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Im Ernstfall

Umfrage: Käme es zum Angriff, wäre jeder Zehnte zum Kriegsdienst bereit

  • Veröffentlicht: 10.02.2023
  • 15:47 Uhr
  • Clarissa Yigiti
Im Falle eines militärischen Angriffs auf Deutschland wäre laut einer Umfrage gut jeder zehnte Bundesbürger:in darauf eingestellt, sein Land mit der Waffe in der Hand zu verteidigen. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. 
Im Falle eines militärischen Angriffs auf Deutschland wäre laut einer Umfrage gut jeder zehnte Bundesbürger:in darauf eingestellt, sein Land mit der Waffe in der Hand zu verteidigen. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. © Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Auf Grund einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov würde jeder zehnte Bundesbürger sein Land im Kriegsfall mit der Waffe verteidigen. 24 Prozent würden lieber das Land verlassen.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Das Meinungsforschungsinstitut YouGov startete eine Umfrage bezüglich der Bereitschaft, Deutschland im Kriegsfall zu verteidigen.

  • Im Ergebnis kann jeder fünfte Bundesbürger:in mit einer Waffe umgehen.

  • Allerdings wäre nur jeder Zehnte zur Verteidigung mit einer Schusswaffe bereit.

"Einmal angenommen würde sich ein militärischer Angriff auf Deutschland abzeichnen, vergleichbar mit dem im Februar 2022 begonnenen russischen Angriff auf die Ukraine. Was glauben Sie, würden Sie persönlich in einer solchen Situation am ehesten tun?"

So lautete eine Frage, die vom Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) 2.000 wahlberechtigten Erwachsenen vorgelegt wurde. Die Antworten zeigten den Meinungsforschern keine signifikanten Unterschiede zwischen Menschen in Ost und West.

Im Video: Irritierend: Warum sucht die Bundeswehr jetzt Reservisten zum Panzerfahren?

Die Ergebnisse der Umfrage:

18 Prozent der befragten Bürger:innen hatten zu der Fragestellung entweder keine Meinung oder machten aus anderen Gründen keine Angaben.

Sein gewohntes Leben weiter zu führen würde jeder Dritte (33 Prozent) versuchen, wie die Umfrage ergab.

Fast jeder vierte Deutsche (24 Prozent) würde im Kriegsfall versuchen, das Land schnellstmöglich zu verlassen. Dabei entschieden sich für diese Option etwas mehr junge Menschen als Ältere.

Um anderweitig als im Kriegsdienst zu helfen beziehungsweise zu unterstützen, würde sich jeder Zehnte (11 Prozent) melden und vier Prozent der Teilnehmer:innen schlugen andere Handlungsmöglichkeiten vor. Für diesen Dienst erklärten sich in der Umfrage mehr Personen aus der Altersgruppe der über 60-Jährigen bereit.

Dass sie im Kriegsfall einberufen und gegebenenfalls für die Landesverteidigung ausgebildet würden, erwarten weitere sechs Prozent der Erwachsenen.

Freiwillig zum Kriegsdienst würden sich aber nur fünf Prozent der Deutschen melden.

Jeder zehnte Bundesbürger:in sei aber bereit, sein Land mit der Waffe in der Hand zu verteidigen.

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Jeder Fünfte beherrscht den Umgang mit einer Schusswaffe

Laut Umfrage würde etwas mehr als jeder fünfte deutsche Staatsbürger:in den Umgang mit einer Schusswaffe beherrschen. Bei diesen Menschen sei die Bereitschaft, sich freiwillig zum Kriegsdienst zu melden, zwar ebenfalls niedrig. Allerdings ist sie mehr als doppelt so hoch wie bei denjenigen, die nicht schießen können. Auch würde diese Personengruppe Deutschland im Falle eines Angriffskriegs etwas seltener verlassen als der Durchschnitt, wie "t-online" schreibt.

Kommt die Wehrpflicht wieder?

Laut "Sicherheitsreport 2023", den das Meinungsforschungsinstitut Allensbach gemeinsam mit dem "Centrum für Strategie und Höhere Führung" veröffentlicht hat, sei eine große Mehrheit für Investitionen in die Verteidigungsfähigkeit. So machten sich etwa 85 Prozent Sorgen über den Krieg in der Ukraine. 47 Prozent fühlen sich Anfang 2023 in Bezug auf militärische Risiken bedroht. Der neue Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bezeichnete zudem jüngst die Aussetzung der Wehrpflicht durch die schwarz-gelbe Bundesregierung im Jahr 2011 als Fehler. Sie ließe sich aber nicht "mal eben so im Handumdrehen" zurückholen, schreibt "t-online", erklärt Pistorius abschließend.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Centrum für Strategie und Höhere Führung: "Sicherheitsreport 2023"
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