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"Mit diesen Autos kann man gar nicht 30 fahren"

Tempolimit im Münchner Umland - außer in Nobelvorort Grünwald

  • Veröffentlicht: 02.03.2023
  • 16:39 Uhr
  • Lena Glöckner
Der Gemeinderat von Grünwald stellt sich gegen ein Tempolimit 30.
Der Gemeinderat von Grünwald stellt sich gegen ein Tempolimit 30.© Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

In vielen Vororten im Münchner Umland gilt bereits Tempolimit 30. Die Bewohner des Nobelvororts Grünwald wollen das auch - finden aber keine Mehrheit im Gemeinderat. Der Grund: Große, schnelle Autos.

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Der Münchner Nobelvorort Grünwald will ein Tempolimit und das bereits seit vielen Jahren. Doch der Gemeinderat der Millionärsgemeinde stellt sich immer wieder quer. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, sprachen sich auch am Dienstagabend (28. Februar) bei einer Gemeinderatssitzung wieder nur vier von 31 Gemeinderäten für eine Geschwindigkeitsbegrenzung aus.

Im Video: Kommt jetzt einheitlich Tempo 30 in deutschen Innenstädten?

Kommt jetzt einheitlich Tempo 30 in Innenstädten?

Wie das Blatt berichtet, nannte Kommunalpolitiker Thomas Lindbüchl in der einstündigen Sitzung auch den Grund für das klare Nein: "Die Leute fahren in den 30er-Zonen eh 50." Hintergrund laut dem CSU-Mann: Viele Grünwalder hätten große Autos. Wenn man da aufs Gas trete, sei man gleich bei 50. "Mit diesen Autos kann man gar nicht 30 fahren."

Rathaus verweist auf Straßenverkehrsordnung

Laut Bericht ist die offizielle Erklärung für das Scheitern des Tempolimits aber eine andere. Im Rathaus verweise man stets auf die Straßenverkehrsordnung, die ein Ausbremsen der Autofahrer nicht zulasse, so die "Süddeutsche". Es bei der Begründung um nicht vorhandene Gefahrenlagen, Sammelstraßen, sensible Wohngebiete und rechtliche Grundlagen. In bestimmten Straßen wie vor der Grundschule oder am Freizeitpark gelte obendrein schon Tempo 30.

Der SPD-Politiker Achim Zeppenfeld will das Vorhaben laut Bericht noch nicht begraben: "Das Thema beschäftigt uns jetzt seit über 20 Jahren, es brennt der Bürgerschaft auf den Nägeln, denn nach wie vor gibt es viele Anträge dazu."

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