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Füllstände inzwischen bei über 90 Prozent

Auch ohne russisches Gas: Speicher gut gefüllt

  • Veröffentlicht: 20.09.2022
  • 09:36 Uhr
  • jot
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© Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Wegen der Energiekrise in Deutschland wird auf die aktuellen Gasspeicherstände so gespannt geschaut wie auf die Fußball-Bundesligatabelle. Und es gibt gute Nachrichten: Die Speicher sind mittlerweile zu mehr als 90 Prozent gefüllt. Wirtschaftsminister Habeck erlaubt sich etwas Optimismus.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Gasspeicher in Deutschland sind auch ohne russisches Gas gut gefüllt
  • Füllstände inzwischen bei mehr als 90 Prozent
  • Wirtschaftsminister Habeck sieht Chance, "gut über den Winter zu kommen"

Obwohl Russland inzwischen kein Gas mehr nach Deutschland liefert, sind die Gasspeicher hierzulande inzwischen zu über 90 Prozent voll. Wie aus Daten der europäischen Speicherbetreiber vom Montagabend hervorgeht, erreichten die Speicher am vergangenen Sonntag einen Füllstand von 90,07 Prozent - 0,32 Prozentpunkte mehr als am Vortag. 

Zum 1. November sollen die Gasspeicher zu mindestens 95 Prozent gefüllt sein. Das sieht eine Verordnung vom zuständigen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck vor. Die bei diesem Füllstand gespeicherte Gasmenge entspricht etwa dem bundesweiten Verbrauch im Januar und Februar 2022.

Gasspeicher zu mehr als 90 Prozent gefüllt

Doch warum sind die Speicher so wichtig für die deutsche Energiesicherheit? Sie gleichen Schwankungen beim Gasverbrauch aus und bilden damit eine Art Puffersystem für den Gasmarkt. Im Normalfall sind sie mit Beginn der Heizperiode im Herbst gut gefüllt. Bis zum Frühjahr nehmen die Füllstände dann ab. An kalten Wintertagen werden bis zu 60 Prozent des Gasverbrauchs hierzulande aus deutschen Speichern abgedeckt.

Die Bundesregierung von Kanzler Olaf Scholz versucht mit verschiedenen Maßnahmen zu erreichen, dass die Gasspeicher zu Beginn der Heizperiode möglichst voll sind. Die Bundesrepublik soll damit im Winter besser mit dem Totalausfall russischer Lieferungen zurechtkommen. Moskau hat als Reaktion auf die EU-Sanktionen wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine die Gaslieferungen in Richtung Westen nahezu eingestellt.

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Regierung setzt auf LNG-Terminals

Derzeit erhält Deutschland Erdgas über Pipelines aus Norwegen, den Niederlanden und Belgien. Zum Jahreswechsel sollen an der deutschen Nordseeküste die ersten beiden Terminals zur Anlandung von verflüssigtem Erdgas (LNG) in Betrieb genommen werden.

Eines der beiden künftigen Terminals in Lupmin in Mecklenburg-Vorpommern besuchte Wirtschaftsminister Habeck am Montag. Vor Journalisten sagte der Grünen-Politiker, er sehe für Deutschland die Chance, trotz fehlenden russischen Gases "gut über den Winter zu kommen". Eine Chance - das Wort schob der Grünen-Politiker noch einmal nach. Denn dafür müsse in Deutschland viel gespart werden, und man brauche "ein bisschen Glück mit dem Wetter". Aber immerhin: Nach eigener Aussage hätte er das vor ein paar Monaten noch nicht so gesagt.

Habeck: Auch ohne Russen-Gas gute Chance

Damit auch für den darauffolgenden Winter diese Chance besteht, setzt die Bundesregierung unter anderem auf den Import von Flüssigerdgas (LNG). Auch in Lubmin soll LNG anlanden und russisches Erdgas ersetzen, das dort noch vor Wochen über die Ostseepipeline Nord Stream 1 ankam. 

Ein vom Bund gechartertes schwimmendes Terminal soll etwa 30 bis 40 Kilometer vor Lubmin in der Ostsee befestigt werden und LNG von Tankern entgegennehmen. Eine noch zu bauende Pipeline soll das Gas bis nach Lubmin leiten, von wo aus es über weitere Pipelines verteilt werden soll. In der zweiten Hälfte des kommenden Jahres soll so die Kapazität für etwa fünf Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich bereitstehen.

Verwendete Quellen:

  • dpa
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