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Drei weitere Erreger besorgniserregend

Infektionen in den USA steigen: Wie gefährlich ist der Pilz "Candida auris"?

  • Aktualisiert: 27.03.2023
  • 12:44 Uhr
  • Clarissa Yigit
Article Image Media

Der Hefepilz "Candida auris" breitet sich sehr schnell in amerikanischen Krankenhäusern aus. Übertragen wird der Erreger durch Schmierinfektionen. Für immungeschwächte Menschen kann eine Infektion mit dem Pilz tödlich enden.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Hefepilz "Candida auris" wurde zum ersten mal im Jahr 2009 in Japan im äußeren Gehörgang einer 70-jährigen Patientin nachgewiesen.

  • Übertragen wird der Erreger als Schmierinfektion.

  • Der Pilz kommt überwiegend in Krankenhäusern vor.

Der Pilz "Candida auris" breitet sich rasant in amerikanischen Gesundheitseinrichtungen aus, wie ZDF-"heute" unter Berufung auf Behörden des US-Gesundheitsministeriums schreibt. So hätten sich die Infektionsfälle seit dem Jahr 2021 (1.471 Fälle) fast verdreifacht (5.754 Fälle im Jahr 2022).

2.377 Personen mussten im Jahr 2022 mit einer Infektion des Erregers "Candida auris" im Krankenhaus behandelt werden.

In Deutschland sind seit 2015 rund 40 Fälle dokumentiert; circa die Hälfte davon sei allerdings in den letzten zwei Jahren aufgetreten.

Übertragung des Erregers

Erstmals wird der Hefepilz "Candida auris" im Jahr 2009 in Japan im äußeren Gehörgang einer 70-jährigen Patientin festgestellt.

Der Pilz taucht überwiegend in Krankenhäusern auf und wird als Schmierinfektion (von Mensch zu Mensch) oder über kontaminierte Oberflächen übertragen. Problematisch hierbei sei, dass der hartnäckige Erreger gegen einige Antimykotika-Medikamente zur Bekämpfung von Pilzbefall als auch manchen Desinfektionsmitteln resistent wäre.

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Gefahr für den Menschen?

Der Hefepilz kann durchaus für Patient:innen auf Intensivstationen oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem – etwa durch bestimmte Vorerkrankungen – gefährlich werden. Gelangt der Pilz in den Körper eines Menschen, kann dieser schwere Erkrankungen verursachen. Zudem könnten das zentrale Nervensystem, Organe, Knochen und die Augen befallen werden, wie ZDF-"heute" weiter schreibt.

Zudem kann "Candida auris" bei Infizierten in den Blutstrom gelangen. Dort könne er eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen. Daher enden rund 30 Prozent aller Infektionen mit dem Hefepilz im Körper tödlich.

Im allgemeinen bestehe allerdings kein Grund zur Beunruhigung. So hätten sich die meisten nachgewiesenen Fälle als sogenannte "Besiedlung" herausgestellt. Dies bedeutet, dass der Pilz  lediglich am Körper nachgewiesen wurde. Meist bedarf es dann keiner Behandlung.

Weltgesundheitsorganisation warnt vor 19 Pilzerkrankungen

Bereits im vergangenen Herbst hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor insgesamt 19 Pilzerkankugen gewarnt. Hierbei gelten – neben "Candida auris" – die Krankheitserreger "Cryptococcus neoformans", "Aspergillus fumigatus" und "Candida albicans" als lebensbedrohlich für Patient:innen mit geschwächtem Immunsystem.

Der "Cryptococcox neoformans" könne eine Hirnhautentzündung auslösen. Der "Aspergillus fumigatus" könne sich unter anderem in der Lunge einnisten und die "Candida albicans" befällt Schleimhäute im Mund, Rachen, Genitalbereich und Darm. Er sorgt bei Gesunden kaum für Probleme – für Immungeschwächte könne er aber gefährlich werden.

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