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Ausgrabungen in der Ukraine

Sensationelle Entdeckung: Menschen lebten schon 200.000 Jahre früher in Europa

  • Veröffentlicht: 07.03.2024
  • 15:33 Uhr
  • Christina Strobl
Der Wissenschaftler Roman Garba zeigt die Ausgrabungsstätte bei Korolewo in der Westukraine, wo sein Team die Entdeckung machte.
Der Wissenschaftler Roman Garba zeigt die Ausgrabungsstätte bei Korolewo in der Westukraine, wo sein Team die Entdeckung machte.-/Roman Garba/dpa

Ein tschechisches Forscherteam hat in einer Ausgrabungsstätte in der Westukraine Erstaunliches entdeckt: Steinwerkzeuge lassen auf eine frühere Besiedlung Europas schließen als bislang angenommen. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Untersuchungen in einer Ausgrabungsstätte im westukrainischen Korolewo erlangten Forscher:innen neue Erkenntnisse.

  • Ein tschechisches Team von Wissenschaftler:innen fand Hinweise darauf, dass Menschen bereits 200.000 Jahre früher in Europa lebten als bisher gedacht.

  • Die Ausgrabungsstätte wurde bereits 1974 entdeckt und seitdem vielfach untersucht.

Seit 1974 gibt es die Ausgrabungsstätte in Korolewo in der Westukraine bereits. Nun hat ein tschechisches Forscher:innen-Team sensationelle Erkenntnisse in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht: Dort gefunden Steinwerkzeuge lassen darauf schließen, dass Menschen bereits 200.000 Jahre früher in Europa lebten als zuvor angenommen.

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Korolewo hat hohen Stellenwert für Wissenschaftler:innen

Die Ausgrabungsstätte in Korolewo gilt in Forschungskreisen als eine der wichtigsten Grundlagen für die Erforschung der Menschheit in Europa. Ihr hoher Stellenwert unter europäischen Paläontolog:innen wurde nun erneut bewiesen: Denn den Wissenschaftler:innen zufolge lebten Menschen bereits vor 1,4 Millionen Jahren in Europa. Dies ergaben die jüngsten Untersuchungen der dort entdeckten Artefakte.

Die bisher frühesten Belege für Frühmenschen in Europa aus Ausgrabungsstätten in Atapuerca (Spanien) und der Vallonet-Höhle in Südfrankreich seien 1,1 bis 1,2 Millionen Jahre alt. Womöglich sei Europa von Ost nach West besiedelt worden, vermutet das Forscherteam um Roman Garba von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag.

Die Menschen könnten demnach entweder über den Kaukasus oder über Kleinasien (Türkei) in die heutige Westukraine gekommen sein. Der Fundort bei Korolewo liegt nahe der Theiß, einem Nebenfluss der Donau. Garbas Team vermutet, dass eine Gruppe Frühmenschen entlang der Donau flussaufwärts nach Europa eingewandert sein könnte.

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Menschen besiedelten Europa offenbar von Ost nach West

Um eine verlässliche Chronologie aufzustellen, gibt es jedoch bislang zu wenig Beweise: "Aber vorerst können wir sagen, dass die Besiedlung Korolewos vor etwa 1,4 Millionen Jahren die Annahme infrage stellt, dass die Menschen erst nach der weitverbreiteten Kolonisierung Südeuropas vor etwa 1,2 Millionen Jahren in höhere Breiten zogen", schreiben die Forscher:innen in "Nature". 

Die gefundenen Steinwerkzeuge werden von den Forscher:innen Frühmenschen der Art Homo erectus zugeordnet. Demnach sind sie die ältesten bisher bekannten in Europa. Und das, obwohl in Georgien rund 1,8 Millionen Jahre alte frühmenschliche Knochen gefunden wurden. Diese wurden in Dmanissi entdeckt. Da die Stadt jedoch im südgeorgischen Kaukasus liegt, befindet sich der Fundort knapp außerhalb Europas.

Keine schlechten Bedingungen vor 1,42 Millionen Jahren

Die Ausgrabungsstätte bei Korolewo liegt hingegen in Europa, wurde 1974 entdeckt und seitdem vielfach untersucht. "Obwohl Korolewos Bedeutung für die europäische Altsteinzeit weithin anerkannt ist, müssen Altersgrenzen für die untersten Steinartefakte noch abschließend geklärt werden", schreiben die Studienautor:innen.

Für die Altersbestimmung dieser Schicht verwendeten sie zwei Datierungsmethoden, die auf seltenen radioaktiven Isotopen beruhen: Beryllium-10 und Aluminium-26. Sie entstehen, wenn kosmische Strahlung auf quarzhaltige Ablagerungen trifft. Die Isotope zerfallen sehr langsam und über ihr Verhältnis zueinander kann das Alter einer Schicht bestimmt werden.

Wenn die Zuordnung der Werkzeuge zu Homo erectus korrekt ist, wäre Korolewo mit 48,2 Grad nördlicher Breite demnach der nördlichste bisher bekannte Ort, an dem sich diese Frühmenschenart aufgehalten hat. Die Bedingungen dafür waren vor 1,42 Millionen Jahren wohl nicht schlecht: Zu jener Zeit gab es drei zwischeneiszeitliche Warmzeiten, die zu den wärmsten ihres Zeitalters (frühes Pleistozän) zählen.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • "Nature": "East-to-west human dispersal into Europe 1.4 million years ago"
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