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Urlaubspiraten und Co.: Wie kommen die günstigen Reiseangebote zustande?

Staffel 2017Episode 26124.09.2017 • 19:05

Urlaub für jeden Geldbeutel: Wie kommen eigentlich die billigen Reiseangebote von Urlaubspiraten und Co. zustande?

Für unter 200 Euro ein Wochenende auf Malta? Wie machen die Urlaubspiraten das?

Recherche, Recherche, Recherche. Die Plattform Urlaubspiraten arbeitet mit einem Mitarbeiterstamm von ca. 200 Personen verteilt auf 33 Nationen. Tagtäglich arbeitet das Team daran, die besten Reiseangebote aus dem Netz zu fischen und auf der eigenen Seite zu präsentieren. Dabei kann es sich um Restplatzangebote handeln, um Schnupperangebote oder auch um falsch bepreiste Reisen oder Flüge.

Daher ist das Angebot jederzeit unterschiedlich und bestens geeignet für flexible Urlauber. Hat man sich einen konkreten Ort und eine feste Zeit ausgesucht, ist die Wahrscheinlich nicht ganz so hoch, auf einer Plattform wie dieser das passende – und günstige – Angebot zu finden.

Wer jedoch Lust auf Abenteuer hat und sich einfach die Welt zu möglichst günstigen Preisen ansehen möchte, der findet tagtäglich viele neue Angebote bei den Urlaubspiraten.

Was steckt hinter einer Plattform wie den Urlaubspiraten?

Neben einem motivierten und gut ausgebildeten Team gehört natürlich noch mehr dazu, blitzschnell die besten Urlaubsschnäppchen im Netz zu finden.

Sogenannte Crawler, Spider oder auch Searchbots machen es möglich. Dabei handelt es sich um Programme, die im Auftrag ihres Programmierers permanent oder auch zu festgelegten Zeiten das Netz automatisch nach speziellen Stichworten durchforsten und die Ergebnisse präsentierten. Um diese Ergebnisse auszuwerten, braucht es dann allerdings noch einen Menschen, der gute von weniger guten Resultaten trennt.

Crawler müssen nicht in jedem Fall selbst geschrieben werden, es gibt auch die Möglichkeit, auf fertige Produkte zurückzugreifen und diese für die eigenen Anforderungen einzusetzen.

Haben die Urlaubspiraten denn schon nennenswerte Konkurrenz?

Tatsächlich sind inzwischen einige andere Anbieter auf diesen Zug aufgesprungen und bieten ebenfalls Reiseschnäppchen im Netz an. Ob MyDealz, Urlaubsguru oder Travelzoo – alle möchten ein Stück vom Kuchen abbekommen.

Dieser stärker werdende Wettbewerb lässt die Reiseanbieter und Fluggesellschaften natürlich aufmerken und sogenannte „Error Fares“ (fehlerhafte Angebote) werden schnell behoben oder ganz ausgeschlossen durch tiefer gehende Kontrollen der Online-Angebote.

Dabei ist die Gewinnspanne für die Portale nicht unbedingt groß, wenn Error Fares oder andere günstige Angebote vermittelt werden, so ein Urlaubsguru-Mitarbeiter im Spiegel-Interview. Woher kommt also das Interesse, weitere Plattformen mit solchen Angeboten ins Netz zu stellen? Wie finanzieren sie sich, wenn nicht über die Vermittlungsgebühren? Im Interview mit der Gründerszene gibt David Armstrong, CEO der Holidaypirates Group, einen ersten Hinweis: Online-Traffic, also selbst generierte Besucherzahlen auf der eigenen Website, ist das Geheimnis. Müssen sonst Anbieter wie Reiseveranstalter oder Fluglinien hohe Werbekosten für Onlineanzeigen aufbringen, kommen die Besucher über die Urlaubspiraten quasi kostenlos herein – ein Umstand, der am Ende natürlich doch honoriert wird.

Warum ist es wichtig, zu wissen, wie sich solche Plattformen finanzieren? Es geht um langfristige Authentizität. Steht eine Finanzierung aus soliden Beinen, besteht keine Notwendigkeit, unter die echten Schnäppchen Angebote zu mischen, die rein um der Vermittlung willen und weniger zugunsten des Kunden online gestellt werden.

Das sollte bei Billigreisen beachtet werden

Wer seinen Urlaub zum Schnäppchenpreis bucht, sollte nicht erwarten, dass grundsätzlich die gleichen Modalitäten gelten wie bei einer klassischen Pauschalreise. Das kann durchaus der Fall sein, muss aber nicht. Wichtig zu beachten ist, die eigene Reise abzusichern. Wird keine Reiserücktrittsversicherung angeboten, so kann man diese privat bei einer Versicherung seiner Wahl abschließen. Doch was ist, wenn, wie in der letzten Zeit leider öfter passiert, die Fluggesellschaft vollständig ausfällt? Bei einer über einen Reiseveranstalter gebuchten Pauschalreise hilft automatisch der Veranstalter und bucht die Reisenden zum Nulltarif um. Hat man seine Reise hingegen selbst organisiert, besteht in solchen Fällen häufig nur die Möglichkeit, einen neuen Flug zu buchen und aus eigener Tasche zu bezahlen. Daher lohnt es sich durchaus, Flugpreise zu vergleichen und vielleicht doch das etwas teurere Ticket einer großen Airline zu erwerben, anstelle das eines eines No-Name-Billigfliegers. Wie man sich entscheidet, liegt aber letztendlich im eigenen Ermessen.