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Nach Zusammenstoß mit Betonmischer

Radfahrerin für hirntot erklärt - Klima-Aktivisten in der Kritik

  • Veröffentlicht: 03.11.2022
  • 19:23 Uhr
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© picture alliance/dpa | Paul Zinken

In Berlin wird eine Radfahrerin durch eine Kollision mit einem Lkw so schwer verletzt, dass sie später für hirntot erklärt wird. Rettungskräfte stehen im Stau - wegen eines Protests von Klima-Aktivisten?

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Das Wichtigste in Kürze:

  • In Berlin wird eine Radfahrerin durch eine Kollision mit einem Lkw so schwer verletzt, dass sie später für hirntot erklärt wird.
  • Rettungskräfte konnten wegen eines Staus nicht schnell genug zur Unfallstelle vordringen.
  • Ursächlich für den Stau soll ein Protest von Klima-Aktivisten gewesen sein.

Am Montag (31. Oktober) wird in Berlin-Wilmersdorf eine Radfahrerin von einem Betonmischer erfasst und überrollt. Das Opfer kommt in eine Klinik, wo sie drei Tage später für hirntot erklärt wird. Für die 44-Jährige gibt es kaum noch Hoffnung.

Das besonders Tragische an dem Unfall: Womöglich hätte sie bessere Genesungs- und Überlebenschancen gehabt, wären Rettungsfahrzeuge früher an die Unfallstelle gekommen. Doch sie standen im Stau - der durch eine Aktion der Klima-Protestgruppe "Letzte Generation" ausgelöst worden sein soll.

Die Gruppe zeigte sich bestürzt über den Hirntod der Frau. "Es trifft uns tief, dass die Radfahrerin, die am Montag in Berlin bei einem Unfall von einem Betonmischer schwer verletzt wurde, nun für hirntot erklärt wurde", erklärte Aktivist Henning Jeschke am Donnerstag (3. November) auf dpa-Anfrage. Dennoch wird gegen die Klima-Aktivisten scharf geschossen, vor allem in sozialen Medien. Sie werden für den Hirntod der Frau direkt verantwortlich gemacht.

Tod von Radfahrerin in Berlin: Klima-Aktivisten werden angefeindet

"Wir hören viele Informationen bis hin zu Unwahrheiten, die von großen Medien verbreitet werden. Wir sollten uns an sichere Fakten halten, wie auch in der Klimakatastrophe", erklärte Jeschke, der offenbar nicht an ein Ende des Protests denkt. "Solange unsere höchsten politischen Organe unsere gemeinsame Verfassung mit Ansage brechen, da sie unsere Lebensgrundlagen zerstören, solange werden wir friedlichen Widerstand leisten", sagte er.

Doch Kritik kommt auch von anderen Stellen. "Wenn Straftaten begangen werden und andere Menschen gefährdet werden, ist jede Grenze legitimen Protests überschritten", sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser, die zuletzt für ihre "Sicherheitsgarantien" bei der WM in Katar kritisiert wurde, der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich forderte die SPD-Politikerin ein entschiedenes Vorgehen: "All das hat mit einer demokratischen Auseinandersetzung überhaupt nichts zu tun. Die Straftäter müssen schnell und konsequent verfolgt werden."

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte, juristisch ein Verbot der Klima-Protestgruppe "Letzte Generation" zu prüfen. Es müsse schnell geklärt werden, wie lange sich der Rechtsstaat noch nötigen lassen wolle, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke. "Der Protest der Aktivisten läuft zusehends aus dem Ruder. Wir finden, es reicht."

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Radfahrerin für hirntot erklärt: Ermittlungen gegen zwei Klima-Aktivisten

Dabei ist noch nicht einmal klar, ob die Aktivisten schuld am Tod der Radfahrerin sind. Die Polizei ermittelt gegen zwei 63 und 59 Jahre alte Klima-Aktivisten wegen unterlassener Hilfeleistung beziehungsweise der Behinderung hilfeleistender Personen. Es müsse - auch mit Sachverständigen - der kausale Zusammenhang zu den Blockaden geprüft werden, heißt es von der Polizei.

Die Feuerwehr geht davon aus, dass sich die Rettung der Frau um mehrere Minuten verzögert hat, weil das Spezialfahrzeug im Stau stand. Allerdings räumte ein Feuerwehrsprecher ein, auch die Bildung einer Rettungsgasse sei am vergangenen Montag angesichts der Größe des Fahrzeugs problematisch gewesen.

Da die Technik nicht zur Verfügung stand, mussten die Retter an der Unfallstelle nach Angaben der Feuerwehr improvisieren. Dadurch sei es zu Zeitverzögerungen gekommen. Angaben dazu, ob dies Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der Radfahrerin hatte, machte die Feuerwehr nicht. Es sei auch generell schwer, eine derartige Aussage zu treffen, sagte ein Sprecher. Zugleich verwies er auf die laufenden Ermittlungen.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
Mehr Informationen
urn:newsml:dpa.com:20090101:240713-935-164608
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