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Ministerpräsident zeigt Verständnis

Ungarn-Premier Orban "versteht" Putins Argumente - lehnt Ukraine-Krieg aber ab

  • Veröffentlicht: 03.03.2023
  • 14:22 Uhr
  • Lena Glöckner
Viktor Orban will Putins Argumente für den Ukraine-Krieg verstehen.
Viktor Orban will Putins Argumente für den Ukraine-Krieg verstehen.© REUTERS

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban sagt, er verstehe Putins Argumente, lehnt sein Vorgehen in der Ukraine aber ab. Der Westen solle dennoch einen friedlichen Weg zum Koexistieren finden.

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Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban versteht nach eigenen Angaben die Argumente des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Das sagte er in einem Interview mit der Schweizer "Weltwoche". Das Blatt gehört dem in näherer Vergangenheit als russlandfreundlich aufgefallenen Verleger Roger Köppel. Der ungarische Premierminister erklärte in dem Gespräch, dass er Putins "Vorgehen in der Ukraine" dennoch ablehne.

Im Video: Putin spricht von ukrainischem Terroranschlag in Russland.

Orbán will sich im Februar 2022 vor Ausbruch des Krieges in Moskau mit Putin getroffen haben. Sie hätten dabei Fragen der internationalen Sicherheit, darunter auch die Erweiterung der NATO, erörtert. Der Kremlchef soll damals gesagt haben, dass "die Mitgliedschaft Ungarns in der NATO kein Problem sei, sondern nur die der Ukraine und Georgiens".

Orban: "Der Grund, warum Putin nachts nicht mehr ruhig schlafen kann"

"Putins Problem", so Orban, "sind die US-Raketenbasen, die bereits in Rumänien und Polen errichtet wurden, sowie die mögliche Ausweitung der NATO auf die Ukraine und Georgien und die damit verbundene Stationierung von Waffen." Außerdem hätten die Amerikaner wichtige Abrüstungsverträge gekündigt, zitiert der Ungar den Kremlchef. "Das ist der Grund, warum Putin nachts nicht mehr ruhig schlafen kann." Orban ergänzte: "Ich verstehe, was Putin gesagt hat. Aber ich lehne ab, was er getan hat." Der Westen müsse einen Weg finden, um mit Russland trotzdem friedlich zu koexistieren, glaubt Ungarns Ministerpräsident.

Tatsächlich hat der damalige US-Präsident Donald Trump im Jahr 2019 den INF-Vertrag, eines der wichtigsten Abrüstungsabkommen mit Russland, aufgekündigt. Die Amerikaner und die NATO warfen den Russen bereits lange zuvor vor, mit ihren Raketen vom Typ 9M729 (Nato-Code: SSC-8) gegen die Vorgaben des Vertrags zu verstoßen. Nach Angaben aus den USA sollen die Raketen mindestens 2.600 Kilometer weit fliegen können und wären damit in der Lage, nahezu alle Hauptstädte in Europa zu treffen. Die russische Regierung wies die Vorwürfe zurück.

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