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"Katalog des Versagens"

 Mehr als 3.000 Tote: Skandal um infizierte Blutkonserven erschüttert Großbritannien

  • Aktualisiert: 23.05.2024
  • 09:13 Uhr
  • Babette Büchner
Der britische Premierminister Rishi Sunak versprach im Parlament "umfassende Entschädigung".
Der britische Premierminister Rishi Sunak versprach im Parlament "umfassende Entschädigung".© AP

Bis zu 30.000 Menschen erhielten in den 70er und 80er Jahren im Königreich kontaminierte Blutprodukte. Ein Untersuchungsbericht kommt zu einem fatalen Ergebnis. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Untersuchungsbericht zum Skandal um infizierte Blutkonserven in Großbritannien prangert einen "Katalog des Versagens" an.

  • Er kommt zu dem Ergebnis, es habe eine weitverbreitete Vertuschung gegeben.

  • Der britische Premierminister Rishi Sunak versprach im Parlament "umfassende Entschädigung".

Inhalt

  • Bericht: Dokumente wurden vernichtet
  • Sunak verspricht "umfassende Entschädigung"

Es ist der größte Behandlungsskandal des britischen Gesundheitsdiensts NHS: In den 70er- und 80er-Jahren erhielten bis zu 30.000 Menschen kontaminierte Blutprodukte. Mehr als 3.000 Menschen starben, nachdem sie sich bei Bluttransfusionen oder Behandlungen mit HIV oder Hepatitis C infiziert hatten. 

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Bericht: Dokumente wurden vernichtet

Ein Skandal, der hätte weitestgehend vermieden werden können. Zu diesem Ergebnis kommt ein neuer Untersuchungsbericht.  Er rechnet schonungslos mit der Regierung und Mediziner:innen ab. Demnach habe es eine weitverbreitete Vertuschung gegeben, um die Wahrheit zu verbergen. Regierungsbeamte hätten Dokumente vernichtet, Patient:innen seien wissentlich inakzeptablen Infektionsrisiken ausgesetzt gewesen.

Die Katastrophe sei kein Zufall gewesen, sagte der Chef der Untersuchungskommission, Brian Langstaff, vor Journalisten. Menschen hätten darauf vertraut, dass Ärzt:innen und die Regierung für ihre Sicherheit sorgen, und dieses Vertrauen sei missbraucht worden.

Im Video: Briten-Premier Rishi Sunak will Zigaretten verbieten

Der mehr als 2.500 Seiten lange Bericht der "Infected Blood Inquiry" prangert einen "Katalog des Versagens" an. Die Folgen seien nicht nur für die infizierten Menschen, sondern auch für ihre Angehörigen katastrophal gewesen, sagte Langstaff. Die Katastrophe dauere an, weil weiterhin jede Woche Patienten stürben, die "lebenszerstörende" Infektionen erlitten hätten. Die Wahrheit sei jahrzehntelang verschwiegen worden und es gebe Beweise, dass Unterlagen des Gesundheitsministeriums zur Vernichtung markiert worden seien.

Sunak verspricht "umfassende Entschädigung"

Premierminister Rishi Sunak versprach am Montag (20. Mai.) im Parlament "umfassende Entschädigung". "Ich möchte mich von ganzem Herzen und uneingeschränkt entschuldigen für diese furchtbare Ungerechtigkeit", sagte der konservative Regierungschef im Unterhaus.

"Ich möchte mich von ganzem Herzen und uneingeschränkt entschuldigen für diese furchtbare Ungerechtigkeit."

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Rishi Sunak, 2024

Es wird erwartet, dass die Regierung den Opfern mehrere Milliarden Pfund Schadenersatz zuerkennen wird.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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