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Premiere bei der Europawahl

Das kritisieren Lehrer am Wahlrecht ab 16 Jahren

  • Aktualisiert: 05.06.2024
  • 07:23 Uhr
  • dpa
Bei der Europawahl dürfen in Deutschland zum ersten Mal Jugendliche ab 16 Jahren wählen. Schülerinnen und Schüler wünschen sich das für alle Wahlen.
Bei der Europawahl dürfen in Deutschland zum ersten Mal Jugendliche ab 16 Jahren wählen. Schülerinnen und Schüler wünschen sich das für alle Wahlen.© Sebastian Gollnow/dpa

Bei der Europawahl dürfen in Deutschland erstmals 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben. Das sollte bei allen Wahlen gelten, fordern Schüler und Schülerinnen. 

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Nachdem bei der Europawahl erstmals Jugendliche ab 16 Jahren wählen dürfen, werden jetzt Stimmen laut, dies auch für alle anderen Wahlen zuzulassen. Dagegen gibt es Widerspruch.

Im Video: AfD liegt bei Jugendlichen in Sachsen bei simulierter Wahl vorn

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Jugendliche sollen an Demokratie beteiligt werden

"Wir denken, dass es sehr sinnvoll ist und die politische Partizipation junger Menschen stärkt", sagt Generalsekretärin Louisa  Basner von der Bundesschülerkonferenz zum Thema Wahlberechtigung für Jugendliche. Junge Menschen erlebten dadurch direkten Einfluss, indem sie an der Demokratie beteiligt seien.

Rund 1,4 Millionen U18-Erstwähler:innen dürfen abstimmen

Laut Statistischem Bundesamt lebten Ende 2023 rund 1,4 Millionen 16- und 17-jährige Erstwähler:innen in Deutschland, die bei der Europawahl abstimmen dürfen. Basner bemängelt, zwar werde im Politikunterricht die Verankerung des Wahlrechts im Grundgesetz thematisiert, aber oft fehle der direkte Bezug zur Europawahl. Ob überhaupt die Europawahl thematisiert werde, hänge von der jeweiligen Lehrkraft ab: "Das ist von Klasse zu Klasse unterschiedlich."

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Zwiespältige Meinungen zur Absenkung des Wahlalters

Der Deutsche Lehrerverband sieht bereits die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre bei der Europawahl kritisch. "Ob es gut war, das Wahlalter abzusenken, da bin ich hin- und hergerissen", sagt Verbandspräsident Stefan Düll. Zwar gebe es viele Jugendliche, die sich sehr mit ihrem Wahlrecht auseinandersetzen. "Aber ein großer Teil interessiert sich eben auch nicht die Bohne für Politik mit ihren vielen Facetten", stellt Düll fest. Das Interesse könne auch nicht die Schule erzwingen. Es komme auch auf das Elternhaus, die Gesellschaft und die Jugendlichen selbst an. Die Schule tue jedenfalls genug für die politische Bildung. 

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Lehrerpräsident gegen Wahlrecht bei Bundes- und Landtagswahlen

Der Lehrerpräsident sprach sich dagegen aus, auch bei Bundestagswahlen Jugendliche wählen zu lassen. Bundesländer wie Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern lassen Jugendliche ab 16 Jahren zumindest schon bei Landtagswahlen mitentscheiden. "Verantwortung über die eigene Person hinaus für das große Ganze zu übernehmen, ist etwas, das reifen muss", gab der Präsident dennoch zu bedenken. Nicht umsonst sei die Volljährigkeit erst mit 18 Jahren erreicht. Bundesjugendministerin Lisa Paus (Grüne) hatte sich hingegen für eine generelle Absenkung des Wahlalters ausgesprochen. 

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