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Zunehmende Bedrohung möglich

Virologe Drosten warnt vor Affenpocken

  • Veröffentlicht: 09.05.2023
  • 10:21 Uhr
  • Carolin Ritter und Joachim Vonderthann
Virologe Drosten warnt vor einer erneuten Ausbreitung der Affenpocken.
Virologe Drosten warnt vor einer erneuten Ausbreitung der Affenpocken.© Michael Kappeler/dpa

Vor einem Jahr erschreckte die Ausbreitung der Affenpocken Europa. Inzwischen ist das Virus kaum mehr aktiv. Das könnte sich aber ändern, warnt Virologe Drosten.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Affenpocken-Erreger ist ein Jahr nach seinem Ausbruch in Europa inzwischen kaum mehr aktiv.

  • Virologe Drosten warnt jedoch, dass sich das ändern könnte.

  • Die WHO schätzt die Gefahr durch das Mpox-Virus weiter als sehr hoch ein. 

Im Video: Affenpocken: Drohen ansteckende Varianten?

Der Virologe Christian Drosten ist alarmiert: Er warnt vor einer möglichen Infektionswelle durch das Affenpockenvirus. Aktuell sei der Erreger in Deutschland zwar nicht sehr auffällig.  Das könne sich jedoch jederzeit ändern, sagte Drosten den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Drosten warnt vor Affenpocken-Rückkehr

Man wisse aus der Geschichte, dass andere Pockenvirus-Infektionen mit milden Verläufen begonnen und sich dann in der Anpassung an den Menschen verstärkt hätten, betonte der Berliner Wissenschaftler. Das sei auch beim Affenpockenvirus zu befürchten.

Drosten erläuterte zudem, wieso die Lage hierzulande aktuell weitgehend ruhig sei. Das liege auch daran, dass in der Gruppe schwuler Männer, in der bislang die meisten Infektionen auftraten, ein großes Bewusstsein für die Gefährdung entstanden sei.

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte sich jüngst besorgt gezeigt: Sie listet die Affenpocken, heute Mpox genannt, als eine der drei Vireninfektionen aus der Tierwelt, die dem Menschen am gefährlichsten werden könnten und rät dazu, die Variante ständig zu überwachen.

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Erreger vor einem Jahr plötzlich in Europa

Bis 2022 war das Virus nur in wenigen afrikanischen Ländern bekannt. Vor ziemlich genau einem Jahr tauchte die neue unheimliche Krankheit dann in Europa auf. Die Angst ging um: Kommt eine neue Krankheitswelle auf die Welt zu, kaum dass die verheerende Coronavirus-Pandemie im Abklingen war? Großbritannien meldete der WHO den ersten Fall am 7. Mai 2022. Die meisten neu betroffenen Länder haben die Ausbrüche mittlerweile wieder unter Kontrolle.

Der WHO wurden seit Anfang 2022 aus 111 Ländern mehr als 87.000 Mpox-Fälle gemeldet (Stand 3. Mai), darunter 130 Todesfälle. Bis heute gilt ein Gesundheitsnotstand, eine "Gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite" (PHEIC). Das ist der höchste Alarm, den die WHO verhängen kann.

WHO: Mpox-Virus bleibt gefährlich

"Es ist besorgniserregend, dass es aus seiner ökologischen Nische in Zentral- und Westafrika herausgetreten ist", sagte die Direktorin der WHO-Abteilung für Epidemie- und Pandemievorbereitung, Sylvie Briand, kürzlich in Genf. "Das Virus könnte sich verändern, ansteckender werden oder eine anfällige Bevölkerungsgruppe infizieren, die bisher verschont geblieben ist", etwa Schwangere oder Kleinkinder. "In diesen Gruppen könnte die Krankheit einen deutlich schwereren Verlauf nehmen." Bislang waren vor allem Männer betroffen, die Sex mit Männern haben.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
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