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"Schatzsuche" nach Meteoritenstücken in Brandenburg

  • Veröffentlicht: 27.01.2024
  • 15:39 Uhr
  • Nelly Grassinger
Ein mutmaßliches Meteoritenteil liegt in einem Papiertaschentuch. Das Bruchstück wurde von vier polnischen Meteoritensuchern auf einem Feld bei Ribbeck gefunden.
Ein mutmaßliches Meteoritenteil liegt in einem Papiertaschentuch. Das Bruchstück wurde von vier polnischen Meteoritensuchern auf einem Feld bei Ribbeck gefunden. © Cevin Dettlaff/dpa

Goldgräberstimmung in Brandenburg: Nachdem ein Asteroid verglüht ist, wurden offenbar gleich mehrere Teile des Himmelskörpers gefunden.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Vor wenigen Tagen ging über Brandenburg ein Mini-Asteroid nieder.

  • Spontan machten sich Forscher:innen und Sammler:innen auf den Weg, um nach Überresten des Himmelskörpers zu suchen.

  • Das Ganze sei eine Sensation für die Forschung, weil alles gut dokumentiert werden könne.

Ein Sammlerteam aus Polen hat höchstwahrscheinlich Stücke eines kürzlich niedergegangenen Mini-Asteroiden gefunden. Dieser war am Sonntag (21. Januar) bei Berlin mit einem weithin sichtbaren spektakulären Feuerball zu sehen gewesen und trägt den Namen 2024 BX1. Der nach einer ersten Prüfung echte Fund in der Nähe von Nauen im Havelland glich nach Einschätzung von Experten zunächst der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen. Doch dann gab es gleich noch mehr Funde, die nun geprüft werden.

Die in Brandenburg gefundenen Meteoriten stammen einem Fachmann zufolge tatsächlich von dem dort kürzlich niedergegangenen Mini-Asteroiden. "Am Anfang waren wir vorsichtig", sagte Jörn Helbert vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Samstag (27. Januar) dem RBB-Inforadio. Inzwischen sei aber klar, dass die Fundstücke auch wirklich Meteoritenteile sind.

Die Suche nach weiteren Teilen des Himmelskörpers soll zunächst weitergehen. "Jetzt werden wir übers Wochenende mit einer relativ großen Truppe draußen im Feld sein, die genau in der Region jetzt weitersuchen wird, um mehr Stücke zu finden."

Im Video: "Spektakel bei Nacht: Asteroid verglüht nahe Berlin"

Wertvolle Meteoritenstücke nahe Ribbeck

"Das hier ist in der Tat ein besonderer Fund", sagte der Kurator der Meteoritensammlung am Museum für Naturkunde Berlin, Ansgar Greshake, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Er gehöre zur Gruppe der Aubriten. "Dieses Material ist sehr selten." Der Fund sehe sehr frisch aus, die schwarze Kruste glänze.

Ein vierköpfiges Suchteam aus Polen hatte die Teile nach Angaben des Museums für Naturkunde gefunden. Zunächst hatte der "Spiegel" darüber berichtet. Der Fundort liegt in einem sogenannten Streufeld nahe Ribbeck im Havelland, das Forscher nach dem Verglühen des Asteroiden berechnet hatten. "Wir gehen davon aus, dass das jetzt ein Glücksfall war und zu den größten Stücken gehört, die im Streufeld liegen", sagte Geowissenschaftler Lutz Hecht vom Museum für Naturkunde. Das Ganze sei eine Sensation für die Forschung, weil alles vom Einschlag bis zur Auffindesituation gut dokumentiert werden könne.

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Die Forscher:innen des Museums und ihre Kooperationspartner:innen, darunter die Freie Universität Berlin und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, fanden dann aber selbst noch mehrere Steine. Sie hätten mutmaßliche Bruchstücke des Asteroiden entdeckt, beide fast walnussgroß, teilte das Museum mit. Die Stücke würden in den nächsten Tagen in Laboren des Museums auf ihre Zusammensetzung und auf die Herkunft untersucht.

Sensationsfund für die Forschung

Der Mini-Asteroid war Gegenstand zahlreicher Kommentare in sozialen Medien. Daraufhin machten sich viele Neugierige auf den Weg ins Havelland. Die Sammler aus Polen wollen ihre Funde verkaufen - das kann durchaus lukrativ sein, gerade bei einem ungewöhnlichen Fund.

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"Das ist natürlich eine hervorragende Nachricht", sagte Jörn Helbert. "Jetzt, wo die ersten Stücke gefunden wurden, sind wir sicher, dass wir sehr bald noch mehr finden". Er freue sich auf die Untersuchung eines so frischen Meteoriten. "Wir arbeiten gerade an der genauen Klassifizierung", sagte Helbert. "Je nach dem Typ des Meteoriten könnten sich hier starke Anbindungen an unsere derzeit aktiven Weltraum-Missionen ergeben".

Hoffnung besteht auch darin, dass sich Brandenburg im Namen des bisher nur 2024 BX1 genannten Asteroiden verewigt. Dafür sei "Ribbeck" wegen der Fundstellen ein Favorit, hieß es bei einer Pressekonferenz am Freitag.

  • Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur dpa
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