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Wasser-Engpässe drohen

Folge des Kohleausstiegs: Geht Berlin das Trinkwasser aus? 

  • Aktualisiert: 19.06.2023
  • 17:27 Uhr
  • Stefan Kendzia
Laut einer Studie des Umweltbundesamts droht Berlin und Brandenburg entlang der Spree eine empfindliche Trinkwasserknappheit.
Laut einer Studie des Umweltbundesamts droht Berlin und Brandenburg entlang der Spree eine empfindliche Trinkwasserknappheit.© Paul Zinken/dpa

Das Umweltbundesamt warnt vor Trinkwasserknappheit entlang der Spree und in Berlin. Grund soll das Ende der Braunkohleförderung in der Lausitz sein - denn dann werde viel weniger Grundwasser in die Spree gepumpt, so eine Studie des Amtes.

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Eine aktuell veröffentlichte Studie des Umweltbundesamts sieht die Trinkwasserversorgung in Berlin und Brandenburg und entlang der Spree gefährdet. In trockenen Sommermonaten könnte der Fluss bis zu 75 Prozent weniger Wasser führen, wenn aufgrund des Endes der Braunkohleförderung in der Lausitz deutlich weniger Wasser in den Fluss gepumpt würde, so die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Im Video: So trocken wie nie - ersten spanischen Orten geht das Trinkwasser aus

Sitzt die Spree bald auf dem Trockenen?

"In Berlin und Brandenburg könnte im schlimmsten Szenario das Wasser empfindlich knapp werden, wenn nicht entschlossen gegengesteuert wird. Die Länder Brandenburg, Berlin und Sachsen stehen vor entsprechenden Herausforderungen", so der Chef des Umweltbundesamts, Dirk Messner. Das große Problem: Die Spree hat über einhundert Jahre lang künstlich Wasser erhalten. Der Kohleabbau in der Lausitz machte es notwendig, Grundwasser abzupumpen und in den Fluss einzuleiten. Hört es mit dem Abbau auf, wird auch kein Wasser mehr eingeleitet.

Die Studie schlägt nun unter anderem vor, Talsperren und bestehende Wasserspeicher wie Seen auszubauen. Zusätzlich müsse man überlegen, wie sich Wasser aus anderen Regionen durch neue Rohrsysteme möglichst naturverträglich in die Spree pumpen ließe. Sparpotenzial sieht die Studie auch bei Haushalten, Industrie und Landwirtschaft.

Trotzdem: Die Wasserknappheit ist für Messner kein Grund, um aus dem Kohleausstieg auszusteigen: "Der Klimawandel ist das größte Problem, mit dem wir es zu tun haben. Er schafft schon heute Dürren und Wetterextreme. Der Kohleabbau war über Jahrzehnte schädlich für die Umwelt."

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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