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Angriffe mit Sprengsätzen und Schusswaffen

Frontrückkehrer greifen zur Waffe: Immer mehr Gewalttaten in Russland

  • Aktualisiert: 24.11.2022
  • 13:31
  • Lena Glöckner

Russland verzeichnet seit dem Angriffskrieg zunehmend Gewalttaten mit Sprengsätzen und Schusswaffen im eigenen Land. Insgesamt habe die Gewaltbereitschaft in der Bevölkerung zugenommen.

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Seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine haben Russlands Behörden im eigenen Land einen deutlichen Anstieg von Angriffen mit Sprengsätzen und Schusswaffen registriert. Zwischen Januar und Oktober stieg die Zahl von Verbrechen, bei denen solche Waffen oder Attrappen eingesetzt wurden, um fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das berichteten russische Medien am Mittwoch (23. Oktober) unter Berufung auf eine vom Innenministerium veröffentlichte Statistik.

Den größten Anstieg verzeichnete man demnach in den Grenzregionen Kursk und Belgorod, wo Russland immer Angriffe auf eigenes Staatsgebiet beklagt. Lokale Gouverneure machen die Ukraine dafür verantwortlich. Kiew äußert sich zu diesen Vorwürfen in der Regel nicht.

Anstieg in Moskau um 200 Prozent

Bemerkenswert ist allerdings die Zunahme von Verbrechen mit Waffen, Sprengsätzen und Attrappen in den beiden größten russischen Städten: Offenbar meldete Moskau einen Anstieg um mehr als 200 Prozent, St. Petersburg um mehr als 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Eine offizielle Erklärung dafür lieferte das Innenministerium nicht.

Insgesamt hat die Gewaltbereitschaft in der Bevölkerung laut russischer Medien zugenommen. So gab es häufig Meldungen über Heimkehrer von der Front, die auch bei Konflikten zu Hause zur Waffe griffen. Kremlkritische Medien berichten zudem, dass immer mehr Kriegsgegner Gebäude staatlicher und kommunaler Institutionen mit Molotow-Cocktails angreifen. Insbesondere bei der im September von Kremlchef Wladimir Putin angeordneten Teilmobilmachung kam es zu zahlreichen Protestaktionen.

Verwendete Quellen:

  • Mitteilung des russischen Innenministeriums
  • Nachrichtenagentur dpa
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