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Das größte Pfandleihhaus

Im Pfandleihhaus geben Menschen bewegliche Besitztümer gegen Bargeld ab und können diese zu einem späteren Zeitpunkt wieder auslösen. Im größten Pfandleihhaus Deutschlands in Mannheim treffen wir zahllose Menschen mit unterschiedlichen Schicksalen, aber auch viele Schnäppchenjäger, die sich zu günstigen Preisen mit nicht wieder ausgelösten Gegenständen eindecken. Wir haben den Alltag im Pfandhaus einmal näher beleuchtet.

15.04.2009 19:10 | 12:27 Min | © ProSieben nutzt Material von Reuters und APTN

Schmuck und Uhren als Klassiker im Pfandhaus

Mittlerweile existieren viele verschiedene Arten von Pfandleihhäusern. Neben dem Auto- Pfandleihhaus ist das klassische Pfandhaus noch immer die erste Anlaufstelle für Menschen, die verschiedene Gegenstände möglichst schnell gegen Bargeld eintauschen wollen. Immer gern gesehen sind im Pfandhaus Schmuck und Uhren, weil diese in punkto Wertverlust besonders stabil sind. Gold- und Silberpreise steigen und selbst wenn ein Kunde seine abgegebenen Gegenstände nicht wieder auslöst, muss das Pfandleihhaus selbst keine Verluste befürchten. Viele Mitarbeiter in Mannheims Pfandhaus sind ausgebildete Goldschmiede, die sich mit der Schätzung von Uhren und Schmuck besonders gut auskennen. Sie prüfen die Funktionstüchtigkeit der abgegebenen Gegenstände und greifen bei der Wertfindung auf Kataloge zurück. Zudem müssen Kunden bei der Beleihung von hochpreisigen Gegenständen immer entsprechende Zertifikate und Rechnungen sowie einen gültigen Ausweis einreichen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Gegenstände nicht gestohlen wurden.

Die Hälfte des tatsächlichen Werts

Ein schneller Euro im Pfandleihhaus ist das, was viele Kunden sich wünschen. Teilweise kann es aber eine gewisse Zeit dauern, bis die Mitarbeiter im Pfandhaus den Wert eines Gegenstands genau bestimmt haben. Und dann bekommt der Kunde meist nur die Hälfte dieses Betrags ausgezahlt. Auf diese Weise wird das Pfandleihhaus vor Verlusten geschützt, falls der beliehene Gegenstand nicht wieder ausgelöst wird. Zudem erhebt das Pfandhaus Zinsen für die geliehenen Beträge: Pro Monat werden 3 % des Betrags fällig. Auf ein Jahr hochgerechnet, kommen so teilweise gewaltige Summen zusammen. Ein Kredit bei der Bank würde zwar deutlich bessere Konditionen mit sich bringen, aber viele Kunden des Pfandleihhauses sind bei den Banken als nicht kreditwürdig eingestuft. Außerdem schätzen sie die Flexibilität: Das Bargeld ist binnen kürzester Zeit verfügbar und sie können die geliehenen Beträge plus Zinsen zurückzahlen, wann sie möchten. Auch Verlängerungen der Fristen sind möglich.

Nicht alle Gegenstände werden akzeptiert

Während Schmuck und wertvolle Uhren im Pfandleihhaus immer gern gesehen sind, gibt es auch zahlreiche Gegenstände, die heutzutage nicht mehr akzeptiert werden. Dazu gehören beispielsweise Kleidungsstücke sowie die meisten Dinge aus dem Bereich Unterhaltungselektronik. Auch Laptops und Computer werden nicht mehr angenommen, weil die sensiblen Daten auf den Festplatten es schwierig machen, die Geräte anschließend weiterzuverkaufen, falls der Kunde die beliehenen Gegenstände nicht mehr abholt. Außerdem sind die Wertverluste bei derartigen Objekten zu groß und der Pfandleiher würde langfristig Verluste machen. Teilweise kommt es aber auch zu Angeboten, die dann von den Kunden abgelehnt werden. Gerade wenn es sich um sehr spezielle Gegenstände oder Elektronikartikel handelt, hat schon so mancher Besucher im Pfandleihhaus sein Gerät wieder mit nach Hause genommen, weil ihm der vorgeschlagene Betrag zu gering war. Ein gewöhnlicher Pfandvertrag läuft übrigens vier Monate plus Überziehungszeit. Wer seinen Vertrag anschließend nicht verlängert, stimmt automatisch zu, dass seine beliehenen Gegenstände auf einer Versteigerung landen. Händler, aber auch Privatmenschen können bei diesen Versteigerungen echte Schnäppchen schlagen. Übrigens: Werden Gegenstände mit Gewinn versteigert, kann der ehemalige Besitzer den Betrag abzüglich der Zinsen einfordern.