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trotz krise

Deutschlands Wirtschaft wächst überraschend stark

  • Aktualisiert: 25.11.2022
  • 11:34 Uhr
  • Joachim Vonderthann
Die deutsche Wirtschaft ist im Sommer überraschend gewachsen.
Die deutsche Wirtschaft ist im Sommer überraschend gewachsen.© Sina Schuldt/dpa

Trotz Teuer-Schock und Energiekrise zeigt sich die deutsche Wirtschaft überraschend robust. Im Sommer stieg das Bruttosozialprodukt um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Auch beim Konsumklima gibt eine leichte Aufhellung.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die deutsche Wirtschaft wächst im Sommer überraschend.

  • Das BIP kann um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal zulegen.

  • Experten erwarten aber weiter eine Rezession im kommenden Jahr.

Deutschlands Wirtschaft kommt bislang besser durch die Krise als erwartet. Im dritten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Freitag (25. November) mitteilte. In einer ersten Einschätzung war die Wiesbadener Behörde von einem Plus von 0,3 Prozent ausgegangen. 

Wirtschaft wächst überraschend

Die größte Volkswirtschaft Europas konnte somit trotz anhaltender Corona-Pandemie, Lieferengpässen, steigender Preise und des russischen Kriegs gegen die Ukraine wieder wachsen. Das war Deutschlands Wirtschaft bereits in den beiden ersten Quartalen (plus 0,8 Prozent und plus 0,1 Prozent) gelungen.

Das Sommer-Plus in den Monaten Juli bis September geht vor allem auf den privaten Konsum zurück. Trotz hoher Inflation und der Energiekrise nutzten die Verbraucherinnen und Verbraucher auch im dritten Quartal die Aufhebung fast aller Corona-Beschränkungen, um zum Beispiel mehr zu reisen und auszugehen, erläuterte das Statistische Bundesamt.

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Auch Konsumklima leicht verbessert

Generell bleibt die Verbraucherstimmung aktuell zwar auf niedrigem Niveau, es zeichnet sich aber eine leichte Besserung ab. Der Konsumklima-Index stieg von minus 41,9 Punkten im November auf minus 40,2 Punkte für Dezember, wie die Nürnberger Marktforscher GfK am Freitag bekannt gaben.

"Die langanhaltende Furcht der Verbraucher bezüglich explodierender Energiepreise hat sich aktuell etwas abgeschwächt", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. Solange Zweifel an einer problemlosen Energieversorgung bestünden und die Inflation hoch bleibe, werde sich das Konsumklima allerdings nicht spürbar und nachhaltig erholen. Die GfK hatte zwischen 3. und 14. November rund 2000 Verbraucher befragt.

Trotz des BIP-Zuwachses im dritten Quartal bleibt die Lage aber angespannt. Viele Ökonomen rechnen mit einem frostigen Winterhalbjahr in Europas größter Volkswirtschaft. Sie gehen von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung aus, erwarten aber keinen Konjunkturabsturz wie im Corona-Krisenjahr 2020. Damals war das Bruttoinlandsprodukt im Gesamtjahr um mehr als vier Prozent geschrumpft. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sagte zur aktuellen Wirtschaftslage: "Ich erwarte unverändert eine Rezession, mehr denn je aber keinen wirtschaftlichen Kollaps."

Rezession - aber kein Kollaps

Sorge bereitet insbesondere die hartnäckig hohe Inflation, die im Oktober auf 10,4 Prozent stieg. Hohe Teuerungsraten belasten Unternehmen und schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Die Menschen können sich für einen Euro weniger leisten. Das kann den Privatkonsum als wichtige Konjunkturstütze dämpfen. Zugleich dürfte die Abschwächung der Weltkonjunktur Volkswirten zufolge den Export unter Druck setzen.

Laut einer Prognose der Industriestaaten-Organisation OECD wird das weltweite Wirtschaftswachstum 2023 durch Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine ausgebremst. Das globale Wachstum dürfte demnach im kommenden Jahr nur noch bei 2,2 Prozent liegen. Das ist deutlich weniger als vor dem Krieg erwartet.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
  • Statistisches Bundesamt zum BIP
  • GfK zum Konsumklima
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