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Verdrecktes Wasser

Gefährliche Krankheitserreger auf Plastikmüll in Flüssen entdeckt

  • Veröffentlicht: 02.11.2023
  • 17:19 Uhr
  • Stefan Kendzia
Gefahr aus dem Fluss: Auf Plastikteilen wurden potenzielle Krankheitserreger und Gene entdeckt, die Antibiotikaresistenzen auslösen können.
Gefahr aus dem Fluss: Auf Plastikteilen wurden potenzielle Krankheitserreger und Gene entdeckt, die Antibiotikaresistenzen auslösen können.© REUTERS

Die Plastikverschmutzung weltweit nimmt zu - auch in unseren heimischen Flüssen. Das ist ein riesiges Problem für Tier und Natur. Aber auch für den Menschen: Jetzt sollen potenzielle Krankheitserreger und Gene auf Plastik entdeckt worden sein.

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Tiere verenden elendig aufgrund von Plastik. Netze, Tüten, Mikroplastik und vieles mehr verseuchen die Umwelt regelrecht und sind pures Gift für Tiere und Natur. Eine neue Studie warnt jetzt auch vor einem Gesundheitsrisiko für Menschen. Denn Plastik scheint ein idealer Nährboden für krankheitserregende Mikroorganismen sein.

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Verwitterter Plastikmüll ist Nährboden für potenzielle Krankheitserreger

Autor:innen einer internationalen Arbeit, die soeben im Fachblatt "Microbiome" erschienen ist, berichten von einem gefährlichen Trend für den Menschen: Denn verwitterter Plastikmüll in Flüssen ist der Nährboden für potenzielle Krankheitserreger als auch antimikrobielle Resistenzgene. Genau das könnte nun zu einer Gefahr für Menschen werden.

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Auf diversen Kunststoffproben konnten die Wissenschaftler:innen potenziell krankheitserregende Bakterien nachweisen, die unterschiedlichste Infektionen auslösen können und teilweise gegen viele Antibiotika resistent sind, so "Spiegel". Faszinierend scheint der Unterschied zu sein zwischen "normalem" Plastik und künstlich verwittertem Material, das die Wissenschaftler:innen verwendeten: Auf dem künstlich gealterten Plastik kam besonders häufig das Bakterium Pseudomonas aeruginosa vor, welches zur Gruppe der weltweit gefürchteten Krankenhauskeime gehört und Lungenentzündungen verursachen kann.

Grund dafür könnte sein, dass zerfallende Kunststoffe größere Mengen an organischen Verbindungen freisetzen, die das mikrobielle Wachstum stärker fördern als neue Kunststoffe. Ebenso fanden sich bei den Bakterien auf den verwitterten Plastikfolien häufiger antimikrobielle Resistenzgene, die den Bakterien die Fähigkeit geben, gegen Antibiotika resistent werden zu können. Forscher:innen können den Grund dafür bislang nicht erklären. 

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