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Minus 32 Grad Celsius

Nawalny berichtet vom Polarkreis: Wie es dem Putin-Gegner im Straflager ergeht

  • Aktualisiert: 11.01.2024
  • 14:42 Uhr
  • Lena Glöckner
Anhänger von Kreml-Gegner Nawalny haben weltweit zu Demonstrationen anlässlich des dritten Jahrestags seiner Inhaftierung am 21. Januar aufgerufen.
Anhänger von Kreml-Gegner Nawalny haben weltweit zu Demonstrationen anlässlich des dritten Jahrestags seiner Inhaftierung am 21. Januar aufgerufen.© Antonina Favorskaya/AP/dpa

Putin-Gegner Alexej Nawalny wurde im berüchtigten Straflager am Polarkreis erneut zu sieben Tagen Strafarrest verurteilt. Der Grund: Er habe sich nicht richtig vorgestellt.

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Seit Dezember ist der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny in dem berüchtigten Gefängnis "Polarwelt" in der eiskalten sibirischen Jamal-Region. Nach eigenen Angaben wurde er dort nun wegen einer Lappalie in eine winzige Gefängniszelle gesteckt. Vertreter des Straflagers in der Arktis hätten ihm vorgeworfen, sich zu weigern, "sich im Einklang mit dem Protokoll vorzustellen", ließ Nawalny am Dienstag (9. Januar) auf der Plattform X (vormals Twitter) wissen.

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Sie hätten angeordnet, dass er sieben Tage in einer Strafzelle verbringen muss. Das bedeute, dass er nur um 6.30 Uhr raus in einen schmalen Gefängnishof dürfe. Häftlinge dürften unter normalen Umständen zu einer Zeit raus, wenn es etwas wärmer sei. Derzeit lägen die Temperaturen bei bis zu minus 32 Grad Celsius. Der wegen angeblichen Extremismus zu 19 Jahren Haft verurteilte Politiker nahm es mit Ironie. Beim morgendlichen Ausgang in der Polarnacht wehe "wunderbar frische Luft trotz der Mauer in den Hof", schrieb er.

Proteste zum Jahrestag von Nawalnys Inhaftierung

Der größte politische Feind von Präsident Wladimir Putin ist zu 19 Jahren Haft verurteilt worden. Die russischen Behörden haben ihm Extremismus vorgeworfen. Er befindet sich seit Januar 2021 in Haft. Nawalny erholte sich zuvor von einer Vergiftung, für die er den Kreml verantwortlich machte. Die Vorwürfe gegen ihn betrachtet er als politisch motiviert. Der 47-jährige Nawalny teilte mit, es sei naiv gewesen zu denken, "dass Putin damit zufrieden sein wird, mich in eine Kaserne im hohen Norden zu stecken".

Das Team von Kremlgegner Alexej Nawalny hat am 25.12.2023 darüber informiert, dass der Gegner von Kremlchef Putin nach langer Suche von einem Anwalt in dem Lager IK-3 in Charp am Polarkreis gefunden worden sei.
Das Team von Kremlgegner Alexej Nawalny hat am 25.12.2023 darüber informiert, dass der Gegner von Kremlchef Putin nach langer Suche von einem Anwalt in dem Lager IK-3 in Charp am Polarkreis gefunden worden sei.-/Ombudsmann für Menschenrechte des Autonomen Bezirks der Jamal-Nenzen/AP/dpa

Anhänger von Kremlgegner Alexej Nawalny haben weltweit zu Demonstrationen anlässlich des dritten Jahrestags seiner Inhaftierung am 21. Januar aufgerufen. Kremlchef Wladimir Putin habe Nawalny hinter den Polarkreis wegsperren lassen, um ihn zum Schweigen zu bringen. "Lasst Putin nicht gewinnen", schrieb Nawalnys ins Ausland geflüchteter Chefstratege Leonid Wolkow am Dienstagabend auf seinem Telegram-Kanal. Geplant sind Demonstrationen allerdings nur im Ausland - auch wegen der starken Repressionen in Russland.

Besonders aktiv soll in Deutschland demonstriert werden. Hier sind gleich zehn Veranstaltungsorte aufgeführt: Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, Hannover, Saarbrücken, Ludwigshafen und Göttingen.

  • Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AP
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