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Sensationsfund von Tübinger Team

Stolze 1,80 Meter groß: Forscher entdecken fossile Riesenschildkröte

  • Veröffentlicht: 14.03.2024
  • 08:26 Uhr
  • Lisa Apfel
Eine computergenerierte Visualisierung der neu entdeckten Riesenschildkröte Peltocephalus maturin.
Eine computergenerierte Visualisierung der neu entdeckten Riesenschildkröte Peltocephalus maturin.© Júlia d‘Oliveira/Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung/dpa

Forschenden ist ein Sensations-Fund geglückt: Sie entdeckten eine bislang unbekannte, ausgestorbene Art der Süßwasserschildkröte.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein internationales Forschungsteam hat eine bislang unbekannte ausgestorbene Art aus dem späten Pleistozän beschrieben.

  • Peltocephalus maturin sei zwischen 9.000 und 40.000 Jahre alt.

  • Ihren Namen hat die Riesenschildkröte Bestsellerautor Stephen King zu verdanken.

Eine Entdeckung mit gigantischem Ausmaß: Bei dem Sensations-Fund handelt es sich um eine fossile Riesenschildkröte, die nun ein internationales Forschungsteam beschrieben hat. Die Süßwasserschildkröte ist eine bislang unbekannte, ausgestorbene Art aus dem späten Pleistozän. Peltocephalus maturin sei zwischen 9.000 und 40.000 Jahre alt und stamme aus dem brasilianischen Amazonasgebiet, berichtet die Gruppe um Gabriel Ferreira vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment der Universität Tübingen im Fachblatt "Biology Letters".

Schildkröte nach Stephen-King-Romanfigur benannt

Mit einer Panzerlänge von etwa 180 Zentimetern gehört die Art zu den größten Süßwasserschildkröten weltweit. Benannt wurde sie nach der Riesenschildkröte Maturin, einer Romanfigur des Bestsellerautors Stephen King. "Maturin ist in den Romanen und Filmen Kings für die Entstehung des Universums verantwortlich", erklärt Ferreira.

Ein Teil des Unterkiefers der Schildkröte wurde der Gruppe zufolge von Goldgräbern im brasilianischen Porto Velho in einem Steinbruch entdeckt.

Heutzutage zählen die Asiatische Schmalköpfige Weichschildkröte (Chitra chitra) mit maximal 140 Zentimetern Panzerlänge und die Südamerikanische Flussschildkröte (Podocnemis expansa) mit etwa 110 Zentimetern zu den größten Süßwasserschildkröten, heißt es weiter. "Auch aus der Vergangenheit kennen wir nur wenige in Süßgewässern lebende Schildkröten, die eine Panzerlänge von 150 Zentimetern überschritten haben", wird Ferreira in einer Senckenberg-Mitteilung zitiert. "Zuletzt sind solche großen Tiere vor allem aus dem Miozän, der Zeit vor etwa 23 bis 5 Millionen Jahren, bekannt."

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Grund des Aussterbens noch unklar

Aufgrund verschiedener Merkmale geht das Forschungsteam von einer engen Verwandtschaft der nun entdeckten Art mit der Dickkopf-Amazonas-Schildkröte (Peltocephalus dumerilianus) aus. Die Riesenschildkröte habe sich fleischlich und pflanzlich ernährt.

Was zum Aussterben der Art geführt hat, wissen die Forscher nicht. "Bereits vor etwa 12.600 Jahren besiedelten Menschen das Amazonasgebiet", sagt Ferreira. "Wir wissen zudem, dass große Landschildkröten seit dem Paläolithikum auf dem Speiseplan von Homininen stehen. Ob auch die aufgrund ihrer Beweglichkeit deutlich schwerer zu fangenden Süßwasserschildkröten den frühen Menschen zum Verzehr dienten und ob Peltocephalus maturin - gemeinsam mit der südamerikanischen Megafauna - zum Opfer menschlicher Ausbreitung wurde, ist noch unklar."

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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