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In zahlreichen deutschen Städten

300.000 demonstrieren bundesweit gegen rechts: Für Sonntag weitere Proteste angekündigt

  • Veröffentlicht: 20.01.2024
  • 21:32 Uhr
  • Michael Reimers

Mindestens 300.000 Menschen haben am Samstag in zahlreichen deutschen Städten an Demonstrationen gegen Rechtsextremismus teilgenommen. Für Sonntag sind weitere Kundgebungen für die Demokratie geplant.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Am Wochenende 20./21. Januar finden bundesweit mehr als 100 Demonstrationen gegen Rechtsextremismus statt.

  • Allein am Samstag zählten diese mindestens 300.000 Teilnehmende.

  • Für Sonntag wird mit weiteren Kundgebungen gerechnet.

Allein in Frankfurt am Main und in Hannover kamen nach Angaben von Polizei und Veranstaltern am Samstag (20. Januar) jeweils 35.000 Menschen zu den Demonstrationen. Ein Motto war "Demokratie verteidigen". Der Frankfurter Römer war voller Menschen, die Transparente mit Aufschriften wie "Alle zusammen gegen den Faschismus" und "Kein Platz für Nazis" trugen.

Auch in anderen Städten kamen Zehntausende Menschen zusammen, um friedlich zu protestieren - etwa gegen ein Erstarken der AfD. Bis Sonntagabend werden bundesweit weitere Zehntausende Menschen bei Demonstrationen erwartet.

Stephan Weil: "Verteidigen wir unsere Demokratie"

In Hannover rief Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) die Menschen bei der Kundgebung dazu auf, im eigenen Umfeld klare Kante gegen rechts zu zeigen und für Menschenrechte und Demokratie einzutreten. "Verteidigen wir unsere Demokratie", appellierte er. Die Demonstrant:innen trugen Plakate mit Aufschriften wie etwa "Wir sind bunt" oder "Faschismus ist keine Alternative". In Braunschweig demonstrierten laut Polizei weitere etwa 15.000 Menschen.

In Dortmund gab die Polizei die Zahl der Teilnehmer:innen mit 30.000 an. In Wuppertal schätzte die Polizei die Zahl der Teilnehmer:innen auf etwa 10.000, in Recklinghausen auf circa 12.000. Dort stand die Demo unter dem Motto "Gemeinsam und solidarisch! Gegen Ausgrenzung, Hass und Hetze!".

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Stuttgart: "Alle zusammen gegen die AfD"

In Stuttgart versammelten sich die Menschen unter dem Motto "Alle zusammen gegen die AfD". Ein Sprecher des Veranstalters - das Bündnis Stuttgart gegen rechts - schätzte, dass etwa 20.000 Menschen demonstrierten, ein Polizeisprecher hielt das für möglich. Ebenfalls 20.000 waren es laut Polizei in Karlsruhe. Etwa 18.000 Menschen kamen nach Angaben der Polizei in Heidelberg zusammen.

In Kassel sprach die Polizei von 12.000 Teilnehmer:innen, das waren zwölfmal so viele wie erwartet worden waren. Teilnehmende trugen dort Plakate mit Aufschriften wie "Nazis und Antisemiten müssen ausgebürgert werden" und "Zusammen gegen Extremisten für Demokratie". Mehr als 12.000 Demonstrant:innen waren es laut Polizei auch in Gießen.

"Ganz Nürnberg hasst die AfD!"

Tausende Menschen gingen auch in Bayern auf die Straße, darunter laut Polizei mindestens 15.000 in Nürnberg. Sprechchöre riefen dort: "Ganz Nürnberg hasst die AfD!" In Erfurt waren es laut Polizei 9.000 Menschen, die Organisator:innen sprachen von 10.000. In Halle/Saale demonstrierten nach offiziellen Angaben rund 16.000 Teilnehmer:innen.

Bereits am Freitagabend war wegen des großen Menschenandrangs eine Demonstration gegen rechts und die AfD in Hamburg abgebrochen worden. Die Polizei sprach von 50.000 Teilnehmer:innen, die Veranstalter:innen gingen von 80.000 aus.

Im Video: Zeichen gegen Rechtsextremismus - Zehntausende bei Demo in Hamburg

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Sonntag folgen Demos in weiteren Städten

Bundesweit werden am Sonntag erneut Tausende Menschen bei Demonstrationen für Demokratie und gegen Rechtsextremismus erwartet. In München rechnet die Polizei mit bis zu 25.000 Menschen. In Köln erwartet das aus mehr als 50 Parteien, Organisationen und Initiativen bestehende Bündnis "Köln stellt sich quer" rund 10.000 Teilnehmer:innen. In Berlin ist für den Sonntagnachmittag (16 Uhr) ein Protest vor dem Bundestag geplant. Dazu aufgerufen hatte ein breites Bündnis unterschiedlicher Organisationen. Der Polizei zufolge sind 1.000 Teilnehmer:innen angemeldet.

In vielen weiteren deutschen Städten sind Kundgebungen und Demonstrationen geplant, unter anderem in Chemnitz, Dresden und Neubrandenburg. In Cottbus wird Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bei einer Demonstration am Vormittag (11 Uhr) erwartet.

Auslöser für die Proteste sind unter anderem die Enthüllungen des Recherchezentrums Correctiv über ein Treffen von Rechtsextremisten am 25. November 2023 in Potsdam, an dem AfD-Politiker sowie einzelne Mitglieder der CDU und der sehr konservativen Werteunion teilgenommen hatten. Der frühere Kopf der rechtsextremen Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, hatte bei dem Treffen nach eigenen Angaben über "Remigration" gesprochen.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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