LIVE aus Moskau: Abschied von Alexej Nawalny
JETZT LIVE
  • Seit 02 Std 40 Min
LIVE aus Moskau: Abschied von Alexej Nawalny
Anzeige
CDU-Legende gestorben

Reaktionen zu Schäubles Tod - Merkel: "Sein Rat wird mir persönlich fehlen"

  • Aktualisiert: 27.12.2023
  • 17:06 Uhr
  • Lena Glöckner

Mit Wolfgang Schäuble ist eine der größten Politiker-Legenden des Landes gestorben. Niemand gehörte dem Bundestag länger an als der CDU-Politiker. Wegbegleiter und Politikerkolleg:innen verabschieden sich von dem "Parlamentarier mit Leib und Seele".

Anzeige

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit Wolfgang Schäuble ist einer der einflussreichsten Politiker der vergangenen Jahrzehnte gestorben. 

  • Er wird über die Parteigrenzen hinweg gewürdigt.

  • Unter anderem ehrten ihn Merkel, Scholz und Merz geeint als leidenschaftlichen Politiker und streitbaren Demokraten.

Wolfgang Schäuble ist tot - er gehörte zu den profiliertesten Politikern Deutschlands. Ununterbrochen war er Bundestagsmitglied und bei seinem Tod der dienstälteste Abgeordnete. Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz erklärte auf der Plattform X, ehemals Twitter, er verliere mit Schäuble "meinen engsten Freund und Ratgeber, den ich in der Politik je hatte". Seine Gedanken seien bei Schäubles Familie, "insbesondere seiner Frau Ingeborg".

Externer Inhalt

Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie Facebook, Instagram oder Youtube. Aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards, um diese Inhalte anzuzeigen.

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) verabschiedete sich von Schäuble. Auf der Plattform X schrieb er, der CDU-Politiker sei ein "scharfer Denker, leidenschaftlicher Politiker und streitbarer Demokrat" gewesen. Er habe unser Land "mehr als ein Jahrhundert geprägt".

SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert nannte Schäuble gegenüber :newstime einen "streitbaren Demokraten", der die bundesrepublikanische Politik geprägt und große Verdienste für unsere Gesellschaft geleistet hat.  Dass Berlin heute Bundeshauptstadt ist, wäre ohne Wolfgang Schäuble kaum möglich gewesen, so Kühnert.

Merkel: "Sein Rat wird mir persönlich fehlen"

Die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat "mit großer Bestürzung" auf den Tod ihres langjährigen politischen Weggefährten Wolfgang Schäuble (beide CDU) reagiert. "Deutschland verliert mit ihm eine überragende Persönlichkeit mit politischer und programmatischer Weitsicht", hieß es in einer Erklärung Merkels vom Mittwoch. "Wolfgang Schäubles Stimme werden wir in Deutschland vermissen, sein Rat wird mir persönlich fehlen." Er habe die Fähigkeit gehabt, weit über den Tag hinaus große politische Entwicklungen zu erkennen und zu gestalten.

"Ich trauere um einen Politiker, der unser Land in vielfältiger Weise geprägt hat." Schäuble habe zu den Architekten der Deutschen Einheit gehört, sei Vordenker der deutsch-französischen Freundschaft und leidenschaftlicher Europäer gewesen, erklärte Merkel.

"Als junge Ministerin war Wolfgang Schäuble mir politischer Lehrmeister. Als Bundesinnenminister und Bundesfinanzminister war er einer der Anker meiner ersten drei Kabinette", schrieb die Altkanzlerin weiter. Als seine Generalsekretärin habe sie den damaligen CDU-Vorsitzenden als leidenschaftlichen Christdemokraten kennengelernt, der sich neuen Entwicklungen gegenüber offen und neugierig gezeigt habe. Gespräche mit ihm seien immer eine intellektuelle Bereicherung gewesen.

"Ich bewunderte seine Disziplin, auch sich selbst gegenüber, die er trotz und mit seiner Querschnittlähmung nach einem Attentat aufbrachte. Er wurde damit Millionen Menschen ein Vorbild."

Anzeige
Anzeige

Wüst: "Wolfgang Schäuble war für mich ein Vorbild"

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat Schäuble als "Jahrhundert-Politiker" gewürdigt. "Mit Wolfgang Schäuble verliert Deutschland einen der letzten herausragenden Politiker der Deutschen Einheit, und Europa verliert einen ehrlichen Vermittler für Stabilität und Solidität im gemeinsamen Wirtschaftsraum", erklärte Wüst in Düsseldorf. Die deutsche Christdemokratie verliere mit Schäuble "nicht nur einen Ideengeber und Antreiber, sondern eine seiner historisch prägendsten Persönlichkeiten".

Schäubles politischer Rat, seine Hinweise und Einschätzungen seien von besonderer Bedeutung gewesen, sagte Wüst. "Wolfgang Schäuble war für mich ein Vorbild." Er habe für die Politik gelebt. "Sein Antrieb, sich für die Menschen einzusetzen, war schier endlos."

CDU-Bundesschatzmeisterin Julia Klöckner erklärte, sein Tod lasse innehalten und mache traurig. "Wolfgang Schäuble war ein Ausnahmemensch, ein beeindruckender Denker und Redner, ein loyal-kritischer Kollege. Er hat unser Land geprägt als Minister, als Bundestagspräsident, als Politiker, der gewissenhaft Pflicht und Dienst erfüllte."

"Die CSU trauert um Wolfgang Schäuble"

Auch Markus Söder trauert um den ehemaligen Bundestagspräsidenten. Schäuble habe sich "große Verdienste um Deutschland erworben". "Unsere Gedanken sind bei seiner Familie. Die CSU wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren", so der bayerische Ministerpräsident.

Externer Inhalt

Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie Facebook, Instagram oder Youtube. Aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards, um diese Inhalte anzuzeigen.

Mit dem Tod von Wolfgang Schäuble verliert Deutschland nach den Worten von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) "einen der bedeutendsten Demokraten". Schäuble sei "ein großer Staatsmann" gewesen, erklärte Faeser am Mittwoch. "Er verkörperte das demokratische Nachkriegsdeutschland wie wenige andere." Als damaliger Bundesinnenminister sei er ein Architekt der Deutschen Einheit gewesen. "Sein Wort hatte großes Gewicht - als Minister, als Präsident des Deutschen Bundestages und auch in den vergangenen Jahren darüber hinaus. Er lebte und wirkte in Verantwortung für unser Land - bis zuletzt."

Anzeige

"Wolfgang Schäuble war ein Staatsmann und Deutschland-Macher"

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat seine Trauer über den Tod Wolfgang Schäubles bekundet. "Er war ein großer Europäer, ein leidenschaftlicher Christdemokrat und ein großer Freund Berlins", so Wegner auf der Plattform X. Mit tiefer Trauer habe er von dessen Tod erfahren. "Wir haben ihm sehr viel zu verdanken. Ruhen Sie in Frieden, lieber Wolfgang Schäuble. Ich werde Ihren Rat vermissen."

Externer Inhalt

Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie Facebook, Instagram oder Youtube. Aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards, um diese Inhalte anzuzeigen.

Auch Thüringens CDU-Chef Mario Voigt hat sich bestürzt über den Tod des früheren Bundestagspräsidenten gezeigt. "Wolfgang Schäuble war ein Staatsmann und Deutschland-Macher! Als Vorzeigeparlamentarier hat er unser Land zu Stärke geführt", schrieb Voigt beim Online-Portal X. Er sei tief getroffen. Und er wünscht "seiner Familie viel Kraft".

Die Grünen-Spitze hat Schäuble als prägende politische Persönlichkeit Deutschlands gewürdigt. "Er war ein Gigant des Parlamentarismus und seit Jahrzehnten eine prägende Figur für unser Land. Sein Platz in den Geschichtsbüchern ist ihm gewiss", schrieb der Parteivorsitzende Omid Nouripour auf X.

Macron: Schäuble war "Freund Frankreichs"

Der französische Präsident Emmanuel Macron würdigte Schäuble als "Freund Frankreichs". Der frühere Finanzminister habe "zur deutschen Wiedervereinigung, zum Aufbau des Euro und zur europäischen Einheit beigetragen".

Bildergalerie: Rückblick auf Schäubles Karriere

3. August 1990: Der damals westdeutsche Staatssekretär Wolfgang Schäuble (links), sein ostdeutscher Amtskollege Günther Krause (rechts) und der ostdeutsche Ministerpräsident Lothar de Maizière (Mitte) reichen sich nach Unterzeichnung des deutschen Einigungsvertrags symbolisch die Hand.
3. August 1990: Der damals westdeutsche Staatssekretär Wolfgang Schäuble (links), sein ostdeutscher Amtskollege Günther Krause (rechts) und der ostdeutsche Ministerpräsident Lothar de Maizière (Mitte) reichen sich nach Unterzeichnung des deutschen Einigungsvertrags symbolisch die Hand.© AP
22. November 1990: Knapp sechs Wochen nach dem Attentat begibt sich Wolfgang Schäuble in seinem Rollstuhl zu seiner ersten Pressekonferenz.
22. November 1990: Knapp sechs Wochen nach dem Attentat begibt sich Wolfgang Schäuble in seinem Rollstuhl zu seiner ersten Pressekonferenz.© Norbert Försterling/dpa
28. November 1990: Gefolgt von Bundeskanzler Helmut Kohl ist der damalige Innenminister Wolfgang Schäuble auf dem  Weg zu seiner ersten Kabinettssitzung in Bonn nach dem Attentat.
28. November 1990: Gefolgt von Bundeskanzler Helmut Kohl ist der damalige Innenminister Wolfgang Schäuble auf dem  Weg zu seiner ersten Kabinettssitzung in Bonn nach dem Attentat.© Martin Gerten/dpa
23. August 1998: Der damalige Unionsfraktionsvorsitzende Wolfgang Schäuble (rechts) gratuliert dem damaligen CDU-Vorsitzenden, Bundeskanzler Helmut Kohl, zu seiner Rede bei der traditionellen Wahlkampfauftakt-Veranstaltung in der Dortmunder Westfalenhalle.
23. August 1998: Der damalige Unionsfraktionsvorsitzende Wolfgang Schäuble (rechts) gratuliert dem damaligen CDU-Vorsitzenden, Bundeskanzler Helmut Kohl, zu seiner Rede bei der traditionellen Wahlkampfauftakt-Veranstaltung in der Dortmunder Westfalenhalle.© Franz-Peter Tschauner/dpa
22. Oktober 1998: Der damalige Unionsfraktionsvorsitzende und designierte CDU-Chef Wolfgang Schäuble spricht auf einer Pressekonferenz in der Parteizentrale der CDU in Bonn. Daneben: Angela Merkel, die vom Parteivorstand für das Amt der Generalsekretärin nominiert wurde.
22. Oktober 1998: Der damalige Unionsfraktionsvorsitzende und designierte CDU-Chef Wolfgang Schäuble spricht auf einer Pressekonferenz in der Parteizentrale der CDU in Bonn. Daneben: Angela Merkel, die vom Parteivorstand für das Amt der Generalsekretärin nominiert wurde.© Thomas Köhler/dpa
7. November 1998: Der damals neue CDU-Vorsitzende Wolfgang Schäuble gratuliert auf dem CDU-Parteitag in Bonn der soeben zur CDU-Generalsekretärin gewählten Angela Merkel.
7. November 1998: Der damals neue CDU-Vorsitzende Wolfgang Schäuble gratuliert auf dem CDU-Parteitag in Bonn der soeben zur CDU-Generalsekretärin gewählten Angela Merkel.© Michael Jung/dpa
29. Februar 2000: Wolfgang Schäuble gratuliert Friedrich Merz (rechts), der von ihm den Posten als Unionsfraktionsvorsitzender übernimmt.
29. Februar 2000: Wolfgang Schäuble gratuliert Friedrich Merz (rechts), der von ihm den Posten als Unionsfraktionsvorsitzender übernimmt.© REUTERS
22. November 2005: Der damalige Innenminister Wolfgang Schäuble legt im Bundestag vor dem damaligen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert den Amtseid ab.
22. November 2005: Der damalige Innenminister Wolfgang Schäuble legt im Bundestag vor dem damaligen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert den Amtseid ab.© Peter Kneffel/dpa
14. September 2010: Der damalige Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble spricht im Bundestag.
14. September 2010: Der damalige Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble spricht im Bundestag.© REUTERS
1. Juli 2015: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble unterhalten sich im Bundestag.
1. Juli 2015: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble unterhalten sich im Bundestag.© Rainer Jensen/dpa
16. Januar 2023: Schäuble (rechts) wird in Berlin für seine 50-jährige Bundestagszugehörigkeit geehrt. Er posiert gemeinsam mit CDU-Chef Friedrich Merz und dem polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki (links).
16. Januar 2023: Schäuble (rechts) wird in Berlin für seine 50-jährige Bundestagszugehörigkeit geehrt. Er posiert gemeinsam mit CDU-Chef Friedrich Merz und dem polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki (links).© REUTERS
3. August 1990: Der damals westdeutsche Staatssekretär Wolfgang Schäuble (links), sein ostdeutscher Amtskollege Günther Krause (rechts) und der ostdeutsche Ministerpräsident Lothar de Maizière (Mitte) reichen sich nach Unterzeichnung des deutschen Einigungsvertrags symbolisch die Hand.
22. November 1990: Knapp sechs Wochen nach dem Attentat begibt sich Wolfgang Schäuble in seinem Rollstuhl zu seiner ersten Pressekonferenz.
28. November 1990: Gefolgt von Bundeskanzler Helmut Kohl ist der damalige Innenminister Wolfgang Schäuble auf dem  Weg zu seiner ersten Kabinettssitzung in Bonn nach dem Attentat.
23. August 1998: Der damalige Unionsfraktionsvorsitzende Wolfgang Schäuble (rechts) gratuliert dem damaligen CDU-Vorsitzenden, Bundeskanzler Helmut Kohl, zu seiner Rede bei der traditionellen Wahlkampfauftakt-Veranstaltung in der Dortmunder Westfalenhalle.
22. Oktober 1998: Der damalige Unionsfraktionsvorsitzende und designierte CDU-Chef Wolfgang Schäuble spricht auf einer Pressekonferenz in der Parteizentrale der CDU in Bonn. Daneben: Angela Merkel, die vom Parteivorstand für das Amt der Generalsekretärin nominiert wurde.
7. November 1998: Der damals neue CDU-Vorsitzende Wolfgang Schäuble gratuliert auf dem CDU-Parteitag in Bonn der soeben zur CDU-Generalsekretärin gewählten Angela Merkel.
29. Februar 2000: Wolfgang Schäuble gratuliert Friedrich Merz (rechts), der von ihm den Posten als Unionsfraktionsvorsitzender übernimmt.
22. November 2005: Der damalige Innenminister Wolfgang Schäuble legt im Bundestag vor dem damaligen Bundestagspräsidenten Norbert Lammert den Amtseid ab.
14. September 2010: Der damalige Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble spricht im Bundestag.
1. Juli 2015: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble unterhalten sich im Bundestag.
16. Januar 2023: Schäuble (rechts) wird in Berlin für seine 50-jährige Bundestagszugehörigkeit geehrt. Er posiert gemeinsam mit CDU-Chef Friedrich Merz und dem polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki (links).
  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
Mehr News und Videos
NORTH MACEDONIA-CANNABIS/
News

Cannabis-Legalisierung: So will Bayern es Kiffern schwermachen

  • 01.03.2024
  • 12:39 Uhr

© 2024 Seven.One Entertainment Group