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Eine ganz natürliche Entwicklung

Psychologie: Wieso sich Freundschaften verändern und wieso nur wenige Freunde für immer bleiben

  • Aktualisiert: 01.12.2023
  • 14:10 Uhr
  • Christina Berlinghof
Tust du dich schwer, neue Freundschaften zu finden - oder möchtest du einfach mal wieder neue Kontakte knüpfen? Diese Tipps helfen dir garantiert.
Tust du dich schwer, neue Freundschaften zu finden - oder möchtest du einfach mal wieder neue Kontakte knüpfen? Diese Tipps helfen dir garantiert.© Adobe Stock

Vertrauensvolle und gleichberechtigte Freundschaften stärken uns und sollen uns sogar länger leben lassen. Doch im Laufe unseres Lebens verändern sich Beziehung zu vertrauten Personen, da auch wir uns verändern und weiterentwickeln. Wir erklären dir, warum dieser Prozess ganz normal ist und wie du es schaffst, deine Freundschaften zu pflegen.

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Erste Freunde im Kleinkindalter

Mit den Nachbarskindern im Garten toben oder im Kindergarten zusammen im Sandkasten spielen. Schon in jungen Jahren lernen Kinder soziale Beziehungen aufzubauen und beginnen erste Freundschaften zu entwickeln. Meist ergeben sich Kontakte zu Kindern, die in der Nähe wohnen, die in die gleiche Kita gehen oder denselben Sportkurs besuchen. Freundschaften unter Kindern sind in der Regel aber noch nicht vergleichbar mit dem, was Erwachsene unter einer Freundschaft verstehen. Die Beziehungen sind meist emotional nämlich noch nicht so gefestigt und können häufig wechseln. Wer an einem Tag noch eng zusammenhing, streitet sich vielleicht am nächsten schon um ein Spielzeug und möchte nie wieder etwas mit der Lieblings-Spielkameradin oder dem Spielkameraden zu tun haben.

Erst wenn die Kinder älter werden und in die Schule gehen, bauen sie in der Regel engere Beziehungen zu einzelnen Personen auf und suchen sich selbst aus, mit wem sie befreundet sein möchten. Auch wenn es immer wieder zu Streitigkeiten oder Reibereien kommen kann, stellt man Freundschaften in dieser Zeit nicht bei jeder kleinen Auseinandersetzung infrage. Schließlich verbringt man viel Zeit miteinander, auch in der Freizeit, erlebt viele aufregende Dinge – das schweißt zusammen.

Was bedeutet eigentlich Freundschaft? Und wie lange dauert es - laut Wissenschaftler:innen - bis eine gute Freundschaft entsteht? Wir erklären dir hier, wie du Freund:innen findest und woran du wahre Freundschaft erkennst.

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Im Clip: An diesen Anzeichen erkennst du eine toxische Freundschaft

Neue Kontakte im Teenageralter

Im Teenageralter lernen viele Jugendliche dann neue Menschen kennen. Durch mögliche Schulwechsel oder neue Freizeitaktivitäten haben sie häufig neue Kontakte und es bilden sich durch gemeinsame Interessen engere Beziehungen zu einzelnen Personen. Freundschaften mit besten Freundinnen und Freunden entstehen, das ist gerade bei Mädchen unheimlich wichtig. Sie haben oft eine Vertraute, mit der sie alles besprechen und teilen. Vielen Jugendlichen sind ihre Freundschaften in dieser Lebensphase nämlich wichtiger als das familiäre Umfeld, von dem sie sich eher lösen möchten. Gerade in diesem Lebensabschnitt brauchen sie dann Freunde um sich, denen sie vertrauen und in deren Anwesenheit sie sich wohl fühlen.

Im Übergang zum Erwachsenenalter spielen dann zusätzlich neue Kontakte im Job oder an der Uni eine Rolle. Man verabredet sich viel, erlebt und unternimmt die Dinge, an die man sich Jahre später noch erinnern wird. Aber man trifft sich nun nicht mehr nur, um gemeinsamen Hobbys nachzugehen, sondern hat auch eher zweckdienliche Kontakte, etwa zum Netzwerken im beruflichen Umfeld.

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So entwickeln sich Freundschaften bei Erwachsenen

Je älter man wird, desto deutlicher wird, welche Freundschaften wirklich von Bedeutung sind. Bei jungen Erwachsenen kommt es im Leben oft zu ersten großen Veränderungen, die auch Sorgen, Ängste und Zweifel mit sich bringen können. Dabei zeigt sich dann meist schnell, auf wen man zählen kann.

Meist nehmen auch Partnerschaften, ein Umzug, Kinder und der Berufsalltag viel Zeit in Anspruch. Man trifft Freundinnen und Freunde nicht mehr so häufig und hat das Gefühl, weniger an ihrem Leben teil zu haben. Das trägt natürlich auch zu einer Veränderung der Beziehung bei und kann eine Herausforderung sein, die Freundschaften in diesem Lebensabschnitt oft auf die Probe stellt. Aber auch wenn es wird schwieriger wird Kontakt zu halten, sollte man versuchen sich Raum zu geben, in dem sich jeder individuell entwickeln kann. Veränderungen können auch etwas Positives mit sich bringen und sind beim Reifeprozess unumgänglich. Nur aufgrund der Tatsache, dass man sich nicht mehr regelmäßig sieht, muss eine Freundschaft nicht weniger intensiv sein. Es kommt eben darauf an, was man daraus macht.

Aber natürlich kommt es auch vor, dass sich Freundinnen und Freunde in verschiedene Richtungen entwickeln und man sich sozusagen auseinander lebt, gerade wenn die Beziehung bisher nicht extrem gefestigt war. Freundschaften können in dieser Lebensphase deshalb auch enden, vor allem wenn sie als einseitig empfunden werden.

Im Alter: jetzt zählen Freunde fürs Leben

Während in Teenagerzeiten oder als junger Erwachsener Freundschaften für die persönliche Entwicklung wichtig sind, gleichzeitig aber auch bestimmten Zwecken dienen können, überwiegen im höheren Alter emotionale Aspekte. Nun zählen vor allem enge Beziehungen zu Menschen, die man möglicherweise über Jahre kennt und denen man uneingeschränkt vertraut. Gerade in den Zeiten, in denen das Leben weitere Veränderungen mit sich bringt, etwa weil die Kinder ausziehen, man in Rente geht oder die Partnerin oder der Partner erkranken, ist es eine unheimliche Stütze, wahre Freundinnen und Freunde um sich zu haben, die hinter einem stehen und ihre Hilfe bei allen Belangen anbieten. Wer es nun geschafft hat gute und intensive Beziehung zu anderen aufzubauen, ist in der Regel zufriedener und kann positiver in die Zukunft blicken.

Bist du ein guter Mensch? Wenn du diese Sätzen von deinen Freunden oder Bekannten zuhören bekommst, spricht alles dafür.

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Freundschaften pflegen – darum ist es wichtig

Echte Freundinnen oder Freunde, auf die man sich in allen Lebenslagen verlassen kann, sind eine wahre Bereicherung für das eigene Leben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sogar herausgefunden, dass Freundschaften das Leben verlängern können und sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Depressionen verringert, wenn Menschen intensive und gute Beziehungen zu anderen pflegen. 

Wenn du also daran interessiert bist, eine langjährige Freundschaft zu jemandem aufzubauen, solltest du auch regelmäßig Zeit und Mühe in die Beziehung investieren und eure Verbindung so stärken. Darauf kommt es an:

Akzeptiere an erster Stelle, wie deine Freunde sind und zeige dich selbst authentisch. Nur so könnt ihr euch wirklich kennenlernen und verstehen, wie der andere tickt. Bei euren Gesprächen solltet ihr euch zuhören und Interesse an den Sorgen und Ängsten des anderen zeigen, aber auch das Glück und die Erfolge eurer Freundinnen und Freunde teilen. Ehrlichkeit und Vertrauen sind die Basis guter Freundschaften, haltet deshalb regelmäßig Kontakt, aber setzt euch nicht unter Druck, wenn es gerade mal nicht mit einem Treffen klappt.

In jeder Freundschaft gibt es auch Phasen, die herausfordernd sein können. Versuche Probleme mit einer offenen Kommunikation anzusprechen. Sind beide Seiten bereit eine Lösung zu finden und an der Beziehung zu arbeiten, wird euch das noch enger zusammenschweißen.

Hast du aber den Eindruck, dass die Freundschaft zu einseitig geworden ist und die andere Person wenig Interesse am Fortbestand eurer Freundschaft zeigt, dann versuche dich zu lösen und deinen Fokus auf eine Beziehung zu legen, die mehr Wertschätzung und Vertrauen mit sich bringt.

Mehr als nur Freunde? Wir verraten dir, an welchen Anzeichen du erkennst, dass jemand heimlich in dich verliebt ist.

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