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Vorgetäuschte Sicherheit

Ukraine-Krieg: Menschenhändler missbrauchen Geflüchtete als Sex-Sklaven

  • Aktualisiert: 30.03.2023
  • 12:03 Uhr
  • Clarissa Yigit
Laut Recherchen würden geflüchtete Frauen und Mädchen aus der Ukraine verstärkt zur Prostitution gezwungen.
Laut Recherchen würden geflüchtete Frauen und Mädchen aus der Ukraine verstärkt zur Prostitution gezwungen.© Thomson Reuters Foundation/ Cristina Cuenca

Der Ukraine-Krieg hat die Menschen ihrer Heimat beraubt, etliche sind gestorben oder werden vermisst. Nun kommt eine weitere schreckliche Nachricht hinzu: Ukrainische Frauen und Mädchen sollen als Sexsklaven missbraucht werden.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Ukraine-Krieg zwang vor allem Frauen und Kinder zur Flucht.

  • Nun wurde bekannt, dass Menschenhändler vielen Geflüchteten Sicherheit vorgegaukelt haben und sie unter Vorwand zur Prostitution zwingen.

  • Hierbei nutzen sie unterschiedliche Methoden.

Rund 90 Prozent der Geflüchteten aus der Ukraine seien Frauen und Kinder, von denen insbesondere Frauen und Mädchen in Europa zunehmend Opfer von Menschenhandel und sexueller Ausbeutung würden, schreibt NTV unter Berufung auf diverse Studien. So würden diese als Arbeits- und Sexsklaven missbraucht, wie das BR-Politmagazin "Kontrovers" herausfand.

Die Leiterin der "Solwodi-Schutzwohnung" in Osnabrück, Martina Niermann, meinte dazu: "Es ist eine Katastrophe, dass die Menschen aus der Ukraine vor dem grausamen Krieg fliehen müssen und alles verloren haben – aber es ist geradezu perfide, wie schnell Menschenhändler diese Situation ausnutzen und versuchen, Frauen und manchmal auch Kinder für ihre geldgierigen Zwecke auszunutzen."

Im Video: UN-Untersuchung zu Kriegsverbrechen im Ukraine-Krieg

Ukrainische Prostitution in Berlin um das Fünffache gestiegen

Valiant Richey, Sonderbeauftragter der "Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa" (OSZE) meint: "Die hohe Nachfrage von Männern nach sexuellem Zugang zu ukrainischen Frauen und Mädchen schafft einen enormen Anreiz für Menschenhändler, schutzbedürftige Menschen zu rekrutieren, um diese Nachfrage zu befriedigen und davon zu profitieren."

In Chat-Nachrichten in sogenannten "Freierforen" würden die ankommenden Frauen und Mädchen zudem lediglich als "Frischfleisch" beschrieben. Laut NTV heißt es dort unter anderem: "Hab mich am Hauptbahnhof umgesehen, wer da ankommt. Teils richtig scharfe Frauen. Da können wir uns freuen, wenn sich bald einige was dazuverdienen möchten."

Auch seien die Aufrufe pornografischer Videos, in denen angeblich ukrainische Geflüchtete zu sehen sind, in den letzten sechs Monaten sprunghaft angestiegen.

Ebenso sei die ukrainische Prostitution in Berlin um das Fünffache gestiegen – und dies sind nur die "angemeldeten Prostituierten", schreibt NTV weiter.

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Unterschiedliche Taktiken der Menschenhändler

Die Methoden der Menschenhändler seien dabei recht unterschiedlich.

Wie Staatssekretär Frank-Thomas Hett bestätigte, gebe es vereinzelt Hinweise darauf, dass Kriminelle gezielt ankommende Frauen ansprechen.

So würden diese den geflüchteten Mädchen und Frauen beispielsweise überteuerte Mietwohnungen anbieten, die sie mit Geld nicht bezahlen könnten – die Bezahlung könnte mit "körperlichen Diensten" abgegolten werden, ergänzt Frank Heinrich, Vorsitzender des Bündnisses "Gemeinsam gegen Menschenhandel e.V." gegenüber NTV. Dies nenne man auch "Armutsprostitution".

Aber auch das Vorgaukeln einer Liebesbeziehung ("Loverboy-Methode") als auch vermeintliche Au-Pair-Programme werden von Menschenhändlern angewendet, um Frauen in die Prostitution zu treiben.

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