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Energiepreisbremse läuft aus

Strom und Gas im neuen Jahr: Preisänderungen für 2024 angekündigt

  • Veröffentlicht: 23.12.2023
  • 08:17 Uhr
  • Nelly Grassinger
Symbolbild - Geldscheine stecken in einem Geldbeutel, der von einer Hand gehalten wird.
Symbolbild - Geldscheine stecken in einem Geldbeutel, der von einer Hand gehalten wird. © picture alliance / Lino Mirgeler/dpa

Bei Strom und Gas stehen einige Änderungen bevor. Verbraucherschützer raten deshalb, einen Anbieterwechsel zu prüfen. 

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Das Wichtigste in Kürze

  • Ob Haushalte 2024 mehr oder weniger für Strom und Gas bezahlen müssen, lässt sich pauschal nicht sagen.

  • Einige Preisbestandteile werden teurer, es gibt aber auch Preissenkungen.

  • Mehrere Faktoren beeinflussen die Preisentwicklung im neuen Jahr.

Im neuen Jahr stehen für Haushaltskunden einige Änderungen bei den Kosten für Strom und Gas an. So laufen zum Jahresende die Energiepreisbremsen aus, die ab einer bestimmten Höhe den Preis für einen Großteil des Verbrauchs deckeln. Bei Strom steigen außerdem die Netzentgelte deutlich.

Bei Gas wird zum Jahresbeginn die CO2-Abgabe erhöht. Außerdem fällt bei Gas und Fernwärme am 1. März die Mehrwertsteuerermäßigung weg. Beides wird anstatt mit sieben dann wieder mit 19 Prozent besteuert.

Für einen gewissen Ausgleich sorgen jedoch die mittlerweile wieder gesunkenen Großhandelspreise für Strom und Gas. Viele Anbieter haben daraufhin zum Jahreswechsel eine Preissenkung angekündigt.

Im Video: Sparplan 2024: Bei Energiekosten wird deutlich draufgezahlt

Preissenkungen bei Strom angekündigt

Darunter sind auch viele Grundversorger, also die Energiefirmen, die in einem Netzgebiet die meisten Haushalte mit Strom beziehungsweise Gas beliefern. Dazu zählen oft kommunale Stadtwerke. Laut dem Vergleichsportal Verivox haben sie zum Jahreswechsel in ihren Grundversorgungs- und Sondertarifen 600 Preissenkungen um durchschnittlich 13 Prozent angekündigt. "Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden entspricht das einer Entlastung von rund 283 Euro im Jahr", erklärt Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. Gleichzeitig wurden aber auch 83 Erhöhungen von im Schnitt 6 Prozent angekündigt. Dies bedeute für einen Musterhaushalt Mehrkosten von 93 Euro.

Zu beachten ist dabei, dass nur 24 Prozent der gesamten Entnahmemenge von Haushaltskunden noch über einen Grundversorgungstarif geliefert wird. Allerdings haben die Grundversorger laut Bundesnetzagentur weiterhin eine "starke Stellung" in ihren Verbreitungsgebieten: Über Verträge außerhalb der Grundversorgung lieferten sie weitere 37 Prozent des Haushaltsstroms.

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Die Preisunterschiede zwischen Grundversorgung und alternativen Anbietern sind nach Angaben von Check24 weiterhin groß: So betrage der durchschnittliche Preis in der Grundversorgung künftig knapp 44 Cent je Kilowattstunde, bei alternativen Anbietern jedoch im Schnitt knapp 30 Cent.

Experte: Endkundenpreise könnten weiter zurückgehen

Für Haushaltskunden rechnet Strommarktexperte Mirko Schlossarczyk vom Beratungsunternehmen Enervis in den kommenden Monaten unter normalen Umständen mit gleichbleibenden oder weiter zurückgehenden Endkundenpreisen. "Bei Bestandskundenverträgen sollte sich dies aufgrund der unterschiedlichen Beschaffungsstrategien von Versorgern deutlicher zeigen als bei Neukundenverträgen." Dort seien die Preisabschläge der letzten Monate schon weitestgehend berücksichtigt, weshalb dieser Effekt geringer ausfallen dürfte. Gegenläufig wirke allerdings der spürbare Anstieg der Netzentgelte. "Dieser trifft Bestands- und Neukunden ab Januar 2024 gleichermaßen."

Die Netzentgelte steigen laut Vergleichsportal Check24 um rund 32 Prozent. Bei einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden bedeute dies jährliche Mehrkosten von 163 Euro.

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Gas: Preisrückgang steht Mehrwertsteueranhebung gegenüber

Ähnlich wie beim Strom gibt es auch bei den Gas-Grundversorgern sehr viele Preissenkungen. Verivox meldete 500 bei einer Absenkung von durchschnittlich 15 Prozent. Dem gegenüber stehen 56 Erhöhungen von im Schnitt 12 Prozent.

Check24 rechnet 2024 bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden mit Gaskosten in Höhe von durchschnittlich 2537 Euro, 17 Prozent mehr als 2023, was 370 Euro entspricht. Den größten Anteil daran habe mit 217 Euro die Wiederanhebung des Mehrwertsteuersatzes von 7 auf 19 Prozent zum 1. März. Für höhere Kosten sorge in der Modellrechnung auch der Wegfall der Gaspreisbremse und die höhere CO2-Abgabe. Die Netznutzungsentgelte gingen dagegen leicht zurück, hieß es.

Im Video: 100-Prozent-Marke erreicht: Deutsche Erdgasspeicher randvoll

Endkundenpreis stark abhängig von der Beschaffung

Bei Gas spielt auch der Großhandelspreis eine wichtige Rolle für den Endkundenpreis. "Die Großhandelspreise im Gasmarkt gehen derzeit deutlich zurück", sagt Gasmarktexperte Sebastian Gulbis vom Beratungsunternehmen Enervis. Gründe seien unter anderem gut gefüllte Gasspeicher sowie eine ausreichende Versorgung mit Flüssigerdgas (LNG) und norwegischem Gas.

Was dies für die Endkundenpreise für Haushaltskunden bedeute, hängt laut Gulbis wie beim Strom stark von der Beschaffungsstrategie der Energieunternehmen ab. Haben sich die Versorger etwa in den vergangenen 12 Monaten immer wieder langfristige Tranchen für das kommende Jahr gesichert, könnte dies höhere Preise bedeuten als bei kurzfristigerer Beschaffung. Grund ist, dass zu Beginn dieses Zeitraums die Preise noch deutlich höher waren als zuletzt. "Das bedeutet, im derzeit fallenden Markt kann sich ein Wechsel des Lieferanten durchaus lohnen." Problematisch könnte es für ältere Verträge werden, die zum Beispiel noch Ende 2022 abgeschlossen wurden und auch im kommenden Jahr noch Gültigkeit haben. Diese lägen mitunter oberhalb der jetzt auslaufenden Preisbremsen. "Dies könnte für bestimmte Kunden hohe Kosten nach sich ziehen", sagt Gulbis.

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Verbraucherzentrale empfiehlt Anbieterwechsel zu prüfen

Die Verbraucherzentralen raten Strom- und Gaskunden, wegen der für 2024 angekündigten Mehrkosten einen Anbieterwechsel zu prüfen. "Verbraucherinnen und Verbraucher sollten auf jeden Fall bei einem Tarifportal nachschauen, wie hoch die Wechselersparnis sein könnte", sagte die Energieexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Christina Wallraf, der Deutschen Presse-Agentur.

"Die Haushalte sollten nachsehen: Wie viel zahle ich im Moment? Was habe ich für eine Kündigungsfrist? Wie lange läuft mein Vertrag noch?", sagte Wallraf. Wer mit seinem aktuellen Anbieter zufrieden sei, könne sich auch dort nach anderen Tarifen erkundigen und gegebenenfalls in einen günstigeren Tarif wechseln.

Bei Neuverträgen rät die Verbraucherzentrale zu einer Laufzeit von 12 Monaten. Bei Bonustarifen sollten Verbraucher schauen, unter welchen Bedingungen der Bonus ausgezahlt werde. Achten sollten Verbraucherinnen und Verbraucher auch darauf, nicht an einen unseriösen Anbieter zu geraten. Haushalte könnten etwa mit einer Internetrecherche herausfinden, ob es in der Vergangenheit Probleme mit einem Anbieter gab.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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