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Nahost-Konflikt

Israel: Krieg soll trotz Freilassung aller Geiseln weitergehen

  • Veröffentlicht: 31.05.2024
  • 10:47 Uhr
  • Stefan Kendzia
Zerstörung nach israelischen Luft- und Bodenoffensiven im nördlichen Gazastreifen.
Zerstörung nach israelischen Luft- und Bodenoffensiven im nördlichen Gazastreifen.© Enas Rami/AP/dpa

Israel lehnt ein Ende des Kriegs ab, auch wenn alle entführten Geiseln im Austausch für palästinensische Häftlinge freikommen sollten. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Die radikalislamische Hamas soll zu einem Austausch von Geiseln gegen palästinensische Gefangene bereit sein.

  • Gefordert werde dafür, dass Israel den Krieg und die Aggressionen gegen die Bevölkerung des Gazastreifens einstellt.

  • Allerdings sei Israel nicht bereit, den Krieg zu beenden, selbst wenn die Hamas alle Geiseln freigeben würde.

Die islamistische Hamas will eigenen Angaben zufolge eine "vollständige Einigung" über die Freilassung der aus Israel entführten Geiseln im Austausch gegen palästinensische Häftlinge mit Israel erreichen. Voraussetzung sei aber ein Ende des Gaza-Kriegs, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) mitteilt.

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Ein Ende des Krieges ist für Israel derzeit keine Option

Wird der Gaza-Krieg beendet, bekommt Israel alle entführten Geiseln zurück. Dies allerdings im Austausch mit palästinensischen Häftlingen. In dem Fall seien die Islamisten bereit, die Verhandlungen fortzusetzen und ein "umfassendes Austausch-Abkommen" zu erzielen. Dies hätten sie auch den Vermittlern mitgeteilt. Israel lehnt ein Ende des Kriegs bislang ab.

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Was mit "vollständige Einigung" gemeint war, ließen die Islamisten indes offen. Gemeint sein könnte, dass ein Austausch aller Geiseln gegen palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen auf einmal stattfinden soll - und nicht wie bislang geplant in mehreren Phasen. Allerdings: Israels nationaler Sicherheitsberater Tzachi Hanegbi sagte zu Angehörigen der Geiseln, dass die derzeitige Regierung nicht bereit sei, den Krieg zu beenden. "Diese Regierung wird keine Entscheidung über die Beendigung des Krieges gegen die Rückkehr aller Geiseln treffen", so Zitat Hanegbis in der "Süddeutschen Zeitung". "Wenn die Geiseln nicht innerhalb von Wochen oder wenigen Monaten zurückkehren, haben wir keinen Alternativplan", räumte Hanegbi ein. "Wir werden im Gazastreifen und im Norden weiter kämpfen, und erst dann werden wir die Lage neu bewerten".

Die indirekt geführten Gespräche über ein Abkommen zwischen Israels Regierung und der Hamas waren bereits in der Vergangenheit daran gescheitert, dass die Islamistenorganisation die endgültige Beendigung des Krieges durch Israel zur Bedingung einer auch nur teilweisen Geiselfreilassung gemacht hatte.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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