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Vorbild Schweden

"Prostitutionsgesetz gescheitert": SPD-Frauen wollen Freier bestrafen

  • Veröffentlicht: 20.03.2023
  • 11:05 Uhr
  • Joachim Vonderthann

Das 2002 von Rot-Grün beschlossene Prostitutionsgesetz sollte die Lage der Frauen verbessern. Die SPD-Frauenorganisation sieht das Vorhaben als gescheitert an. Sie fordert jetzt die Bestrafung von Freiern. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Das Prostitutionsgesetz von 2002 sollte die Lage von Prostituierten verbessern.

  • Die Frauenorganisation der SPD sieht das Gesetz jedoch als gescheitert an.

  • Sie fordert jetzt die Bestrafung von Freiern auch in Deutschland.

Die SPD-Frauen fordern die Bestrafung von Freiern auch in Deutschland. "Das Prostitutionsgesetz ist gescheitert", sagte die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, Maria Noichl, der "Rheinischen Post" (20. März) mit Blick auf das 2002 in Kraft getretene Gesetz. Damit wollte die damalige rot-grüne Koalition von Kanzler Gerhard Schröder (SPD) die rechtliche und soziale Lage der Prostituierten verbessern. 

SPD-Frauen wollen Freier bestrafen

Mit der Liberalisierung habe die damalige Regierung Frauen, die in der Prostitution arbeiteten, aus der Schmuddelecke des Milieus herausholen und zur Sozialversicherung verhelfen wollen, sagte Noichl. "Aber inzwischen hat sich das Gegenteil entwickelt. Die Liberalisierung hat uns zu einem Land gemacht, das wie ein Schwamm alle aufsaugt, die an der Prostitution verdienen." Es sei legal, Frauenkörper zu verkaufen, die tiefe Not der Frauen indes sei geblieben. "Ich wünsche mir für Deutschland das Nordische Modell, das Freier bestraft", sagte sie.

Das sogenannte Nordische Modell sieht vor, dass nur die Person, die für Sex Geld bezahlt, strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden kann. Es wird etwa in Schweden praktiziert, wo es neben dem Sex-Kauf-Verbot auch die Sexualaufklärung für Jugendliche, die Entkriminalisierung der Prostituierten und Ausstiegsprogramme vorsieht. In Deutschland ist Prostitution seit langem legal. Wer hingegen wissentlich Dienste einer Zwangsprostituierten in Anspruch nimmt, macht sich seit 2016 strafbar.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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