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 Roter Planet

Mars-Kolonie: Warum 22 Menschen für eine Besiedlung des Planeten reichen würden

  • Aktualisiert: 21.02.2024
  • 05:13 Uhr
  • Peter Michael Schneider
Es der Simulation brauchte es anfangs 22 Kolonisten, damit ihre Anzahl während der 28 Jahre langen Besiedlung nicht unter zehn sank - das entscheidende Kriterium für den Erfolg einer Kolonie.
Es der Simulation brauchte es anfangs 22 Kolonisten, damit ihre Anzahl während der 28 Jahre langen Besiedlung nicht unter zehn sank - das entscheidende Kriterium für den Erfolg einer Kolonie.© NASA / Pat Rawlings

Um den Roten Planet dauerhaft zu besiedeln, sind nur wenige Menschen nötig. Das haben Forschende jetzt berechnet. Warum es dafür nur so wenig Personal braucht und was eine erfolgreiche Kolonie auf dem Mars ausmacht, das erfährst du hier.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Elon Musk möchte Tausende Menschen zum Mars transportieren, damit diese den Roten Planeten besiedeln. Doch braucht es dafür so viele?

  • Tatsächlich reichen nur 22 Astronauten und Astronautinnen, so eine Studie. Wissenschaftler:innen haben dafür eine Mars-Kolonie am Computer durchgespielt.

  • In der Simulation war das wichtigste Kriterium, dass die potenziellen Siedler einen angenehmen, freundlichen Charakter aufweisen.

Im Video: So klingt es auf dem Mars

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Wichtigste Kolonisten-Eigenschaft: Verträglichkeit

Die wichtigste Charaktereigenschaft im Weltraum: nett sein.
Die wichtigste Charaktereigenschaft im Weltraum: nett sein.© NASA/ESA

In der Simulation besonders wichtig war der Charakter der Kolonisten. Je verträglicher die Marssiedler:innen, desto höher waren ihre Überlebenschancen und auch der ganzen Kolonie. Umgekehrt sanken ihre Chancen, wenn sie sich sozial nicht einfügten und keinen Stress aushielten.

Was ist überhaupt wichtig, um auf dem Mars zu überleben?

👩‍🚀 Um zu wissen, was für eine Computer-Simulation einer Mars-Kolonie wichtig ist, befragten Wissenschaftler:innen der George Mason University in der US-Hauptstadt Washington Astronaut:innen der Internationalen Raumstation und Forschende, die monatelang in einer engen Station in der Antarktis lebten.

🛏️ Heraus kam unter anderem, dass es den Menschen wichtig ist, auf engem Raum abseits der Zivilisation wenigstenn im eigenen Bett zu schlafen - also ein Minimum an Privatsphäre.

👶 Apropos: Damit ein Kolonie überlebt, dürfen die Siedler aber nicht nur allein ins Bett. Sie müssen sich auch vermehren.

☢️ Ungelöst ist das Problem der Weltraumstrahlung. Schon nach vier Jahren auf dem Mars bekommen Kolonisten eine Strahlendosis ab, die als bedenklich gilt.

☀️ Die Kolonist:innen müssen laut der Studie am besten aufbrechen, wenn die Sonne besonders aktiv ist. Denn  ihre Sonnenwind hält die noch gefährlichere Strahlung aus dem tiefen Weltraum auf.

🧑‍🔬Um zu untersuchen, wie sich Menschen unter realen Bedingungen verhalten, sind vergangenes Jahr vier Test-Marsianer in die Forschungsstation "Mars Dune Alpha" im US-Bundesstaat Texas gezogen und sollen dort ein Jahr leben

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Bedingung: regelmäßiger Nachschub von der Erde

Die Siedler brauchten regelmäßig Nachschub per Raumschiff
Die Siedler brauchten regelmäßig Nachschub per Raumschiff© NASA

Frische Kolonist:innen waren in dem marsianischen Siedlerspiel nur alle eineinhalb Jahre erlaubt - und auch nur maximal vier. Zudem durfte der Nachschub von der Erde nicht ausbleiben - auch wenn die Wissenschaftler:innen in der Simulation vereinzelt ein Versorgungs-Raumschiff abstürzen ließen, um die Auswirkungen solcher Nachschuengpässe zu untersuchen.

Mars-Kolonie: So wurde die Anzahl der Siedler:innen berechnet

  • Für ihre Studie haben die Spezialist:innen für computergestützte Simulationen virtuelle Marskolonien mit unterschiedlich viele Kolonist:innen durchgespielt. Die Siedlung sollte mindestens 28 Jahre bestehen.
  • Im Computer-Modell gab es zwei Typen von "Agenten" genannte Faktoren. Auf der einen Seite die Neu-Marsianer, auf der anderen alles, was diese umbringt, oder verhindert, dass die Kolonie funktioniert: Kälte, Hunger, Krankheiten, Unfälle.
  • Um das Model zu vereinfachen, setzen die Forscher:innen voraus, dass die Kolonie bereits fertig gebaut war und die Kolonisten Essen, Trinken sowie die Energie vor Ort produzierten.
  • Staub auf den Solarpaneelen und der Wechsel von Tag und Nacht machen es schwer, auf dem Mars ausreichend Energie zu gewinnen. Daher nutzten die imaginären Kolonisten eine thermonukleare Batterie, die bereits den Mars-Rover Perseverance antreibt.
  • Aber Achtung: Bei der Studie "An Exploration of Mars Colonization with Agent-Based Modeling" handelt es sich um eine sogenannte Vorveröffentlichung. Sie ist noch nicht von Fachkollegen geprüft worden.
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Häufige Fragen zum Thema Mars besiedeln

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