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"Erhebliche Einsparpotentiale"

Nach Queen-Berichterstattung: Lindner fordert Deckelung der Rundfunkbeiträge

  • Veröffentlicht: 20.09.2022
  • 17:33 Uhr
  • glö
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© dpa

Christian Lindner fordert eine Deckelung der Rundfunkgebühren. Die Berichterstattung zur Queen habe gezeigt, dass es "erhebliche Einsparpotentiale" gebe.

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Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) fordert, die Rundfunkgebühren einzufrieren. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) sagte der FDP-Politiker, dass ARD, ZDF und Phoenix "live und parallel vom Begräbnis der Queen aus London senden und mit jeweils eigenem Personal in London sind", belege anschaulich, dass es "erhebliches Einsparpotential" gebe.

Tatsächlich hatten ARD und ZDF insgesamt rund 50 Mitarbeiter aus Deutschland nach London geschickt. Beide Sender arbeiteten parallel und wechselten sich nicht etwa ab. Das geht aus einer Anfrage der Zeitung ans ZDF hervor. "Neben dem Team des ZDF-Studios in der britischen Hauptstadt kommen circa acht bis zehn Moderatoren, Reporter und Experten an verschiedenen Orten zum Einsatz", teilte der Sender der "NOZ" mit. Hinzu kämen weitere 20 bis 30 Mitarbeiter aus Produktion und Technik sowie Kameraleute und Ortskräfte.

Öffentlich-Rechtliche sorgten schon mit Personalaufwand bei CDU-Parteitag für Wirbel

Der NDR verstärkte demnach das 19-köpfige ARD-London-Studio um zehn weitere Mitarbeiter. "Diese zehn Personen sind – überschlagen – während der zehntägigen Trauerphase für die Queen vor Ort", so eine Sprecherin des NDR gegenüber "NOZ". Über die Kosten wollten beide Sender dem Bericht nach keine Angaben machen.

Der Finanzminister sieht in einer Deckelung der Preise eine massive Entlastung für die Bürger. "Die Gebührenerhöhungen auszusetzen, entlastet die Menschen in einer Zeit rapide steigender Preise", so Lindner. Es diene zugleich als Anreiz für die Anstalten, schlanker zu werden und sich auf ihren Kernauftrag zu konzentrieren. "Ich bin mir sicher, dass durch Kooperation hohe Summen gespart werden können, ohne dass sich dies am Programm negativ bemerkbar macht", sagte der FDP-Chef.

Bereits vor wenigen Wochen hatte der Personalaufwand der Öffentlich-Rechtlichen für Wirbel gesorgt. CDU-Chef Friedrich Merz kritisierte damals beim Unionsparteitag in Hannover, dass insgesamt 58 Redakteure von ZDF und ARD vor Ort waren.

Verwendete Quellen:

  • "Neue Osnabrücker Zeitung": Christian Lindner fordert Deckelung von Rundfunkgebühren
  • "Neue Osnabrücker Zeitung": Beerdigung der Queen im TV: Darum berichten ARD und ZDF parallel
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