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Bertelsmann-Studie

Jugendliche ohne Abschluss: In diesen Bundesländern brechen die meisten ab

  • Veröffentlicht: 06.03.2023
  • 10:30 Uhr
  • Lena Glöckner

Noch immer beenden in Deutschland Zehntausende Jugendliche die Schule ohne einen Abschluss. Sie landen oft auf prekären Stellen im Arbeitsmarkt - und fehlen als Fachkraft.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Menschen ohne Abschluss landen häufig in prekären Beschäftigungsverhältnissen - und fehlen als Fachkraft.

  • Besonders gefährdete Gruppen: Jungen und Ausländer, wie eine Studie zeigt.

  • Das Schlusslicht bildet ein kleines Bundesland im Norden.

In Deutschland stagniert die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss. 2021 beendeten 47.500 junge Menschen ihre Schulzeit, ohne zumindest einen Hauptschulabschluss erworben zu haben, wie am Montag (6. März) aus einer Studie der Bertelsmann Stiftung hervorging. Dies entspricht einem Anteil von etwas mehr als sechs Prozent an allen gleichaltrigen Jugendlichen und hat sich damit seit 2011 nicht verändert.

Etwa 60 Prozent dieser Gruppe sind Jungen. Zudem sind Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft mit 13,4 Prozent fast dreimal so oft betroffen wie gleichaltrige Deutsche mit 4,6 Prozent. "Trotz positiver Entwicklungen in einzelnen Bundesländern ist es in den vergangenen zehn Jahren insgesamt nicht gelungen, den Anteil junger Menschen ohne Schulabschluss zu reduzieren", sagte Nicole Hollenbach-Biele, Bildungs-Expertin der Bertelsmann Stiftung.

In Bremen doppelt so viele ohne Schulabschluss wie in Bayern

Das sei besonders problematisch, weil die moderne Arbeitswelt immer komplexere Anforderungen stelle, hieß es. Wer ohne Abschluss die Schule verlasse, laufe eher Gefahr, in prekären Beschäftigungsverhältnissen zu landen. Dass Jugendliche ohne Schulabschluss kaum Chancen auf eine Ausbildung haben, belegen Daten aus dem jüngsten Berufsbildungsbericht. Demnach sind zwei Drittel der jungen Erwachsenen zwischen 20 und 34 Jahren ohne Schulabschluss auch ohne Berufsausbildung. Das hat Folgen: Die Arbeitslosenquote ist bei ungelernten Personen fast sechsmal so hoch wie bei Personen mit Berufsausbildung.

Verlassen in Bayern nur 5,1 Prozent aller Jugendlichen die Schule ohne Abschluss, sind es in Bremen mit zehn Prozent anteilig fast doppelt so viele. Größere Unterschiede lassen sich laut Studie zudem im Zeitverlauf erkennen: Während die Quote in Bremen, Rheinland-Pfalz und im Saarland seit 2011 gestiegen ist, ist sie in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und am deutlichsten in Mecklenburg-Vorpommern gesunken.

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Sachsen-Anhalt mit zweitgrößter Quote

Sachsen-Anhalt ist das Bundesland mit der zweithöchsten Quote an Jugendlichen, die ohne zumindest den Hauptschulabschluss zu erwerben, die Schule beenden. 2021 machten in Sachsen-Anhalt 1.671 Jugendliche keinen Abschluss. Das waren 9,6 Prozent der gleichaltrigen Bevölkerung im Land. In Sachsen gingen 2.793 Jugendliche ohne Abschluss ab (8,2 Prozent).

In der Bundeshauptstadt machten insgesamt 2.000 Schüler:innen keinen Abschluss (Anteil von 6,7 Prozent). Während in Brandenburg 2021 genau 1.390 Schüler:innen die Schule ohne Abschluss (6,5 Prozent) verließen, waren es in Hessen 3.125 Jugendliche (5,3 Prozent). Bundesweit lag der Anteil bei 6,2 Prozent.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters
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