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Armutswerte unverändert

Armut in Deutschland: Rund 21 Prozent im Jahr 2022 betroffen

  • Veröffentlicht: 16.05.2023
  • 13:31 Uhr
  • Clarissa Yigit
Rund 17,3 Millionen Menschen (20,9 Prozent der Bevölkerung) waren im Jahr 2022 von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.
Rund 17,3 Millionen Menschen (20,9 Prozent der Bevölkerung) waren im Jahr 2022 von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht.© Foto: Gerald Matzka/dpa

20,9 Prozent der Bevölkerung in Deutschland war im Jahr 2022 von Armut oder soziale Ausgrenzung betroffen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Im Jahr 2022 waren rund 17,3 Millionen Menschen in Deutschland von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen.

  • Armutsgefährdet waren 14,7 Prozent, von erheblicher materieller und sozialer Entbehrung betroffen 6,1 Prozent und 9,7 Prozent lebten in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung.

  • EU-weit lag Deutschland im Jahr 2021 mit knapp 21 Prozent unter dem EU-Durchschnitt von 21,7 Prozent.

Armut und Ausgrenzung machen auch in einem Land wie Deutschland nicht halt. So waren in der Bundesrepublik im vergangenen Jahr rund 17,3 Millionen Menschen (20,9 Prozent der Bevölkerung) von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, wie das "Statistische Bundesamt" (Destatis) anhand von Erstergebnissen der Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) am Dienstag (16. Mai) mitteilte. Dabei bleiben die Werte gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert.

Ein EU-weiter Vergleich für das Jahr 2022 war bisher nicht möglich. Im Jahr 2021 lag Deutschland allerdings mit einem Anteil von 21 Prozent knapp unter dem EU-Durchschnitt von 21,7 Prozent.

Im Video: Altersarmut: Immer mehr Rentner auf Grundsicherung angewiesen

Ab wann gilt ein Mensch als arm?

In der Europäischen Union (EU) wird ein Mensch von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht, wenn:

  • das Einkommen unter der Armutsgefährdungsgrenze liegt.
  • der Haushalt von erheblicher materieller und sozialer Entbehrung betroffen ist.
  • die Person in einem Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung lebt.
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So sah es im Jahr 2022 aus:

Armutsgefährdungsquote (14,7 Prozent)

Als armutsgefährdet gilt ein Mensch, wenn dieser über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. Der Schwellenwert (netto) in Deutschland lag hierfür im Jahr 2022 bei:

  • 1.250 Euro im Monat (für eine alleinlebenden Person)
  • 2.625 Euro im Monat (für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren

Somit waren im Jahr 2022 rund 14,7 Prozent der Bevölkerung oder 12,2 Millionen Menschen (entspricht etwa jeder siebten Person) in Deutschland armutsgefährdet; 2021 waren es 16 Prozent.

Von erheblicher materieller und sozialer Entbehrung betroffen (6,1 Prozent)

Wenn die Lebensbedingungen aufgrund von fehlenden finanziellen Mitteln deutlich eingeschränkt sind, seien die betroffenen Personen von erheblicher materieller und sozialer Entbehrung betroffen. Sie können beispielsweise ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen, eine Urlaubsreise finanzieren oder abgewohnte Möbel ersetzen.

6,1 Prozent der Bevölkerung oder 5,1 Millionen Menschen waren von erheblicher materieller und sozialer Entbehrung betroffen; 2021 waren es 4,3 Prozent.

Haushalt mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung (9,7 Prozent)

In diesem Fall waren die Haushaltsmitglieder insgesamt sehr wenig oder nicht in den Arbeitsmarkt eingebunden.

9,7 Prozent der Bevölkerung unter 65 Jahren oder 6,1 Millionen Menschen lebten in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbsbeteiligung; 2021 waren es 9,5 Prozent.

  • Verwendete Quellen:
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