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Forschung zu Vulkanausbrüchen

Schlafende Vulkane: Im Inneren können explosive Überraschungen warten

  • Veröffentlicht: 18.12.2023
  • 13:59 Uhr
  • Stefan Kendzia
Eine aktuelle Studie des Vulkans Ciomadul in Rumänien zeigt, wie schnell - und wie kraftvoll - schlafende Vulkane ausbrechen können. (Symbolbild)
Eine aktuelle Studie des Vulkans Ciomadul in Rumänien zeigt, wie schnell - und wie kraftvoll - schlafende Vulkane ausbrechen können. (Symbolbild)© Salvatore Allegra/AP

Derzeit wird in Rumänien der Vulkan Ciomadul untersucht. Es zeigte sich, dass auch scheinbar ewig schlafende Vulkane schnell und kraftvoll ausbrechen können.

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Ciomadul - so heißt einer der jüngsten Vulkane in Ostmitteleuropa, der seit etwa 30.000 Jahren nicht mehr ausgebrochen ist. Eine genaue geologische Analyse bringt nun Licht in das Jahrtausende alte Leben und den Zyklus vulkanischer Aktivität.

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Bedrohung eines Ausbruchs scheint immer gegeben zu sein

Auch wenn ein Vulkan über Jahrtausende zu schlafen scheint - die Bedrohung eines Ausbruchs scheint immer gegeben zu sein. Besonders, wenn im Inneren eines Vulkans eine bestimmte chemische Zusammensetzung und Wassergehalt vorliegender Gesteine vorherrscht, wie "Sciencealtert.com" berichtet. Ein Team um den Geochemiker Szabolcs Harangi von der Eötvös-Loránd-Universität in Ungarn konnte nun die Veränderung der Eruptionsart über einen längeren Zeitraum hinweg untersuchen, vom sanfteren effusiven (ein stetig abwärts gerichteter Lavastrom) bis hin zur gefährlicheren Explosivität (eine plötzliche Freisetzung von Gasen und Lava unter starkem Druck).

"Im fast Millionen Jahre dauernden Leben des Vulkans [Ciomadul] gab es mehrere lange Ruhephasen, aber selbst nach Zehntausenden, manchmal sogar mehr als 100.000 Jahren Ruhe kam es erneut zu Vulkanausbrüchen kommen ", sagte der Experte. Sein Team führte Untersuchungen der Kristalle und Mineralien im Vulkangestein rund um den Vulkan Ciomadul durch. Die chemische Zusammensetzung und der Wassergehalt dieser Gesteine geben den Fachleuten Hinweise auf die Eruptionsbedingungen, unter denen sie entstehen. Ebenso auf den Zeitpunkt ihrer Entstehung. Das Team konzentrierte sich hierbei auf die jüngste, explosive Eruptionsperiode - von vor etwa 56.000 Jahren bis vor etwa 30.000 Jahren.

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Der beste Schutz vor Eruptionen ist eine frühzeitige Warnung

Die Untersuchung hat ergeben, dass bei Ciomadul zwei Magmazonen vorhanden sind. Eine in acht bis zwölf Kilometern Tiefe und eine 16 bis 40 Kilometer tief. Wie nun das Magma in die Oberfläche eindringt, scheint von der Herkunft dieses sogenannten Nachlademagmas abzuhängen. Besteht dies hauptsächlich aus geschmolzener Lithosphäre, ermöglichen die Chemikalien eine langsame Freisetzung. Gelangen allerdings ozeanische Gesteinsbrocken in die Mischung, kann es explosiver werden. Den Forscher:innen zufolge spielen die Kristallinität und der erhöhte Wassergehalt des aus der Wiederaufladezone austretenden Magmas eine wichtige Rolle beim Übergang von ausfließenden zu explosiven Eruptionen nach einer Pause von etwa 10.000 Jahren.

Da man weiß, dass es auch bei scheinbar schlafenden Vulkanen zu explosiven Eruptionen kommen kann, sollte man unbedingt mehr über diesen Prozess wissen. Obwohl Ciomadul nicht so aussieht, als würde er bald ausbrechen, ist es dennoch eine hochinteressante Fallstudie. Die Forschung kann unter anderem nützlich sein, um die Anzeichen eines bevorstehenden Ausbruchs zu erkennen. Wenn es um die etwa 1.350 potenziell aktiven Vulkane auf der Erde geht, ist der beste Schutz eine frühzeitige Warnung.

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