehmen unter Vertrag genommen, die dann wiederum die Strecken für Flixbus unter deren Flagge fahren. Die Verantwortung für die Wartung der Busse sowie auch für den Transport der Passagiere wird dementsprechend abgegeben. Flixbus übernimmt dagegen die Werbung sowie den Ticketverkauf und sichert sich so bei den größten Fernbus-Anbietern im Vergleichstest die Pole-Position.