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Nach Protesten

Dänemark und Schweden wollen Koranverbrennungen einschränken

  • Veröffentlicht: 31.07.2023
  • 14:22 Uhr
  • Emre Bölükbasi

Brennende Koran-Exemplare vor Botschaftsgebäuden und massive Gegenproteste - Bilder solcher Vorfälle gehen seit Monaten um die Welt. Dänemark und Schweden wollen den Koranverbrennungen jetzt ein Ende setzen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Seit Monaten belasten die Koranverbrennungen in Dänemark und Schweden die Beziehungen beider Länder zu Staaten mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung.

  • Nun wollen beide Regierungen gegen diese Vorfälle vorgehen.

  • Schwedens Regierungschef begründet das Vorhaben mit der aktuellen sicherheitspolitischen Lage.

Dänemark und Schweden wollen nach den massiven Protesten von Muslimen gegen die umstrittenen Koranverbrennungen vorgehen. Am Sonntag (30. Juli) schrieb der schwedische Regierungschef Ulf Kristersson auf Instagram, er habe sich mit seiner Amtskollegin Mette Frederiksen über entsprechende juristische Einschränkungen ausgetauscht.

"Wir befinden uns in der schlimmsten sicherheitspolitischen Situation seit dem Zweiten Weltkrieg, und hier zu Hause wissen wir, dass sowohl Staaten, staatsähnliche Akteure als auch einzelne Personen die Situation ausnutzen können", begründete Kristersson das Vorhaben beider Regierungen.

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Stockholm folgt damit dem Beispiel Kopenhagens. Die dänische Regierung hatte bereits angekündigt, Rechtsmittel zum Verbot von Koranverbrennungen vor ausländischen Botschaften prüfen zu wollen. Religionen dürften kritisiert werden, sagte der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen. "Aber wenn man vor einer ausländischen Botschaft steht und einen Koran oder vor der israelischen Botschaft die Tora-Rolle verbrennt, dient das keinem anderen Zweck als der Verspottung." Dadurch aber werde die kollektive Sicherheit des Landes gefährdet, so der Minister.

Heftige Reaktionen aus der islamischen Welt

Die Koranverbrennungen der letzten Monate belasten zunehmend die Beziehungen zwischen Staaten mit mehrheitlich muslimischen Bevölkerungen und den beiden nordischen Staaten. Vor dem Hintergrund der Eskalationen im Zusammenhang mit den Koranverbrennungen tagt am heutigen Montag (31. Juli) die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC).

Besonders heftig waren die Reaktionen im Irak, dessen Regierung die schwedische Botschafterin auswies. Zuvor waren Demonstranten in Bagdad in die schwedische Botschaft eingedrungen und hatten Feuer gelegt.

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Besonders mit Blick auf den NATO-Bewerbungsprozess Schwedens erweisen sich die Koranverbrennungen als eine Gefahr. Aus Ankara kommt immer wieder klare Kritik an den schwedischen Behörden, die aus Sicht der Türkei keine Maßnahmen gegen derartige Vorfälle unternehme. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte etwa im Februar dieses Jahres auf den Einfluss der Koranverbrennungen auf das schwedische Beitrittsgesuch aufmerksam gemacht. "Solange ihr es zulässt, dass mein heiliges Buch, der Koran, verbrannt und zerrissen wird, werden wir nicht "ja" zu eurem NATO-Beitritt sagen", hatte er vor seinen Parteimitgliedern erklärt.

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