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Bürgerbefragung in Frankreich

Paris stimmt für dreimal höhere SUV-Parkgebühren

  • Aktualisiert: 05.02.2024
  • 02:37 Uhr
  • Franziska Hursach
Rund 1,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner der französischen Hauptstadt waren zu der Abstimmung aufgerufen.
Rund 1,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner der französischen Hauptstadt waren zu der Abstimmung aufgerufen. © Michel Euler/AP

Paris sagt den SUV den Kampf an: Nach einer Bürgerbefragung werden die Parkgebühren für die Stadtgeländewagen verdreifacht.

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Das Wichtigste in Kürze

  • In einer Bürgerbefragung in Paris hat sich eine Mehrheit für eine Erhöhung der Parkgebühren für SUV ausgesprochen.

  • So soll Parken im Zentrum 18 Euro statt üblicherweise 6 Euro kosten und in den Außenbezirken 12 Euro statt 4 Euro.

  • Die neue Regelung soll ab dem 1. September dieses Jahres greifen und gilt lediglich für Besucher:innen.

Bei einer Bürgerbefragung in Paris hat eine Mehrheit für eine deutliche Erhöhung der Parkgebühren für schwere Stadtgeländewagen gestimmt.

Damit setzt die Stadtverwaltung ihren Plan durch, wonach das Parken von SUV und anderen schweren Fahrzeugen im Stadtzentrum künftig 18 Euro pro Stunde statt der 6 Euro bisher kosten soll. In den Außenbezirken beträgt die Gebühr nun 12 Euro statt 4 Euro pro Stunde. Für einen sechsstündigen Aufenthalt im Stadtzentrum wird die Parkgebühr sogar auf 225 Euro angehoben, im Vergleich zu bisherigen 75 Euro.

Die neuen Regelungen sollen ab dem 1. September dieses Jahres in Kraft treten.

Im Video: Deutsche Umwelthilfe prangert "Billigpreise" an: Parken muss teurer werden

Etwa 1,3 Millionen Bürgerinnen und Bürger der Hauptstadt waren aufgerufen, an der Abstimmung unter dem Motto "Mehr oder weniger SUV in Paris?" teilzunehmen. Nach dem vorläufigen Endergebnis beteiligten sich nur knapp sechs Prozent der Bevölkerung an der Abstimmung. Rund 54,5 Prozent sprachen sich für die Erhöhung der Parkgebühren aus, während etwa 45,5 Prozent dagegen waren.

Sondertarif nur für Besucher

Die Bürgermeisterin Anne Hidalgo zeigte sich nach der Abstimmung zufrieden: "Die Pariser sind die Avantgarde einer Bewegung, viele Städte werden sicher nachziehen".

Sie wollen diesen schweren Autos in den Straßen den Platz nehmen, aus Umweltgründen und wegen der Sicherheit.

Bürgermeisterin Anne Hidalgo

Die Entscheidung sei gut für den Planeten und für die Gesundheit.

Der Sondertarif soll allerdings ausschließlich für Besucher:innen gelten. Anwohner:innen seien davon ausgenommen, genauso wie Handwerker:innen und Pflegedienste. Greifen soll der Tarif für Verbrenner- und Hybridmodelle mit einem Gewicht ab 1,6 Tonnen und Elektromodelle ab zwei Tonnen Gewicht. Für private Parkhäuser gilt die Regelung nicht.

In Paris ist der Kampf gegen SUV Teil einer Verkehrswende, die schon seit Jahren von der sozialistischen Bürgermeisterin Hidalgo und der rot-grünen Stadtregierung vorangetrieben wird. Wie "Les Échos" anhand von Zulassungsdaten berechnete, betreffen die erhöhten Parkgebühren fast 900.000 Autos in der Hauptstadtregion Île-de-France, etwa 16 Prozent des Fahrzeugbestands.

Im Video: Stadt bremst mit cleveren Trick Falschparker aus

  • Verwendete Quelle:
  • Nachrichtenagentur dpa
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