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Feuerwerk oder Stille?

 Städte und Gemeinden gegen Silvester-Böllerverbot

  • Aktualisiert: 28.12.2022
  • 09:22 Uhr
  • Anne Funk

Knaller, Böller, Feuerwerk - für viele Deutsche gehört das zum Jahreswechsel dazu. Während immer wieder über ein generelles Verbot diskutiert wird, sprechen sich der Deutsche Städtetag als auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund dagegen aus -  es handle sich um "eine lange Tradition in Deutschland".

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Das Wichtigste in Kürze

  • Immer wieder wird darüber diskutiert, ob es ein generelles Verbot für Feuerwerkskörper an Silvester geben soll.

  • Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hält von einem solchen Verbot nichts, man solle lieber an die Vernunft der Bürger:innen appellieren.

  • Vom Deutschen Städtetag kommt der Vorschlag, stattdessen Tier- und Naturschutz stärker in der Sprengstoffverordnung zu verankern.

Silvester und Feuerwerk, das gehört für viele Deutsche einfach zusammen. Doch die Diskussion, ob das Böllern noch angebracht ist, steht seit Jahren im Fokus und nimmt derzeit wieder Fahrt auf. Kommunale Spitzenverbände haben sich nun gegen ein generelles Feuerwerksverbot ausgesprochen.

"Das neue Jahr mit Feuerwerk zu begrüßen, hat eine lange Tradition in Deutschland", erklärt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds (DStGB), Gerd Landsberg, am Mittwoch (21. Dezember) beim "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND). Man solle diese Tradition nicht zwingend durch generelle Verbote infrage stellen, so Landsberg. "Zumal solche Verbote kaum flächendeckend kontrolliert werden können."

Eher solle an die "Vernunft der Bürgerinnen und Bürger" appelliert werden, die Kommunen sollten selbst die Entscheidungen über mögliche Verbote treffen, so Landsberg. Besonders in Krisenzeiten wollen die Menschen an Silvester feiern und einen Moment lang ihre Sorgen vergessen.

Verbot aus Sicht der Städte nicht notwendig

Auch Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, hält nichts von einem generellen Verbot. Dieses sei "aus Sicht der Städte nicht notwendig", so Dedy gegenüber dem RND. Allerdings habe man beim Bund angeregt, "Tier- und Naturschutz stärker in der Sprengstoffverordnung zu verankern". "Tierparks, Tierheime sowie Natur- und Landschaftsschutzgebiete müssen in den Katalog der Orte aufgenommen werden, in deren Nähe das Abbrennen von Pyrotechnik verboten ist", betont er.

Ein Verbot vorschreiben wolle man zwar nicht, es gebe allerdings gute Gründe, auf Feuerwerk zu verzichten, etwa weniger Lärm und Feinstaub, mehr Ruhe für Tiere und Anwohner:innen, weniger Unfälle und weniger Müll.

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Nabu warnt vor "menschengemachter Panik"

Unterdessen hat der Naturschutzbund Nabu in Sachsen-Anhalt noch einmal eindringlich auf die Nachteile der Böllerei an Silvester hingewiesen. Besonders Wild- und Haustiere litten darunter, so die Mitteilung der Naturschützer am Mittwoch. Grelle Farben und laute Geräusche lösten bei den Tieren starke Fluchtreflexe aus. "Die menschgemachte Panik kostet dabei wertvolle Energie - Energie, welche die Wildtiere benötigen, um die kalte Jahreszeit zu überstehen. Tierarten, die Winterschlaf halten, sind besonders gefährdet", hieß es weiter.

Doch auch der Nabu spricht sich nicht für ein absolutes Verbot aus. Zwar solle auf "Feuerwerk in der Nähe von Wildtier- und Vogelschutzgebieten" verzichtet werden, ebenso in der Nähe von Fledermausquartieren. Um die Silvestertradition aber trotzdem fortführen zu können, seien "zentral durch Gemeinden organisierte Feuerwerke" eine Option.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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