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Abschied von Elizabeth II.

Sarg der Queen in Edinburgh eingetroffen

  • Veröffentlicht: 12.09.2022
  • 17:13 Uhr
  • dpa
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© dpa

Das Vereinigte Königreich nimmt Abschied von ihrer verstorbenen Königin. Ihr Sarg ist nach einer Prozession durch die Altstadt in Edinburgh an Montagnachmittag an seinem vorübergehenden Aufbahrungsort, der St.-Giles-Kathedrale, eingetroffen.

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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Der Sarg von der verstorbenen Queen Elizabeth II. ist in Edinburgh angekommen.
  • Der vorhergehende Trauerzug durch die schottische Hauptstadt wurde von König Charles III. angeführt.
  • 24 Stunden lang kann die Bevölkerung nun von der in der St.-Giles-Kathedrale aufgebarten Queen Abschied nehmen.

Bevor die gestorbene Queen an diesem Dienstag von Edinburgh nach London übergeführt werden soll, haben Tausende Schotten bei einem Trauerzug Abschied von Elizabeth II. genommen. König Charles III. führte am Montag in der Altstadt der schottischen Hauptstadt zu Fuß eine Prozession mit dem Sarg an. Am Morgen hatte der neue Monarch in London Beileidsbekundungen der Parlamentarier von Unter- und Oberhaus entgegengenommen. Enkel Prinz Harry würdigte die Queen erneut als Vorbild für Pflichterfüllung. In Deutschland zeigt laut einer Umfrage ein Großteil kein Interesse an der Queen-Trauer.

Während am Sonntagabend noch heftiger Regen in Edinburgh niederging, schien am Montag die Sonne. Tausende Schottinnen und Schotten säumten den Weg, als neben Charles (73) hinter dem Leichenwagen auch seine Geschwister Prinzessin Anne (72), Prinz Andrew (62) und Prinz Edward (58) schritten. Die Prozession führte von der königlichen Residenz, Palace of Holyroodhouse, zur gut einen Kilometer entfernten St.-Giles-Kathedrale, in der ein Gottesdienst stattfand. Der geschlossene Sarg sollte dort für rund 24 Stunden aufgebahrt bleiben, damit die Bevölkerung weiter Abschied nehmen kann.

Die Queen war am Donnerstag im Alter von 96 Jahren auf ihrem schottischen Landsitz Schloss Balmoral gestorben.

Der in die royale Standarte eingehüllte Sarg war von acht Kilt tragenden Soldaten zum Leichenwagen gebracht worden. Ein Dudelsackpfeifer spielte zu Beginn, bevor die Nationalhymne erklang. Eine Garde geleitete den im Schritttempo fahrenden Wagen bis zum Ziel. Während der weitgehend stummen Prozession wurden immer wieder Kanonenschüsse zu Ehren der toten Monarchin abgefeuert.

Prinz Andrew miss auf Uniform verzichten 

Prinz Andrew trug als einziges der Queen-Kinder keine militärische Uniform. Die Queen hatte ihm Anfang des Jahres wegen der Verwicklung in den Missbrauchsskandal um den gestorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein alle militärischen Dienstgrade aberkannt. Seine offizielle Rolle als Repräsentant des Königshauses hatte er vorher schon eingebüßt. Einem Bericht der Nachrichtenagentur PA zufolge soll ihm später in London nur bei einer einzigen Gelegenheit während der Trauerzeremonien das Tragen einer Uniform gestattet sein.

Charles und seine Frau, Königin Camilla, wurden mit Beifall empfangen, als sie Montagnachmittag mit ihrem Wagen in der Innenstadt von Edinburgh eintrafen. Tausende Menschen hatten sich schon seit den Morgenstunden entlang der zentralen Straße Royal Mile eingefunden.

Charles' Reise nach Schottland, bei der er auch die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon empfangen und im Parlament Beileidsbekundungen entgegennehmen will, ist Teil der «Operation Spring Tide», die Besuche von Charles als neuem König in allen vier britischen Landesteilen vorsieht. Am Dienstag ist Nordirland an der Reihe, auch ein Besuch in Wales ist geplant.

Für Dienstagabend ist die Überführung des Leichnams der Queen per Flieger nach London geplant, wo die Gestorbene für mehrere Tage aufgebahrt werden soll.

Am Mittwoch führt Charles auch dort einen Leichenzug an, der vom Buckingham-Palast zum Parlament führen soll. Dort wird der Sarg auf einem als Katafalk bezeichneten Gerüst in der Westminster Hall ab 17 Uhr (Ortszeit) aufgebahrt. Zur Totenwache werden Hunderttausende Menschen erwartet. Ein konservativer Abgeordneter sprach am Montag sogar von bis zu zwei Millionen Menschen.

Bis zum Tag des Staatsbegräbnisses hat die Bevölkerung die Möglichkeit, der Queen einen letzten Besuch abzustatten und sich zu verabschieden. Das Staatsbegräbnis, zu dem für Deutschland Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier anreisen will, ist für Montag, den 19. September, angesetzt. Die Briten erhalten dafür einen Extra-Feiertag. Bis dahin gilt Staatstrauer, offizielle Veranstaltungen und der parlamentarische Betrieb sind ausgesetzt.

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Prinz Harry mit emotionalen Statement 

Die Regierung in London rief die Menschen in Großbritannien zu einer Schweigeminute für die Queen am Tag vor dem geplanten Staatsbegräbnis auf - also Sonntag am Abend um acht (18.9., 21.00 Uhr MESZ).

«Ihre unerschütterliche Anmut und Würde blieben ihr ganzes Leben lang über und sind jetzt ihr ewiges Vermächtnis», schrieb Prinz Harry in einer Mitteilung, die am Montag auf der Seite seiner Stiftung Archewell veröffentlicht wurde. Seinem Vater versicherte der 37-Jährige seine Unterstützung. Die Beziehung zwischen Harry und seinem Vater sowie seinem Bruder Prinz William (40) gilt als schwer belastet. Harrys Ankündigung, Charles in seiner neuen Rolle zu ehren, könnte eine Friedensgeste bedeuten.

Harry lebt mit seiner Ehefrau Herzogin Meghan und den gemeinsamen Kindern Archie (3) und Lilibet (1) in Kalifornien. Als die Königin am Donnerstag in Schottland starb, hielt sich das Paar zufällig in Großbritannien auf. Meghan und Harry haben ihre royalen Pflichten aufgegeben und den Palast wiederholt scharf kritisiert. Die Queen nahmen sie aber stets ausdrücklich von den Vorwürfen aus.

Die neuseeländische Regierung hat derweil den 26. September zum einmaligen Feiertag erklärt. Eine Woche nach dem Staatsbegräbnis will der Pazifikstaat damit der Monarchin gedenken. In der Kathedrale der Hauptstadt Wellington werde ein Gottesdienst stattfinden, der auch im Fernsehen übertragen werde, kündigte Ministerpräsidentin Jacinda Ardern an. Neuseeland ist Teil des Commonwealth. Einen Tag nach den Proklamationszeremonien in London war Charles III. am Sonntag auch in Neuseeland offiziell zum neuen Staatsoberhaupt ernannt worden.

Eine repräsentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab, dass in Deutschland die Trauer um die Queen nur bei einem Teil der Menschen auf Interesse stößt. 42 Prozent der Befragten gaben an, die Trauertage und das Staatsbegräbnis für die Queen in den Medien verfolgen zu wollen. Ebenfalls 42 Prozent planten, das nicht zu tun. 15 Prozent machten keine Angabe. Befragte ab 55 Jahren und Frauen wollten demnach die mediale Berichterstattung eher verfolgen.

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