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Bürgerkriegsland

Spendenausgabe endet im Fiasko: Knapp 80 Tote bei Massenpanik im Jemen

  • Aktualisiert: 20.04.2023
  • 09:05 Uhr
  • Joachim Vonderthann
Im Jemen sterben bei einer Massenpanik mindestens 78 Menschen.
Im Jemen sterben bei einer Massenpanik mindestens 78 Menschen. © Uncredited/ANSAR ALLAH HOUTHI MEDIA OFFICE/AP/dpa

Das geschundene Bürgerkriegsland Jemen wird von einer weiteren Katastrophe erschüttert. Bei einer Massenpanik in der Hauptstadt Sanaa sterben mindestens 78 Menschen. Sie hofften auf die Verteilung von Geldspenden. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Im Jemen sterben bei einer Massenpanik mindestens 78 Menschen.

  • Der tödliche Vorfall in Sanaa ereignete sich, als Geldspenden verteilt werden sollten.

  • Das Land auf der Arabischen Halbinsel befindet sich seit Jahren in einem blutigen Bürgerkrieg.

Die geschundenen Menschen im Jemen erhofften sich etwas Geld, doch am Ende standen Tod und Trauer: In der jemenitischen Hauptstadt Sanaa ist es zu einer Massenpanik gekommen, bei der mindestens 78 Menschen ums Leben kamen. Das sagte der Direktor der Gesundheitsbehörde in der Hauptstadt Sanaa, Mutahar al-Maruni, dem Rebellen-nahen Fernsehsender Al-Masirah in der Nacht zum Donnerstag (20. April). Dutzende weitere Menschen seien zudem verletzt worden. Den Huthi-Rebellen zufolge war es bei der Verteilung von Spenden am späten Abend zu einem tödlichen Gedränge gekommen.

Viele Tote bei Massenpanik im Jemen

Ein Sprecher des dortigen Innenministeriums erklärte, einige Händler hätten ohne vorherige Koordinierung "willkürlich" Geldspenden verteilt. Daraufhin sei Panik ausgebrochen. Augenzeugen beschrieben der Nachrichtenseite "Al-Masdar", wie zeitweise Schüsse zu hören waren. Einige örtliche Medien berichteten, die Huthis hätten die Schüsse abgegeben. Diese sowie eine Explosion nach einem Kurzschluss soll die Panik gesteigert und schließlich zum Gedränge geführt haben.

An einer Schule hätten sich vorher Hunderte versammelt, um Geldspenden eines bekannten Händlers zu erhalten. Der Nachrichtenagentur Reuters sagten Augenzeugen, es habe sich um Spenden in Höhe von 5.000 Rial oder etwa neun Dollar pro Person gehandelt. 

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Menschen erhofften sich kleine Geldspende

In Videos, die die Szenen nach dem Vorfall zeigen sollen, lagen zahlreiche Leichen aufgereiht am Boden. In einem Video war zu sehen, wie Dutzende Menschen sich unter lauten Schreien auf engstem Raum drängen, einige scheinen in der Masse dabei buchstäblich unterzugehen. Die Tragödie trug sich während des noch laufenden muslimischen Fastenmonats Ramadan zu.

Der Jemen liegt im Süden der Arabischen Halbinsel. Die schiitischen Huthi-Rebellen haben dort in ihrem seit 2014 laufenden Aufstand weite Teile des Nordjemens eingenommen und kontrollieren auch die Hauptstadt Sanaa. Die Rebellen werden vom mehrheitlich schiitischen Iran unterstützt. Saudi-Arabien kämpft seit 2015 mit Verbündeten an Seite der Regierung im Land gegen die Huthis.

Im Jemen tobt seit Jahren ein Bürgerkrieg

In Jemen spielt sich vor allem bedingt durch die Folgen des Bürgerkriegs eine der schwersten humanitären Katastrophen weltweit ab. Etwa 21 Millionen Menschen sind auf irgendeine Form von humanitärer Hilfe und Schutz angewiesen.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Nachrichtenagentur Reuters
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