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Der Begriff Legasthenie leitet sich vom lateinischen Wort "legere" (deutsch: lesen) und dem Altgriechischen "asthéneia" (deutsch: Schwäche) ab. Allerdings steht Legasthenie, mitunter auch Dyslexie genannt, für Probleme mit beiden Aspekten der Schriftsprache, beschreibt also Störungen beim Erlernen des Lesens und des Schreibens.

Genetische Veranlagung

Laut Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie sind in Deutschland etwa 4 Prozent aller Schülerinnen und Schüler von Legasthenie betroffen, weltweit sollen es 5 bis 6 Prozent sein.

Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass eine genetische Veranlagung vorliegt, wobei dies bislang nicht eindeutig bewiesen werden konnte. Neurologische Erklärungen für die schriftsprachlichen Probleme lassen sich jedenfalls nicht finden.

LRS: Lese- und Rechtschreibstörung

Legasthenie-Betroffenen fällt es schwer, gesprochene Sprache in Schrift zu übertragen und geschriebene Sprache wieder ausgesprochen zu verarbeiten, wofür jedoch keine körperliche Ursachen vorliegen (z. B. Fehlsichtigkeit, Schwerhörigkeit).

Merkmale von Legasthenie sind u. a.:

  • Buchstabierprobleme (Schwierigkeiten beim Aufsagen des Alphabets, beim Benennen von Buchstaben und beim Reimen)
  • Leseprobleme (Auslassen, Verdrehen, Vertauschen, Ersetzen und Hinzufügen von Worten, Buchstaben und Silben, langsames Lesen)
  • Verständnisprobleme (Schwierigkeiten beim Wiedergeben des Inhalts und dem Verstehen von Zusammenhängen)

Verschiedene Arten von Lese- und Rechtschreibstörungen

Legasthenie, Dyslexia, Lese-Rechtschreib-Schwäche, Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten, Lese-Rechtschreib-Störung – all diese Bezeichnungen werden oft synonym verwendet, stellen jedoch eigentlich verschiedene Formen ähnlicher Probleme dar.

Die WHO unterscheidet offiziell:

  • Lese- und Rechtschreibstörung
  • isolierte Rechtschreibstörung
  • Rechenstörung
  • kombinierte Störung schulischer Fertigkeiten

Das Erscheinungsbild der Legasthenie ist nicht einheitlich gleich, weshalb Therapieansätze individuell unterschiedlich sein können. So haben Betroffene je nach Ausprägung der Störung verschiedenen Förderbedarf.

Legasthenie-Thema bei "Zervakis & Opdenhövel. Live."

Welche Herausforderungen gibt es für Menschen mit Legasthenie tagtäglich in unserer Gesellschaft? Dieser Frage geht "Zervakis & Opdenhövel. Live." in dieser Woche nach. Dafür zeigt #ZOL das Leben einer jungen Familie, deren Kinder beide eine Lese-Rechtschreib-Störung aufweisen.

Gästin und Gast zum Thema sind zudem Kai West Schlosser, der trotz Legasthenie Artdirector geworden ist, und Moderatorin und Sängerin Isabel Varell, deren Legasthenie in der Kindheit nicht erkannt wurde.

Das sind die weiteren Themen bei "Zervakis & Opdenhövel. Live." am Mittwoch, 8. Dezember 2021.