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Bye Bye Einweg

"Ende vom Einweggeschirr": BUND fordert Stärkung der Mehrweg-Angebotspflicht

  • Veröffentlicht: 27.04.2024
  • 08:55 Uhr
  • Kira Born
Der Umweltverband BUND fordert eine härtere Durchsetzung der Mehrweggeschirr-Pflicht in Deutschlands Gastronomie. Der Verband fordert ein betriebsübergreifendes System.
Der Umweltverband BUND fordert eine härtere Durchsetzung der Mehrweggeschirr-Pflicht in Deutschlands Gastronomie. Der Verband fordert ein betriebsübergreifendes System.© Felix Kästle/dpa

Recup, selbst mitgebrachte Aufbewahrung oder von der Gastronomie gestellte To-Go Behälter: Laut BUND muss damit Schluss sein. Der Verband fordert eine klare Durchsetzung der Mehrweg-Angebotspflicht und ein einheitliches System.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Umweltverband BUND kritisiert die mangelnde Umsetzung der Mehrweg-Angebotspflicht.

  • Der Bund für Umwelt und Naturschutz fordert ein einheitliches To-Go Geschirr-System für die Gastronomie.

  • Das Resümee der Erfolge der Mehrweg-Angebotspflicht fällt laut Expert:innen eher dürftig aus.

Seit dem 1. Januar 2023 gibt es in Deutschland die Mehrwegs-Angebotspflicht. Neben herkömmlichen Plastik-Einwegverpackungen muss seit dem auch eine Mehrwegverpackung angeboten werden. Doch geht diese dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) in Gestaltung und Umsetzung nicht weit genug: "Wir wollen das Ende von Einweggeschirr, gerade im To-Go-Bereich", sagt Janine Korduan, Referentin für Kreislaufwirtschaft von BUND, der Deutschen Presse-Agentur am Samstag (27. April).

BUND schlägt ein einheitliches System vor. Es soll ein Mehrweggeschirr geben, das in jedem Gastronomiebetrieb, der To-Go Produkte anbietet, zurückgegeben werden kann. Händler sollen so entlastet werden, da sie keine eigenes Mehrweg- und Rückgabe-System etablieren müssen. 

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Laut einer von BUND in Auftrag gegebenen Studie, spricht sich die Mehrheit der Deutschen auch für eine Mehrwegpflicht bei Gastronomiebetrieben aus - sofern eine schnelle und unkomplizierte Rückgabe gewährleistet ist, betont der Umweltschutz Bund. Seit der Einführung des Gesetztes vor mehr als einem Jahr beklagen die Umweltschützer:innen die mangelnde Umsetzung und fehlende Kontrolle bei der Einhaltung der Vorgaben: "Mehrweg ist lange noch nicht das neue Normal geworden, sondern bleibt so gut wie immer die Ausnahme", sagt Korduan. Oft stehe lediglich ein Mehrwegbecher in der Ecke - und schon gelte die Angebotspflicht als erfüllt, gab die BUND-Referentin gegenüber der dpa.

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Ebenso sprach sich der Bund gegen recycelbare Alternativen aus: "Recycelbare Verpackungen sind keine gute Alternative zu Mehrweg. Denn bei jedem Recyclingvorgang gehen jede Menge Energie und Material verloren. Hinzu kommt, dass nur etwa 30 Prozent des Plastiks in Deutschland recycelt wird", hieß es in einer Pressemitteilung des Umweltverbandes nach der Gesetzeseinführung. 

Der Verband schlägt ein einheitliches Mehrweggeschirr vor, das überall und zu jeder Zeit zurückgegeben werden kann. Unterschiedliche Systeme machen es, Janine Korduan zufolge, bisher unattraktiv, Mehrwegangebote zu nutzen. "Die Händler haben die finanziellen Ressourcen solche Strukturen aufzubauen und sollen die Verantwortung nicht auf die Kunden und Kundinnen abwälzen dürfen", meint die BUND-Mitarbeiterin.

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Bilanz der Mehrweg-Angebotspflicht: durchwachsen

Der zu verzeichnende Erfolg der Mehrweg-Angebotspflicht ist in Deutschland noch beschaulich. Die Bilanz nach mehr als einem Jahr Mehrweg-Angebotspflicht sieht Stefanie Henkel vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) durchwachsen: "Angebot und Nachfrage hängen maßgeblich vom Betrieb, vom Konzept und insbesondere von den Gästen ab", sagt Henkel. Die meisten Restaurants und Cafés registrierten demnach nur eine geringe Nachfrage von Mehrwegverpackungen. Der Verband kritisierte ebenfalls die zusätzlichen Kosten und den Mehraufwand für die Betriebe. 

Auch das Bundesumweltministerium drängt auf eine konsequente Umsetzung des Gesetzes. Viele Unternehmen seien ihren Pflichten im vergangenen Jahr teils vorbildlich nachgekommen. Wie überall gebe es aber auch "schwarze Schafe", die sich nicht an die gesetzlichen Pflichten halten oder versuchen, sie zu umgehen, teilte das Ministerium mit.

"Es sind daher weitere Anstrengungen notwendig, um Mehrwegsysteme zu stärken und so Verpackungsabfälle zu vermeiden", sagte ein Sprecher des Ministeriums gegenüber der dpa. Derzeit werde geprüft, ob weitere Maßnahmen zulässig und nötig sind.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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